Fünf Tage unterwegs, nun folgt ein Ruhetag. Die Schweiz mit allen ihren Sorgen und Problemen ist weit weg, die Arbeit ist vergessen. Nach einem langem Flug mit der mässig freundlichen Tay Airways und einem fünfstündigem Aufenthalt in Bangkok erreichten wir unser erstes Ziel : Chengdu in China. Wir waren überrascht über die Offenheit der Chinesen. Eindrücklich vor allem die Sauberkeit. Dazu wurden wir überrascht von der Fortschrittlichkeit der Chinesen: im Zentrum sind nur lautlose Elektroscooter erlaubt. Sowohl der Ausflug zu den Pandabären war interessant, ebenso der Landausflug. Am schwierigsten gestaltete sich das Ernährungsprogramm: hotpot wird wohl kaum zu unserer Lieblingsspeise werden und das Frühstück bestehend aus ***s/gesottenem Ei und einer Kartoffel war auch eher einer Herausforderung für unsere Ernährungsvorstellungen. Das einfache chinesische und relativ saubere Hotel war sehr schön gelegen neben einem Tempel. Gestern stieg nun unser Niveau: Flug nach Lhasa, das heisst 3658 m über Meer. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug hat wohl jeder gedacht: bin ich so alt, dass ich Mühe mit der Atmung habe. Herzlich war der Empfang durch den tibetianischen Guide mit einem Gebethalstuch. Das farbenfrohe tibetianische Zentrum und eine einigermassen unseren Vorstellungen entsprechende Mittagsmahlzeit liess uns die leichten Kopfschmerzen schnell vergessen lassen und heute sind wir schon wieder voller Tatendrang und gewisse Leute können die Treppe aufwärts schon wieder rennen. Wieder sind wir erfreut über das schöne Hotel mit Dachterrasse, welche einen herrlichen Ausblick auf den Potalapalast erlaubt sowie einen Internet Festnetzanschluss im Zimmer bietet.
Und jetzt sitzen wir nach einer abenteuerlichen und unvergesslichen Fahrt schon in Kathmandu , aber erst mal der Reihe nach. In Tibet folgten nach der Erholungsphase intensive Kulturtage: der imposante Potalapalast mit diversen riesigen Hallen und Tempeln und in der Folge mehrere Tempel wie das nicht so phänomenale Sera Tempel mit den disputierenden Mönchen und der imposante Ganden Tempel in einer phantastischen Umgebung, natürlich alles umrahmt mit den Einführungen und Erklärungen über den Buddhismus. Die Freizeit verbrachten wir mit Einkäufen (wehe wenn sie losgelassen...) und im Herumschlendern in Lhasa, imponierend all die aktiv betenden Buddhisten.
Und am Sonntag gings dann los: mit einem mässig komfortablen Bus fuhren wir über die 5000 Meter hohen Pässe nach Gyantse durch eine abwechslungsreiche Bergwelt, einfach phantastisch, schade, dass sich die 7000 Meter hohen Bergspitze in einer Wolkendecke versteckten, ebenso ging Röbis Jagd auf die Ketteli los. Hier besichtigten wir dann die das Pelkor Chode Kloster mit der begehbaren Stupa bevor wir nach Shigatse weiterfuhren. Immer weiten stossen wir in rein tibetische Gebiete vor, in denen die Menschen keine Probleme haben, an die nächst gelegene Hauswand zu pissen. Sakya zeigte sich uns vor allem als kleine tibetianische Stadt. Die Fahrt mit 100 Kilometer Gravelroad nach Rombuk ist wohl für alle unvergesslich. Und zwischendurch sahen wir auf einem 5000 Meter hohen Pass den Mount Everest, der sich uns aber im Base Camp hinter Wolken versteckte. Es wurde immer kälter und die Nacht im einfachen Guesthouse mit dem verrauchten Speisesaal war auch nicht speziell warm, und wohl keiner von uns hat speziell gut geschlafen. Bei nebligen Verhältnissen machten wir uns auf die letzte Strecke ohne grosse Morgentoilette. Wir waren nicht unglücklich, dass im geplanten Hotel in Lao Tingri keine Zimmer reserviert waren. So fuhren wir nach einem letzten Lunch in einem typisch tibetianischem Restaurant weiter, niemand versuchte nochmals den Buttertee. Über die letzten 5000 Meter hohen Pässe, die uns nochmals den Blick auf die 8000 Meter hohen Spitze ermöglichte fuhren wir ins schreckliche Bordercity, wobei vor allem Greti den Weg durch die Schlucht unter Felsen am Vorhang hängend genoss. Nach den einfachen Grenzformalitäten hofften wir auf eine einfache Weiterfahrt nach Kathmandu, weit gefehlt. Der Bus, mit dem wir weiterfahren sollten war unterwegs nach Kodari wegen einer gebrochenen Windschutzscheibe nicht einsetzbar, als Ersatz fuhren wir in einem Landcruiser und in einem halsbrecherisch fahrenden PW weiter über Stock und Stein, Teer war leider nicht viel vorhanden. Beim Mittagessen erhielten wir die Information, dass die Strasse unterbrochen ist wegen einem Steinschlag. Eine grosse Kolonne von Lastwagen, Bussen und Landcruiser staute sich vor dem Hindernis, das sich wohl kaum in den angekündigten neun Stunden räumen liess. Angesichts der lokalen Bevölkerung, die sich zu Fuss mit Sack und Pack über das Geröllfeld machten packten wir nach einem Telefonanruf ins Reisebüro in Deutschland auch bei strömendem Regenguss unsere Koffer und gingen die kurze Strecke zu Fuss. Auf der anderen Seite zeigte sich dasselbe Bild in einem Riesenchaos mit wendenden Bussen und einer grossen Menschenmenge mit diversen Gepäckstücken auf dem Rücken, dies aber bei äussersten Ruhe. Wir stiegen in einen noch leeren öffentlichen Bus, der nach Kathmandu fahren soll. Nachdem dieser sowohl innen als auch auf dem Dach voll war mit Menschen, Ziegen und Gepäck gings in rasender Fahrt an den ärmlichen Siedlungen vorbei Richtung Kathmandu. Zirka eine Stunde vor Kathmandu wurde der Bus angehalten und tatsächlich suchte ein englisch sprechender Mann mit einem mit Monica Flepp beschrifteten Unschlag nach uns. Nachdem unser Gepäck an all den im Bus stehenden Leuten vorbei in einen komfortablen Bus umgeladen war genossen wir die restliche Fahrt in diesem Fahrzeug zu unserem Hotel. Nach dem Abendessen mit Bier und der folgenden joaleng schliefen wohl alle bestens.