Dankbar
Geschrieben am 28.07.2010 um 04:12
Nun bleiben uns nur noch wenige Stunden, bis wir morgen die Heimreise antreten. Dankbar schauen wir zurueck auf eine schoene und erfuellte Zeit, die aber manchmal auch anstrengend war und wenig erholsam. Aber wir haben sehr viel erlebt und bringen viele Eindruecke mit nach Hause, die uns niemand nehmen kann. Alles hat geklappt auch die heutige Reise zur Grossen Mauer. Gestern Abend waren wir etwas verunsichert, da wir vom Reisebuero keine Nachricht erhalten hatten und niemanden erreichen konnten. Es hiess man wuerde uns zwischen 8 und 9 Uhr abends anrufen, aber nichts geschah. So gingen wir zu Bett. Um halb 12 klingelte ploetzlich das Telefon und jemand vom Reisebuero meldete sich und gab uns Zeit und Treffpunkt fuer den heutigen Ausflug bekannt. Etwas spaet unserer Meinung nach aber eben immer noch rechtzeitig. Heute Morgen wurden wir dann auch mit etwas Verspaetung tatsaechlich abgeholt. Es war eine lange Reise. Wir waren 3 Stunden im Bus unterwegs. Gluecklicherweise laeuft der Verkehr im Norden sehr gesittet so dass wir nicht um unser Leben fuerchten mussten! Das Wetter war sehr trueb und dunstig. Der Smog ist unglaublich. Es war eine triste Fahrt und zudem war es sehr staubig und schmutzig. Ich zweifelte daran, dass wir ueberhaupt etwas von der Mauer sehen wuerden. Erstaunlicherweise war es dann aber ganz gut. Diese Mauer ist sehr eindruecklich und es ist ein besonderes Gefuehl, diesen Ort betreten zu haben! ein Teilstueck des Mauerabschnittes war gesperrt, so dass man die Tour nicht wie geplant machen konnte. Dies zu meinem Glueck: wir kehrten wieder zum Ausgangspunkt zurueck und so konnten wir selber bestimmen wie weit wir wandern wollten. Ich haette die 10km bei dieser Hitze unmoeglich geschafft. Aber so ging das ganz gut. Dieser Ausflug war ein Hoehepunkt und ein guter Abschluss unserer Reise.
Nun haben wir alles gepackt und morgen um 8 Uhr werden wir abgeholt und dann gehts zurueck in die schoene Schweiz. Wir freuen uns sehr darauf. Morgen Abend um 18.15 Uhr sollten wir in Zuerich ankommen! Euch allen, die ihr unsere Reise mitverfolgt habt und uns mit euren Gedanken und Gebeten begleitet habt, danken wir ganz herzlich. Wir freuen uns, euch zuhause mehr von der Reise zu erzaehlen und wenn ihr Lust habt euch auch unsere Fotos (oder wenigstens einen Teil davon!) zu zeigen. Ich freue mich auf euch und sage bis dahin Behuet euch Gott!
Beijing
Geschrieben am 27.07.2010 um 12:24
Seit gestern sind wir nun in Beijing. Wir wohnen in einem schoenen Hutonghotel und wieder kann ich den Luxus eines Computers im eigenen Zimmer geniessen. Der klimatische Wechsel von Changdu nach Beijing ist enorm. Jetzt brauchen wir den Schirm nicht mehr wegen des Regens, jedoch wegen der Sonne und der Hitze. Es ist sehr heiss hier und mein Wasserkonsum ist wieder stark angestiegen. Der Klimawechsel hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Christian ist erkaeltet und seine Nase laeuft und bei mir machts sich wieder mal ein Kratzen im Hals bemerkbar und ein leichtes Huesteln. Hoffen wir, dass es nicht noch schlimmer wird.
Gestern Abend machten wir noch einem kleinen Spaziergang durch einen Teil der Hutongs. Schmale Gaesschen, eingeschossige alte Haeuser und auch ein Wechselbad von Dueften. Das ganze mutet einen eher doerflich an. Da machten wir eine lustige Begegnung mit einem Strassenverkaeufer. In kuerzester Zeit hatten alle von uns einen Faecher in der Hand. Dann zeigte er uns Taschen. Kaum zeigte Magdalena Interesse dafuer, fand aber nicht die passende Farbe, da telefonierte er schon mit dem Handy und kurze Zeit spaeter kam eine Frau mit einer Auswahl dieser Taschen. Mir wollte er dann noch kleine Taeschchen verkaufen, fuenf in einem, aehnlich wie eine Babuschka. Er wollte dafuer 50 Yuan. Wir gingen dann aber weiter ohne diese zu kaufen. Schon war ein anderer Strassenhaendler da und wollte uns etwas Anderes verkaufen. Ploetzlich kam der Erste wieder mit einem Fahrrad daher. In der Zwischenzeit, hatte er sich weitere dieser Taeschchen besorgt und rief mir, dass er sie jetzt billiger gebe. 20 Yuan statt 50. Als ich dann stehen blieb wollte er wieder 30 Yuan. Ich sagte ihm aber er habe 20 gesagt, dann lachte er und schlussendlich kaufte ich ihm diese zu diesem Preis ab. Dann holte er schon wieder etwas Anderes aus der Tasche, bis wir ihm dann sagten, dass er jetzt an uns genug verdient habe. Das Ganze war sehr amuesant, weil er selber sehr lustig war und dabei immer lachte.
