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Unterwegs in China

Sister, brother, same family!

Geschrieben am 18.07.2010 um 02:32

Vom heutigen Tag gibt es zwei Highligths zu berichten. Trotz Regen  machten wir uns mit einem Chauffeur vom Hotel auf den Weg in zwei Bai-Doerfer. Zuerst besuchten wir einen Markt. Zu Beginn kamen drei Frauen auf uns zu, die wirklich etwas aufdringlich waren und uns nervten. Aber sonst kann man hier das Geschehen gut beobachten und entdeckt viele interessante Szenen. Dann fuehrte uns der Chauffeur  zu Fuss durch die verwinkelten Gassen zu zwei alten Haeusern mit Innenhoefen, die in der typischen Bai-Architektur erbaut sind. Wir durften dort auch Fotos machen, obwohl sie von Familien bewohnt sind. Im zweiten Haus begruesste uns ein aelterer Mann in gebrochenem English und hiess uns willkommen. In seinem Haus gibt es schoene Deckenmalereien und Schnitzereien, es ist klar ersichtlich, dass dies wohlhabenden Leuten gehoerte. Wie so viele andere Haeuser auch sollte es einfach renoviert werden. Am Schluss bat er uns, in seinem Gaestebuch einen Eintrag zu machen. Wir staunten nicht schlecht als wir neben dem Gaestebuch eine Bibel entdeckten. Wir sprachen ihn darauf an und er zeigte sie uns, eine englisch-chinesische Version. Er deutete uns, dass er sie lese und wir zeigten ihm auch, dass wir die Bibel lesen. Dann strahlte er und gab uns die Hand und sagte: Sister, brother, same family! Dann wollte er Christian eine Zigarette anbieten, fand es aber gut als Christian ihm sagte, dass er Nichtraucher sei!

Nachdem wir eine ruhige Mittagspause im Hotel verbracht hatten, machten wir uns nochmals auf den Weg, um die Altstadt von Dali zu erkunden. Der Regen hatte in der Zwischenzeit nachgelassen. Dankbar war ich, als wir nach mehrmaligen Versuchen an verschiedenen Bankomaten doch noch Geld beziehen konnten. Als wir vor dem Postgebaeude auf Anna und Magdalena warteten, wurde Christian von einem Mann angesprochen, welcher sofort entdeckt hatte, dass Christians Schuhe schon etwas abgenuetzt waren. Er nahm ein Doeschen mit Leim aus der Jackentasche und begann eine Naht an Christians Schuhen zu leimen. Dann lockte er Christian in eine Nebenstrasse und kurz darauf sass Christian auf einem Schemel und hatte nur noch einen Schuh an den Fuessen. Sogleich begann der Mann aus einem Pneu ein Stueck Sohle zuzuschneiden und an Christians Schuh anzupassen. Dann wurde geleimt und rundum genaeht und dann noch eingewachst. Nach dem ersten Schuh musste auch der zweite dran. Die Schuhe wurden perfekt geflickt, nur wurden durchs Naehen soviele Loecher in die Membran gemacht, dass wir daran zweifeln ob die Goretexschuhe weiterhin wasserdicht sind!!!! Fast zeitgleich hatte ein zweiter Schuhmacher ein hollaendisches Paar auf gleiche Weise "gefischt". Die Birkenstoek des Hollaenders mussten dran galuben und es wurde genaeht, dass das Zeugs haelt! Wir amuesierten uns herrlich und hatten ein kurzweiliges Gespraech mit dem hollaendischen Paar waehrenddem die Maenner auf ihre Schuhe warteten. Am Schluss musste noch um den Preis gefeilscht werden, da sie gar viel dafuer wollten. Sie erhielten je 100 Yuan, was wohl ein guter Preis war.

Das Paar faehrt von hier aus mit den Fahrraedern in den Tibet. Ein mutiges Unterfangen! Auch sie waren gestern mit einem Bus von Kunming nach Dali unterwegs. Sie erzaehlten uns, dass ihre Busfahrt nicht minder aubenteuerlich war als die unsrige. Auch sie waren dankbar heil in Dali angekommen zu sein. Mit dieser Information schaue ich dem morgigen Tag nicht mehr ganz so gelassen entgegen, da wir morgen nochmals eine Busfahrt auf dem Programm haben. Gluecklicherweise gibt es neuerdings eine Autobahn von Dali nach Lijiang. Hoffen wir, dass diese wirklich bis dorthin fuehrt und wir nicht nochmal so eine Ralleyfahrt erleben muessen!

schuhe

Geschrieben am19.07.2010 um 10:13 von rösly
Ein weiterer amüsannter Bericht! Soo gäbig, auf dem Bürostuhl Eure Abenteuer lesen, ohne Risiko.
Kleine Bürofrage: Kannst Du Christian fragen, ob ein Sinaibild zu seinem Editorial August passen tät?
Ich wünsche Euch morgen eine ruhige Fahrt ohne Abgründe!

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