Staegeli uf, Staegeli ab
Die letzte Nacht ging - Ohropax sei Dank - gut vorbei. Heute Abend ist es bedeutend ruhiger im Haus da die Chinesengruppe bereits wieder abgereist ist! Heute Morgen um 9 Uhr starteten wir zu unserer Wanderung durch die Reisterrassen. Eine 30jaehrige Mutter aus dem Dorf war unsere lokale Fuehrerin. Am Morgen war die Rede davon dass die Tour etwa 4 Stunden dauern wuerde wobei nach 2 Stunden ein Zwischenhalt mit kleiner Verpflegungsmoeglichkeit bestehen wuerde. In unseren Rucksaecken waren unseres Erachtens genuegend Wasser, eine Banane,getroscknete Mangos und ein paar Belvita. So gings dann los. Gluecklicherweise war der Himmel etwas bedeckt aber es war dennoch sehr heiss. Soviel geschwitzt wie hier habe ich wohl noch kaum. Aber die Wanderung war sehr abwechslungsreich und schoen. Der Weg fuehrte meist ueber Steintreppen und -pfade. Von 800 Hoehenmeter stiegen wir bis auf 1120 m ueber Meer. In Wirklichkeit haben wir aber einiges mehr an Hoehenmetern zurueckgelegt, da es immer wieder rauf und runter ging. Nach 3 Stunden erreichten wir ein anderes Dorf wo wir einen kurzen Halt machten. Dort konnten wir uns wieder mit Wasser eindecken, da wir unser Wasser bereits alles getrunken hatten. Auch konnten wir ein paar Biskuits kaufen, aber viel mehr gab es nicht. In diesem Dorf, das sehr abgelegen von der Zivilisation liegt gibt es kein Restaurant und bei jemandem privat essen zu gehen war fuer uns keine Option. Das Dorf hat schoene alte Haeuser, ist aber sehr ungepflegt und schmutzig. Ueberall liegt der Abfall herum, fuer uns unbegreiflich. - In diesem Dorf lebt eine andere Minderheit. Ihre Frauen haben alle sehr sehr sehr langes Haar, das sie dann zusammendrehen und wie einen Turban um ihren Kopf legen und knoten. Gegen 10 Yuan, das sind etwa 2 Franken, oeffnen sie ihre Haarpracht und zeigen es den Touristen. Schon lange wurden wir unterwegs immer wieder gefragt ob wir ihre Haare sehen moechten. Wenn wir verneinten waren sie nicht sehr gluecklich. Als wir dann einmal nachgaben und einer Frau sagten wir moechten ihre Haare sehen, kam sofort schon die zweite angeeilt, welche uns vorher auch schon gefragt hatte. So bezahlten wir dann halt Beide. Nach dem Zwischenhalt im Dorf hatten wir die Wahl umzukehren oder noch weiter zum naechsten Dorf zu wandern. Da es zeitlich keinen Unterschied machten gingen wir weiter zum naechsten Dorf. Wir haben diesen Entscheid nicht bereut. Der Weg war zwar anstrengend aber wunderschoen. Zwischendurch machten wir kurz Pause und unsere Fuehrerin erzaehlte uns viel Interessantes ueber die Region und Land und Leute. Sie weiss sehr viel und konnte recht gut Englisch. Besonders interessant machte es aber die Tatsache, dass sie auch sehr an uns und unserer Lebensweise in der Schweiz interessiert war. Immer wieder sagte sie, was ihr hollaendische Touristen erzaehlt hatten und wollte wissen ob es bei uns auch so sei. Sie ist auch stolze Besitzerin eines Schweizer Taschenmesser, das sie mal als Geschenk erhielt. Umso groesser war die Freude als sich herausstellte, dass Christian genau dasselbe Messer bei sich hatte, bloss das Eine war rot, Ihres war blau. Unsere Tour dauerte schlussendlich ganze 9 Stunden bis wir wieder zurueck im Hotel waren. Reine Wanderzeit hatten wir gut 6 1/2 Stunden. Bei der Anzahl Treppenstufen koennen wir mindestens mit der Niesentreppe mithalten und die zurueckgelegte Distanz betraegt 12 km. Am Ende der Wanderung hatten wir noch eine Taxifahrt von ca 50 Minuten entlang einer Schlucht raus aus dem einen Tal und dann beim anderen Tal wieder hoch bis nach Ping'an. Dann nochmals ca 10 Minuten Treppen hoch bis zum Hotel. Als Erstes unter die Dusche und dann ein gutes Essen. Das haben wir uns heute wirklich verdient! Die Reisfelder sind sehr schoen und diese Reisterrassen gibt es schon seit 700 Jahren. Unglaublich und diese Orte sind so abgelgen. Unterwegs versuchten wir auch immer wieder Fotos von den wunderschoenen Schmetterlingen zu machen, aber das war nicht einfach! Es gibt so schoene und farbgige Schmetterlinge wie man eben im Papillorama sieht und Temperatur und Feuchtigkeit sind uebrigens durchaus vergleichbar.
So morgen werden wir um 13 Uhr abgeholt und zum Bahnhof in Guillin gebracht. Dann folgt eine 18stuendige Bahnfahrt mit dem Softsleeper-Zug nach Kunming. Kunming liegt etwa auf 2000m ueber Meer an den Auslaeufern des Himalaja.