Heute hatten wir eine Tagestour in Beijing mit einer Fuehrerin, die relativ gut Deutsch sprach. Zuerst besuchten wir den Lama-Tempel, dann den Himmels-Tempel. Die Fuehrerin sagte uns, dass es frueher etwa 60% Buddhisten gab, heute sind es noch 40%, dafuer gibt es mehr Christen. Dann gab es noch einen kurzen Besuch in einer Verkaufsstaette fuer Zuchtperlen. Natuerlich wollten sie uns dort Perlenketten verkaufen, jedoch ohne Erfolg! Dann kam die Mittagspause. Unsere Fuehrerin hatte fuer uns Pekingente in einem noblen Restaurant bestellt. Ein weiteres Mal war das Essen sehr gut, hier in Beijing aber bedeutend teurer als an den anderen Orten die wir frueher besucht haben. Trotzdem ist es fuer uns immer noch sehr erschwinglich.
Am Nachmittag ging es dann zu Fuss ueber den Tian'anmen-Platz zum Tor des Himmelsfrieden. Diesen grossen Platz ueberschritten wir mit gemischten Gefuehlen und Gedanken! Dann besichtigten wir die Verbotene Stadt, den Kaiserpalast. Die Menschenmenge dort war unglaublich und auch die Ausdehnung dieses Palastes, fast ein Kilometer lang! Diese Groesse kann man kaum erfassen. Der Palast ist sehr schoen und farbenpraechtig, die Besichtigung jedoch war bei dieser Hitze sehr anstrengend. Nach einem kurzen Besuch in einem Teehaus, wo wir noch verschiedene Tees degustieren konnten, waren wir froh, mit dem Taxi zurueck zum Hotel gehen zu koennen und sich unter der Dusche zu erfrischen!
Morgen ist eine Wanderung auf der Grossen Mauer geplant. Wir hoffen, dass wir die Route noch etwas abaendern koennen, da wir unmoeglich 4 Stunden bei dieser Hitze auf der Mauer hoch- und runterklettern koennen. Heute Abend sollte uns unser Reisebuero noch anrufen.
Kulinarisches
Geschrieben am 25.07.2010 um 05:13
Ein kurzer Nachtrag noch zum heutigen Tag.
Heute Abend gingen wir nochmals in dasselbe Restaurant essen wie wir schon gestern waren. Das Personal erkannte uns sofort wieder, was nicht so ein Kunststueck ist, da nicht soviele Auslaender in der Umgebung sind. Der Kellner hatte auch bereits von gestern gelernt und liess uns in Ruhe die Speisekarte studieren. Was es gestern gab, war heute nicht mehr erhaeltlich und was es gestern nicht gab, konnten wir heute bestellen :) Suesssauren Fisch (war koestlich), gruene Bohnen mit Fleisch und noch ein anderes Fleischgericht, dazu natuerlich Reis. Es war sehr gut, wenn auch das Fleischgericht etwas scharf war, aber man musste ja die gruenen Paprikaschoten nicht unbedingt essen. Mittlerweile hatten wir auch herausgefunden, dass man gar keine Getraenke bestellen muss, da einem gratis Tee serviert wird. Die Getraenke kosten meist fast das Doppelte von den Speisen. So bezahlten wir also heute Abend etwa 3.70 Fr. pro Person und wurden mehr als satt!
Im Schaufenster eines anderen Restaurants an der gleichen Strasse wurden in 18 grossen (ich meine wirklich grossen) Glasflaschen verschiedene eingelegte Schlangen praesentiert. Guten Appetit!
