mehr Mayas und mehr Natur
Heute mussten wir Gott sei Dank nicht so früh aufstehen. Um 8 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt. Bereits im Minivan saßen 2 Schweizerinnen und später stiegen noch 2 Franzosen zu. Wie witzig, die waren gestern auch beim Ausflug nach Yaxchilan dabei. Dann ging es erst mal nach Palenque. Dort sollen sich angeblich die schönsten und für die Mexikaner auch die wichtigsten Ruinen befinden und das ganze eingerahmt in Berge und Natur. Denn man hier noch intakte Gräber gefunden.

Schon beim Aussteigen merken wir, dass im Vergleich zu den bisherigen Ruinen hier am meisten los ist. Vor allem Mexikaner sind heute dort. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Sonntags freier Eintritt für Einheimische ist. Merkwürdig ist nur, dass bereits morgens um halb 9 eine recht lange Schlange an den Damentoiletten ist. Bei näherem hinschauen fällt auf, dass vorwiegend alte Omas anstehen (Inkontinenz???). Aber wie ich mitbekommen ziehen die alten Frauen sich auf den Klos um? Warum bleibt uns noch bis heute ein Rätsel.

Auch an der Kasse heißt es morgens schon 5 Minuten warten... mal etwas ganz neues ;-) und nachdem wir endlich drinne sind, bleiben die ersten Leute auch schon direkt stehen. Daher schauen wir beide uns einfach nur an und haben den selben Gedanken. Erst mal bis ganz zum Ende durch und das Feld von hinten aufrollen. Gesagt getan. Und wie sich kurz danach raus stellt war es auch absolut die richtige Entscheidung. Denn wärend mittlerweile ein kleiner Stau (falls man es so überhaupt nennen kann) am Anfang entsteht, haben wir die hinteren Ruinen ganz für uns. Auch hier können wir wieder geniale Fotos machen. Heute morgen (da haben wir noch geschlafen) gab es wohl wieder einen kräftigen Regenguss, denn das Grass hier ist noch total nass. Man haben wir ein Schwein mit dem Wetter.


Sehr interessant sind vor allem die kleineren Gebäude, die bereits teilweise ausgegraben sind, aber deren stufenförmige Treppen noch unter Erde und Gras liegen. Arndt ist natürlich wieder überglücklich (wie auch schon in Yaxchilan), dass man hier noch auf die meisten Tempel rauf darf. Aber ganz schön anstrengend die hohen, leicht rutschigen und noch nassen und unebenen Treppen herauf umnd später dann wieder herunter zu kommen. Aber man hat einen traumhaften Überblick über die Anlage.

Am hinteren Ende der Anlage führt ein Weg an einem kleinen Wasserfall wieder nach unten, wo es dann ins Museum geht. Auch das Museum ist sehr zu empfehlen. Es ist zwar nicht groß, aber ein Highlight ist der Sarkophag den man gefunden hat. Alle 20-30 Minuten dürfen in den klimatisierten Raum nur etwa 30 Leute. Dort gibt es u.a. einen Film, wie die Ausgrabungen stattgefunden haben und natürlich der Übergroße Steinsarg. Wie die den wohl im ganzen aus vielen Metern Tiefe herufbekommen haben?

Gegen 12 Uhr kommt unser Fahrer um uns abzuholen und siehe da, aus 6 Gästen sind auf einmal 10 geworden. Da Tagesausflüge mit Kollektivos durchgeführt werden, kann es also passieren, dass zu einer Tour später noch mal weitere Gäste steigen. Also ein wenig zusamen rutschen und weiter gehts nach Misol Ha. Dort befindet sich ein einzelner aber sehr hoher Wasserfall. dahinter kann man noch Groten besuchen (aber mann muss wieder extra zahlen) und da Helmut diese nicht besonders findet, ruhen wir uns nur ein wenig aus im Schatten und lesen schon mal die Infos zu Agua Azul. Misol Ha ist in der Trockenzeit eher mäßig, einfach nicht genügend Wasser da. Aber man sieht deutlich auf welche Größe er anschwellen kann.
Nach einem kurzen Aufenthalt geht es endlich weiter zu den angeblich schönsten Wasserfällen von Mexiko. Ob diese tatsächlich so toll sind, werden wir nach 40 Minuten Fahrt erleben. Hier hat ausnahmsweise die Trockenzeit auch mal Ihre Vorteile. Dadurch erhält das Wasser und den hohen Kalkgehalt eine ansolut türkise Farbe und man kann dort auch in bestimmten Bereichen baden gehen. Bereits der Weg dorthin führt recht weit in die berge und durch einige Serpentinen. Aber schon hier gibt es atemberaubenden Ausblick. Und dann sind wir da. Bereits beim aussteigen hören wir das rauschen des Wassers. Wir sind erst mal ganz nach unten gegangen. Dort gab es lediglich ein paar Mexikaner die gerade Körperpflege betrieben haben und ansonsten keine Touristen. Haben uns dann langsam Ebene für Ebene nach oben gearbeitet.

So in der mittleren Ebene konnte man viele Mexikaner sehen, die Agua Azul auch als Tagesausflugsziel gewählt haben. Dort kann man auch in abgetrennten Bereichen baden gehen. Aber wir gehen erst mal weiter nach oben. Die Terassenförmigen Anordnungen mit dem leuchtend blauen türkisem Wasser sehen atemberaubend aus.


Und dann endlich ab ins kühle Nass. Leider können wir nur getrennt ins Wasser, denn es muss immer jemand auf die Sachen aufpassen. Wie Claudia schnell feststellt, hätte sie heute mal lieber Ihre Trekkingsandalen mitnehmen sollen. Denn der Wasserboden ist komplett steinig und auf den Terassen ist es barfuß echt rutschig. Das Wasser ist genial und zumindest nicht ganz so eiskalt wie wir das vorher gedacht haben. Und dann ghets auch leider schon zurück. Und wie das bei Mexikanern so ist, halten wir erst einmal mitten auf der Rückfahrt an, da die Schweizerinnen noch in ein anderes Collektivo in eine andere Stadt umsteigen wollen. Erst einmal warten. Nach einigen hin und her hat es bei denen doch noch geklappt und wir waren rechtzeitig zum Nachtbus zurück. Oh man ob wir da schlafen können. Haben für die 11 stündige Fahrt extra ein Upgrade für den Bus gebucht, wo die Sitze weit auseinander sind und man die Lehnen weit nach hinten gedreht werden können. Und was sollen wir sagen: Es passt. Jetzt müssen wir nur noch schlafen können. Mittlerweile ist es nach 10 Uhr und schon wieder startet ein Gewitter. Hoffentlich ist das nicht in Tulum auch so.... Gute Nacht.










