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Unterwegs in China

Ohrenputzer zum Zweiten

Geschrieben am 25.07.2010 um 11:06

Vorgestern hatte ich von den Ohrenputzern erzaehlt, welche uns wirklich ein bisschen befremden. Heute sind wir ihnen nochmals begegnet. Diesmal nicht auf dem Platz draussen sondern an unserem Sitzplatz im Restaurant. Kaum hatten wir uns gesetzt um etwas zu essen, da stand schon ein solcher Ohrenputzer neben uns und anerbot uns seine Dienste! Dankend lehnten wir ab!!!! Spaeter konnten wir beobachten, wie ein anderer seiner Gilde tatsaechlich einem Gast in einem anderem Restaurant die Ohren putzte, waehrend dieser genuesslich in Gesellschaft an einem Tisch sass! - Gestern waren wir mit einer jungen Fuehrerin im Auto unterwegs nach Leshan. Im Gespraech pries sie die Tuechtigkeit dieser Ohrenputzer, das sollten wir unbedingt machen lassen. Als wir sie dann fragten, ob sie selber herhalten wuerde, sagte sie, nein das wuerde sie doch lieber selber machen! Wir brachen in schallendes Gelaechter aus worauf sie sagte, sie sei jetzt eben ehrlich gewesen!

Unser wetterbedingter Verzicht auf den Besuch des Nationalparks machte uns schon noch etwas zu schaffen. Wir haben zwar ein gutes und auch interessantes Alternativprogramm, aber wir sitzen halt mehr oder weniger wieder in einer Stadt fest. Wir merken auch, dass wir schon 3 Wochen unterwegs sind und freuen uns auch, dass wir bald wieder nach Hause kommen werden! Hier in Chengdu regnet es momentan jeden Tag, meistens wird es nachmittags etwas besser und man kann auch mal ohne Schirm etwas unternehmen. Kalt ist es nicht und das Praktische ist, dass man nicht friert. So sind wir halt trotz Regen mit unseren Sandalen unterwegs und wenn man zurueckkommt geht man halt schnell unter die Dusche. Der Himmel ist meist grau und neblig. Wir liessen uns sagen, dass man in Chengdu nur an etwa 40 Tagen im Jahr einen blauen Himmel sehen kann! Wie verwoehnt sind wir doch in der Schweiz!

Gestern also fuhren wir nach Leshan, das liegt ca. 120 km suedlich von Chengdu und war frueher Ausgangspunkt einer Tee- und Seidenroute nach Indien. Dort kann man eine 1300 Jahre alte Buddhastatue bestaunen, die mit ihren 71 Metern wirklich eindruecklich gross ist. Man kann der Statue entlang auf Treppenstufen hoch- und runtersteigen. Wir waehlten die bequemere Variante und bestiegen ein Ausflugsboot. Es ist dies die einzige Moeglichkeit die Statue in ihrer ganzen Groesse zu sehen. Anschliessend gingen wir mit der Fuehrerin zu einem Restaurant und bestellten u. a. Nudelsuppe. Alle anderen Speisen wurden aufgetragen, nur die Nudelsuppe nicht. Als wir nach langem Warten unsere Fuehrerin informierten, erkundigte sie sich und kam dann und sagte, es gaebe eben keine Nudeln mehr. Auch das ist China, anstatt zu sagen, dass es etwas nicht gibt, sagt man einfach gar nichts und wartet ab was passiert! Anschliessend besuchten wir noch ein Buddhamuseum. Es ist eine Art Freilichtmuseum wo die verschiedenen Auspraegungen und Arten von Buddhastatuen aus den verschiedenen buddhistischen Laendern dargestellt werden. Das war sehr gut gemacht und fuer uns auch interessant. Weiterbildung!

Heute mussten wir schon frueh aus den Federn. Um halb Acht wurden wir schon abgeholt. Wir fuhren zur Pandazucht-Forschungsstation ausserhalb von Chengdu. Pandabaeren sind sehr putzige gemuetliche Tiere und sind sehr "energiebewusst" d.h. sie bewegen sich nicht mehr als noetig und liegen schon am Morgen frueh faul herum. Am aktivsten erlebt man sie zur Fuetterungszeit. Aktiv heisst, sie kommen aus dem Innengehege zum Fuetterungsplatz und kaum haben sie ein paar Bambuszweige erwischt, legen sie sich faul und gemuetlich auf den Ruecken und fressen so die Blaetter und Zweige! In einem Brutkasten konnten wir ein 10 Tage altes Pandababy bestaunen, es war knappe 20 cm gross. Neben den grossen Pandabaeren gibt es auch noch die kleineren roten Pandas, die viel aktiver und meist in Bewegung sind. Auch die sind sehr suess.

Morgen geht unsere Reise weiter zu unserer letzten Station in Bejing. Wir fragten unsere Fahrerin, ob sie uns fuer morgen ein Taxi organisieren koenne. Sofort nahm sie mit dem Reisebuero telefonisch Kontakt auf und informierte uns spaeter ueber unser weiteres Programm morgen frueh. Sie sagte uns auch, dass unser Alternativprogramm guenstiger war als das urspruenglich gebuchte Programm in den Nationalparks und dass wir morgen noch umgerechnet ca. 900 Franken zurueckbekommen werden. Der Taxifahrer wird uns das Geld aushaendigen!!!! Es ist so erstaunlich wie flexibel und unbuerokratisch das hier geht. Zudem haben wir ueberhaupt nicht damit gerechnet, dass wir noch etwas Geld zurueckbekommen wuerden, mussten doch zwei Fluege und zwei Hoteluebernachtungen annuliert werden! Ob das in der Schweiz auch so funktionieren wuerde?

Unbenannter Kommentar

Geschrieben am25.07.2010 um 01:43 von Johanna
isch luschtig zum läsä wius mi so sehr a Peru erinneret....so vo wägä unbürokratisch und lüt wo lieber nüt oder öppis fautsches sägä aus zue z gäh dass öppis nid klappet het oder dass sis nid wüsse! :)

viu schpass no.....jetz chöiter no ga shopppe mit öine 900.-! ;)

lg johanna

Geld

Geschrieben am25.07.2010 um 05:00 von berger
Die 900 Franken muessen noch unter uns Vieren aufgeteilt werden ;)
Geshoppt haben wir schon Einiges! Aber vielleicht finden wir in Peking ja noch einen riesengrossen Faecher ;)

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