Ohrenputzer zum Zweiten
Geschrieben am 25.07.2010 um 11:06
Vorgestern hatte ich von den Ohrenputzern erzaehlt, welche uns wirklich ein bisschen befremden. Heute sind wir ihnen nochmals begegnet. Diesmal nicht auf dem Platz draussen sondern an unserem Sitzplatz im Restaurant. Kaum hatten wir uns gesetzt um etwas zu essen, da stand schon ein solcher Ohrenputzer neben uns und anerbot uns seine Dienste! Dankend lehnten wir ab!!!! Spaeter konnten wir beobachten, wie ein anderer seiner Gilde tatsaechlich einem Gast in einem anderem Restaurant die Ohren putzte, waehrend dieser genuesslich in Gesellschaft an einem Tisch sass! - Gestern waren wir mit einer jungen Fuehrerin im Auto unterwegs nach Leshan. Im Gespraech pries sie die Tuechtigkeit dieser Ohrenputzer, das sollten wir unbedingt machen lassen. Als wir sie dann fragten, ob sie selber herhalten wuerde, sagte sie, nein das wuerde sie doch lieber selber machen! Wir brachen in schallendes Gelaechter aus worauf sie sagte, sie sei jetzt eben ehrlich gewesen!
Unser wetterbedingter Verzicht auf den Besuch des Nationalparks machte uns schon noch etwas zu schaffen. Wir haben zwar ein gutes und auch interessantes Alternativprogramm, aber wir sitzen halt mehr oder weniger wieder in einer Stadt fest. Wir merken auch, dass wir schon 3 Wochen unterwegs sind und freuen uns auch, dass wir bald wieder nach Hause kommen werden! Hier in Chengdu regnet es momentan jeden Tag, meistens wird es nachmittags etwas besser und man kann auch mal ohne Schirm etwas unternehmen. Kalt ist es nicht und das Praktische ist, dass man nicht friert. So sind wir halt trotz Regen mit unseren Sandalen unterwegs und wenn man zurueckkommt geht man halt schnell unter die Dusche. Der Himmel ist meist grau und neblig. Wir liessen uns sagen, dass man in Chengdu nur an etwa 40 Tagen im Jahr einen blauen Himmel sehen kann! Wie verwoehnt sind wir doch in der Schweiz!
Gestern also fuhren wir nach Leshan, das liegt ca. 120 km suedlich von Chengdu und war frueher Ausgangspunkt einer Tee- und Seidenroute nach Indien. Dort kann man eine 1300 Jahre alte Buddhastatue bestaunen, die mit ihren 71 Metern wirklich eindruecklich gross ist. Man kann der Statue entlang auf Treppenstufen hoch- und runtersteigen. Wir waehlten die bequemere Variante und bestiegen ein Ausflugsboot. Es ist dies die einzige Moeglichkeit die Statue in ihrer ganzen Groesse zu sehen. Anschliessend gingen wir mit der Fuehrerin zu einem Restaurant und bestellten u. a. Nudelsuppe. Alle anderen Speisen wurden aufgetragen, nur die Nudelsuppe nicht. Als wir nach langem Warten unsere Fuehrerin informierten, erkundigte sie sich und kam dann und sagte, es gaebe eben keine Nudeln mehr. Auch das ist China, anstatt zu sagen, dass es etwas nicht gibt, sagt man einfach gar nichts und wartet ab was passiert! Anschliessend besuchten wir noch ein Buddhamuseum. Es ist eine Art Freilichtmuseum wo die verschiedenen Auspraegungen und Arten von Buddhastatuen aus den verschiedenen buddhistischen Laendern dargestellt werden. Das war sehr gut gemacht und fuer uns auch interessant. Weiterbildung!
Heute mussten wir schon frueh aus den Federn. Um halb Acht wurden wir schon abgeholt. Wir fuhren zur Pandazucht-Forschungsstation ausserhalb von Chengdu. Pandabaeren sind sehr putzige gemuetliche Tiere und sind sehr "energiebewusst" d.h. sie bewegen sich nicht mehr als noetig und liegen schon am Morgen frueh faul herum. Am aktivsten erlebt man sie zur Fuetterungszeit. Aktiv heisst, sie kommen aus dem Innengehege zum Fuetterungsplatz und kaum haben sie ein paar Bambuszweige erwischt, legen sie sich faul und gemuetlich auf den Ruecken und fressen so die Blaetter und Zweige! In einem Brutkasten konnten wir ein 10 Tage altes Pandababy bestaunen, es war knappe 20 cm gross. Neben den grossen Pandabaeren gibt es auch noch die kleineren roten Pandas, die viel aktiver und meist in Bewegung sind. Auch die sind sehr suess.
Morgen geht unsere Reise weiter zu unserer letzten Station in Bejing. Wir fragten unsere Fahrerin, ob sie uns fuer morgen ein Taxi organisieren koenne. Sofort nahm sie mit dem Reisebuero telefonisch Kontakt auf und informierte uns spaeter ueber unser weiteres Programm morgen frueh. Sie sagte uns auch, dass unser Alternativprogramm guenstiger war als das urspruenglich gebuchte Programm in den Nationalparks und dass wir morgen noch umgerechnet ca. 900 Franken zurueckbekommen werden. Der Taxifahrer wird uns das Geld aushaendigen!!!! Es ist so erstaunlich wie flexibel und unbuerokratisch das hier geht. Zudem haben wir ueberhaupt nicht damit gerechnet, dass wir noch etwas Geld zurueckbekommen wuerden, mussten doch zwei Fluege und zwei Hoteluebernachtungen annuliert werden! Ob das in der Schweiz auch so funktionieren wuerde?
Nicht zu scharf, bitte!
Geschrieben am 23.07.2010 um 04:09
So es hat also funktioniert. Ich habe zwar den Satz nicht auswendig gelernt, sondern aus dem Reisefuehrer abgeschrieben und ihn an der Reception auf Chinesisch aufschreiben lassen! Ein geeignetes Restaurant hatten wir auch bald gefunden und kaum hat uns das Personal draussen bemerkt da hatten sie sich sehr bemueht, dass wir auch wirklich hineingingen. Drinnen hatte es lauter grosse Tische, die in der Mitte eine grosse Gasfeuerstelle hatten. Darauf wurde dann ein grosser Topf mit zwei verschiedenen Bruehen gesetzt. Es gab eine einzige englische Menuekarte und der Kellner liess uns auch hier kaum Zeit diese zu studieren. Er wollte unbedingt, dass wir Fisch assen. Er ging mit Christian zu Fischbecken und Christian waehlte einen aus. Er dachte es waere nur ein kleiner Fisch fuer ihn, aber dem war nicht so. Wir erhielten eine ganze Platte voller Fische, die dann in diesen Topf geworfen wurden. Wir bestellten noch Fleisch und Gemuese. Der Kellner stand die ganze Zeit neben uns und bediente uns. Zuerst mussten alle Fische gegessen werden, erst dann gabs auch das andere Fleisch und das Gemuese. Der Kellner fischte jeweils die Speisen aus der Bruehe und legte sie uns in eine Schale die mit Bruehe und verschiedenen Gewuerzen gefuellt war. Dank meinem chinesisch aufgeschriebenen Satz war das Essen dann auch wirklich lecker und nicht zu scharf! Das ganze Essen war ein kulinarisches und soziales Erlebnis. Der Kellner war sehr stolz uns bedienen zu duerfen, war er wohl der Einzige der Angestellten der ein wenig Englisch sprach. Er sagte er studiere Englisch, vermutlich im Selbststudium mit den auslaendischen Gaesten :)
Als wir gestern Abend unterwegs waren begegneten wir noch einem Kuriosum, das ich euch unbedingt mitteilen muss. Wir kamen an einem Platz vorbei an welchem man sich massieren lassen konnte. Nun das ist ja im asiatischen Raum nicht sehr aussergewoehnlich aber neben der Massage wird dort noch eine weitere Dienstleistung angeboten: Es gibt die offiziellen Ohrenputzer! Die stochern den Klienten, mit Stirnlampe und langen Ohrenstaebchen ausgestattet, in den Ohren herum!!!! Wir passierten diesen Ort mit einem gewissen Sicherheitsabstand!
China erleben
Geschrieben am 23.07.2010 um 08:56
Immer wieder gibt es Ueberraschungen und es laeuft irgendwie anders als geplant oder erwartet. Da rufen wir uns in Erinnerung, dass wir unsere Reise bei "erlebe-china" gebucht haben. Die Reise verlangt von uns Flexibilitaet aber wir staunen auch wie flexibel die Leute von den oertlichen Reiseagenturen sind! Das ist wirklich super! Da wir nun auf die Reise in den Nationalpark verzichtet haben, mussten wir noch fuer weitere 2 Naechte ein Hotel haben. Wir staunten nicht schlecht, als wir heute Mittag unsere neue Bleibe beziehen konnten. Christian und ich haben eine schoene Suite erhalten inklusive Doppelbadewanne mit Whirlpool. Dazu ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer mit Schreibtisch und PC mit Internetanschluss und in beiden Zimmern einen Fernseher! So sitze ich nun hier am Computer und zwischendurch schweift mein Blick ueber den Bildschirm zum Fenster hinaus, Vor mir grosse Gebaeude mit geschwungenen Daechern und vergoldeten Verzierungen und die typischen roten Lampions. Hier laesst sich sein trotz Regenwetter. Es regnet also, aber es ist nicht kalt und auch nicht wirklich unangenehm. Es ist einfach neblig, gar dampfig. Das ist eben auch China.
Das Essen muessen wir uns in der Regel selber organisieren. Das geht in Grossen und Ganzen ganz gut. Aber man weiss nie wirklich was man dann vorgesetzt bekommt. Das ist immer wieder ein kulinarisches Erlebnis und bisher hatten wir noch kaum schlechte Erfahrungen damit gemacht. Hier in Chengdu ist es bedeutend teurer als in Lijiang. Dort genossen wir ein exzellentes Fondue Chinoise fuer umgerechnet 4.50 Fr. pro Person!!!!! - Gestern Abend wollten wir hier in Chengdu in einem Gartenrestaurant etwas bestellen. Die Angestellten konnten schlecht Englisch und liessen uns nicht wirklich Zeit, die Karte zu studieren. Als wir dann etwas bestellt hatten, sollten wir schon alles bezahlen, bevor wir ueberhaupt etwas auf den Tisch bekamen. Dies war uns bisher noch nirgends passiert und wir waren nicht dazu bereit. So verliessen wir den Ort und fanden spaeter dann ein anderes gemuetliches Plaetzchen wo wir beraten und bestens bedient wurden. Die gestrige Nacht verbrachten wir noch in einem anderen Hotel und heute frueh bekamen wir das Fruehstueck auf das Zimmer geliefert. Um 9 Uhr laeutete es und vor der Tuere stand eine Chinesin und ueberreichte uns zwei geflochtene Bambuskoerbchen. Darin war unser Fruehstueck: ein gekochtes Ei, ein ***skolben, ein halber Suesskartoffel und ein Beutel Milch. Tee und Wasserkocher hat es ja immer in den Zimmern.
Ich habe China bisher nicht alzu sehr ueber die Nase wahrgenommen. Natuerlich gibt es sie, die Duefte, aber sie waren fuer uns bisher weder in positiver noch in negativer Hinsicht wirklich einpraegend. Wenn man auf der Strasse unterwegs ist, da sind es halt schon die Abgase, die man wahrnimmt und vor allem auch die schwarzen Abgaswolken. In Lijiang da gab einen bestimmten Duft, dem man ueberall in der Altstadt begegnete: getrocknetes Yakfleisch, das an vielen Staenden in mehr als 20 Variationen angeboten wurde. Dort blieben wir nicht lange stehen, es roch doch eher penetrant.
Heute haben wir kein grosses Programm. Um 4 Uhr werden wir nochmals zusammen auf Entdeckungstour in der Umgebung gehen und nach einem geeigneten Restaurant Ausschau halten. Ich muss vorher noch einen Satz auf Chinesisch auswendig lernen: "Bu yao tai la!" d.h. "Nicht zu scharf, bitte!" Die Sichuankueche ist fuer ihre Schaerfe bekannt!
Morgen werden wir einen Tagesausflug mit einem Guide nach Leshan machen. Dort steht die weltgroesste Buddhastatue, 71 m hoch und 24 m breit, welche in den Jahren 713 bis 803 aus dem Fels herausgeschlagen wurde.
Anders und besonders
Geschrieben am 22.07.2010 um 08:31
Die Zeit eilt mir davon und ich finde kaum Zeit euch zu berichten. Ich machs heute kurz in einer halben Stunde beginnt unsere Weiterreise nach Changdu. - Nun das Wetter kann man nicht planen und auch nicht beeinflussen. So gibt es halt auch Aenderungen in unseren Reiseplaenen. Unsere Velotour konnten wir um einen Tag verschieben und konnten gestern bei besserem Wetter Baisha, ein Naxidorf und Dr. Ho besuchen. Darueber gaebe es Einiges zu berichten. Dr. Ho ist ein 87jaehriger Kraeuterdoktor, der weltbekannt ist wegen seinen Erfolgen. Sein Haus ist voll dekoriert mit Zeitungsartikeln in allen erdenklichen Sprachen. Bestimmt findet ihr unter Google etwas ueber ihn.
Nun mussten wir auch gerade unsere weiteren Reiseplaene aendern. Schweren Herzens erntschieden wir uns auf die Reise in den Nationalpark zu verzichten, da wir vom Reisebuero informiert wurden, dass das Wetter nicht gut ist. Wir moechten keine unnoetigen Risiken eingehen und es ist auch nicht so lustig hoch oben in den Bergen zu sein wenn es regnet und neblig ist. So werden wir also 4 Naechte in Chengdu bleiben und morgen mit dem Reisebuero ein neues Programm zusammenstellen. Bestimmt werden wir die Pandabaeren besuchen.
Seit wir in China sind, wird uns bewusst, dass wir anders und in den Augen vieler Chinesen besonders sind. Nicht selten passiert es, dass wir zum Fotosujet werden. Manchmal eher diskret und oft werden wir auch direkt angesprochen. Anna mit ihren hellen Haaren ist ausgesprochen begehrt.
Leider muss ich hier abbrechen, da der Chauffeur gekommen ist, der uns zum Flughafen bringt.
Bewahrt und beruehrt
Geschrieben am 20.07.2010 um 03:55
@ Roesly: Christian sagt es ist gut wegen dem Bild :)
Also zu aller Beruhigung: unsere Busreise ging gut, wenn auch nicht ohne Schrecksekunden. Wir sind sehr dankbar fuer alle Bewahrung. Habe vohin gerade mit einem amerikanischen Paar gesprochen, welches einen Tag vor uns dieselbe Busreise machte. Unsere Reise dauerte 3 1/2 Stunden, ihre 8 Stunden. Kurz vor ihnen ereignete sich ein Busunfall mit 4 Todesopfern! - Unsere weiteren Reiseetappen werden wir wieder mit dem Flugzeug zuruecklegen.
Zur Zeit regnet es und die Temperaturen sind bedeutend kuehler. Wir sind jetzt auf 2400m ueber Meer und uns erstaunt immer wieder die Vegetation auf dieser Hoehe. Auch hier werden noch Reis und ***s angepflanzt und es wachsen auch ****en hier. Unsere Unterkunft liegt in der schoenen Altstadt von Lijiang, ist aber bescheiden, klein und alles ist offen. Jetzt bin ich froh um den Faserpelz. Unsere Velotour haben wir jetzt mal auf den Nachmittag verschoben, in der Hoffnung dass es etwas aufhellt. Dies war auch die letzten 2 Tage so. Das Wetter kann schnell wechseln.
Die Altstadt von Lijiang ist sehr schoen mit vielen kleinen Gaesschen und Baechen und gehoert zum Unesco-Weltkulturerbe. In den Gassen hat es viele kleine Geschaefte mit einheimischem Handwerk. Es hat viele lauschige Plaetzchen aber eben auch viele Touristen. Gestern stattete ich wieder mal einem stillen Oertchen einen Besuch ab. Eine interessante Entdeckung: ich konnte zwar nicht sitzen, es gab jedoch einen praktischen Handlauf und vor mir einen kleinen Bildschirm auf welchem Musikclips abgespielt wurden :) Am Abend besuchten wir ein Konzert mit einheimischer Naximusik. Das war sehr eindruecklich. Ein Orchester bestehend aus 27 Musiker, groesstenteils alte Maenner, manche ueber 80 Jahre alt, die auf einheimischen Instrumenten spielten. Es war sehr interessant schon nur die verschiedenen Gesichter zu studieren, welche durch das Leben gepraegt wurden. Da haette man gerne mehr gewusst, was diese Menschen schon alles erlebt und durchgemacht hatten. Zur Zeit der Kulturrevolution war die Musik verboten und viele Instrumente wurden zerstoert. Das Orchester wurde Ende der 70er-Jahre von Xuan Ke, einem interessanten, gebildeten Naximusiker gegruendet. Er selber ist nun 82 Jahre alt, erschien selber auf der Buehne und erzaehlte aus seinem Leben. Wir sassen ganz vorne in der ersten Reihe und wurden prompt von ihm angesprochen und willkommen geheissen. Er erzaehlte, dass er 21 Jahre gundlos im Gefaengnis war. Nach dieser Zeit arbeitete er dann als Mathematiklehrer hier in Lijiang an einer Mittelschule und daneben machte er sehr viel Musik. Er gruendete auch einen Chor aus einfachen Landleuten und uebte mit ihnen westliche Werke ein. Am Ende des Konzertes wuenschte er allen Gottes Segen und auf zwei grossen Leinwaenden wurde ein Filmausschnitt gezeigt, von einer Auffuehrung dieses Chores. Sie sangen Haendels Halleluja aus dem Messias auf Chinesisch! Nach dem Konzert konnten wir noch mit Xuan Ke sprechen und nochmals wuenschte er uns Gottes Segen! Tief beruehrt verliessen wir diesen Ort.
Sister, brother, same family!
Geschrieben am 18.07.2010 um 02:32
Vom heutigen Tag gibt es zwei Highligths zu berichten. Trotz Regen machten wir uns mit einem Chauffeur vom Hotel auf den Weg in zwei Bai-Doerfer. Zuerst besuchten wir einen Markt. Zu Beginn kamen drei Frauen auf uns zu, die wirklich etwas aufdringlich waren und uns nervten. Aber sonst kann man hier das Geschehen gut beobachten und entdeckt viele interessante Szenen. Dann fuehrte uns der Chauffeur zu Fuss durch die verwinkelten Gassen zu zwei alten Haeusern mit Innenhoefen, die in der typischen Bai-Architektur erbaut sind. Wir durften dort auch Fotos machen, obwohl sie von Familien bewohnt sind. Im zweiten Haus begruesste uns ein aelterer Mann in gebrochenem English und hiess uns willkommen. In seinem Haus gibt es schoene Deckenmalereien und Schnitzereien, es ist klar ersichtlich, dass dies wohlhabenden Leuten gehoerte. Wie so viele andere Haeuser auch sollte es einfach renoviert werden. Am Schluss bat er uns, in seinem Gaestebuch einen Eintrag zu machen. Wir staunten nicht schlecht als wir neben dem Gaestebuch eine Bibel entdeckten. Wir sprachen ihn darauf an und er zeigte sie uns, eine englisch-chinesische Version. Er deutete uns, dass er sie lese und wir zeigten ihm auch, dass wir die Bibel lesen. Dann strahlte er und gab uns die Hand und sagte: Sister, brother, same family! Dann wollte er Christian eine Zigarette anbieten, fand es aber gut als Christian ihm sagte, dass er Nichtraucher sei!
Nachdem wir eine ruhige Mittagspause im Hotel verbracht hatten, machten wir uns nochmals auf den Weg, um die Altstadt von Dali zu erkunden. Der Regen hatte in der Zwischenzeit nachgelassen. Dankbar war ich, als wir nach mehrmaligen Versuchen an verschiedenen Bankomaten doch noch Geld beziehen konnten. Als wir vor dem Postgebaeude auf Anna und Magdalena warteten, wurde Christian von einem Mann angesprochen, welcher sofort entdeckt hatte, dass Christians Schuhe schon etwas abgenuetzt waren. Er nahm ein Doeschen mit Leim aus der Jackentasche und begann eine Naht an Christians Schuhen zu leimen. Dann lockte er Christian in eine Nebenstrasse und kurz darauf sass Christian auf einem Schemel und hatte nur noch einen Schuh an den Fuessen. Sogleich begann der Mann aus einem Pneu ein Stueck Sohle zuzuschneiden und an Christians Schuh anzupassen. Dann wurde geleimt und rundum genaeht und dann noch eingewachst. Nach dem ersten Schuh musste auch der zweite dran. Die Schuhe wurden perfekt geflickt, nur wurden durchs Naehen soviele Loecher in die Membran gemacht, dass wir daran zweifeln ob die Goretexschuhe weiterhin wasserdicht sind!!!! Fast zeitgleich hatte ein zweiter Schuhmacher ein hollaendisches Paar auf gleiche Weise "gefischt". Die Birkenstoek des Hollaenders mussten dran galuben und es wurde genaeht, dass das Zeugs haelt! Wir amuesierten uns herrlich und hatten ein kurzweiliges Gespraech mit dem hollaendischen Paar waehrenddem die Maenner auf ihre Schuhe warteten. Am Schluss musste noch um den Preis gefeilscht werden, da sie gar viel dafuer wollten. Sie erhielten je 100 Yuan, was wohl ein guter Preis war.
Das Paar faehrt von hier aus mit den Fahrraedern in den Tibet. Ein mutiges Unterfangen! Auch sie waren gestern mit einem Bus von Kunming nach Dali unterwegs. Sie erzaehlten uns, dass ihre Busfahrt nicht minder aubenteuerlich war als die unsrige. Auch sie waren dankbar heil in Dali angekommen zu sein. Mit dieser Information schaue ich dem morgigen Tag nicht mehr ganz so gelassen entgegen, da wir morgen nochmals eine Busfahrt auf dem Programm haben. Gluecklicherweise gibt es neuerdings eine Autobahn von Dali nach Lijiang. Hoffen wir, dass diese wirklich bis dorthin fuehrt und wir nicht nochmal so eine Ralleyfahrt erleben muessen!
Wenn Einer eine Reise tut....
Geschrieben am 17.07.2010 um 04:17
Nun der Samstag begann ganz angenehm. Im Hotel genossen wir ein reichhaltiges Fruehstueck und dann gins los auf die Taxijagd! Diese gestaltete sich aber als sehr einfach, im Gegensatz aum Vortag, und in kuerzester Zeit sassen wir im Taxi. Nach einer langen Fahrt kamen wir beim Busbahnhof an. Dies ist ein grosses Terminal mit vielen Bussen. Wieder kam der Sicherheitscheck und dann der Wartesaal. Wenn man die Tickets schon hat, ist es kein grosses Problem zum richtigen Bus zu gelangen. Man muss bloss das Ticket zeigen und schon sind die Leute behilflich und begleiten einen an den richtigen Ort. Unsere Busreise nach Dali sollte 5 Stunden dauern. Vier davon waren wir auf einer Autobahn unterwegs. Der Fahrer machte auf uns einen guten Eindruck. Vor dem Mittagshalt fuhr er mit dem Bus noch auf den Pruefstand und liess den Bus von unten pruefen. Das machte uns Eindruck. Waehrend 4 Stunden also genossen wir die Fahrt und den Ausblick in die wechselnde Landschaft. Wir fuhren durchs Dinosaurier Valley, ueberall an den Hauswaenden waren Dinosaurier aufgemalt. Spaeter kamen Doerfer, welche ihre Hauswaende mit grossen schoenen Mandalas schmueckten und noch spaeter waren dann ueberall an den Haeusern Pilze aufgemalt. Dann kamen wir in einen Stau vor der Mautstelle. Wir waren fast eine Stunde drin und dies bekam unserem Fahrer nicht gut! Nach der Mautstelle ging es auf gewoehnlichen Strassen durch Doerfer und ueber einen Pass. Der Verkehr war enorm. Es hatte viele Lastwagen und Reisecars unterwegs nebst dem Lokalverkehr. Unser Fahrer hatte wohl den Eindruck er muesse die Zeit wieder einholen. Was sich in der naechsten Stunde abspielte ist kaum in Worte zu fassen. Es musste einfach ueberholt werden, egal ob innerorts oder ausserorts. Niemand war so wichtig wie er und alle mussten ihm weichen. Fussgaenger, Radfahrer, Motorfahrer...wehe sie kamen ihm in die Quere und er musste wegen ihnen ein Ueberholmanoever abbrechen, dann schimpfte er zum Fenster raus. Fuer ihn gab es drei wichtige Dinge: die Hupe, das Gaspedal undmanchmal die Bremse! Wir hatten das Glueck, die vordersten 4 Sitzplaetze erhalten zu haben. Ich hatte gar die bessere Sicht als er. Vor lauter Schrecken vergass ich Angst zu haben! Wir hielten uns einfach fest und waren immer wieder erleichtert wenn es noch mal gut ging! Man darf sich nicht ausdenken was alles haette passieren koennen. Die Leute sitzen oft am Strassenrand, es sind Kinder dort und mal sahen wir einen Mann der gar neben der Strasse schlief! Nach einer Stunde kam gluecklicherweise nochmals ein kurzes Stueck Autobahn und der Spuk war vorbei. Der Fahrer wieder der Ruhige wie am Morgen. Er versuchte gar uns zu beruhigen, dass man dann telefonieren koenne weil wir ja verspaetet ankamen. Bald hatten wir noch den Eindruck, dass er sich wegen uns so ins Zeug gelegt hatte! Allerdings was man ihm lassen muss, er beherrschte sein Fahrzeug und koennte wohl dem Schumi zur Konkurrenz werden!
Am Busbahnhof wurden wir schon erwartet und zu unserem Hotel chauffiert. jetz logieren wir in einem schoenen tibetischen Hotel im alten Dali. Es ist ruhig hier. Dali hat eine befestigte Altstadt mit wunderschoenen Steinhaeusern die alle mit Muster und Ornamenten bemalt sind und mit schoenen geschwungenen schwarzen Ziegeldaechern. Es erinnert mich ein wenig an die schoenen Engadinerhaeuser. Abends genossen wir ein herrliches tibetisches Essen und Christian versuchte den Yakbuttertee.
Morgen muessen wir uns die Altstadt noch genauer ansehen und wir machen noch einen Ausflug zu zwei Bai-Doerfern am Erhaisee.
Der Kluge reist im Zuge
Geschrieben am 16.07.2010 um 02:15
Bevor ich euch von der Zugreise erzaehle, moechte ich mich bedanken fuer eure Rueckmeldungen, die mich immer sehr freuen und mich natuerlich animieren weiter zu schreiben. Alle die sich um meinen Gesundheitszustand sorgten kann ich nun beruhigen. Es war kurz aber heftig, doch nun bin ich wieder voellig fit. Auch ist jetzt hier das Klima bedeutend angenehmer, schoen warm mit stets einer leichten Brise aber wir kommen nicht mehr so ins Schwitzen und die Luftfeuchtigkeit ist nicht mehr so hoch.
Nun sind wir also in Kunming, der Partnerstadt von Zuerich, wie uns ein Chinese heute Abend im Park erzaehlte. Kunming ist eine "kleinere" Stadt mit 4 Mio. Einwohnern. Gestern waren wir noch in Ping' an, einem autofreien 800-Seelendorf! Dazwischen liegen Welten.
Wir wurden also gestern, wie abgemacht um punkt halb eins von unseren Tragekorbfrauen im Hotel abgeholt. Jede buckelte wieder genau dasselbe Gepaeck wie 2 Tage vorher! Beim Parkplatz wurden wir von unserem Chauffeur erwartet, der uns dann an den Bahnhof von Guilin brachte. Er war ein sehr sorgfaeltiger Fahrer. Durchschnittsgeschwindigkeit war 60 km/h, was wir einerseits zu schaetzen wussten, andererseits uns gestern ein bisschen auf Trab hielt, da wir nicht genau wussten, wie lange wir brauchten um rechtzeitig den Zug zu erreichen. Aber unsere Unruhe war voellig umsonst, er hatte die Zeit im Griff und wir kamen rechtzeitig an. Die Tickets hatten wir bereits, so mussten wir dann durch die Sicherheitskontrolle und dann in einen Wartesaal gewiesen. Es blieb noch kurz Zeit, sich draussen an einem kleinen Stand mit Instantnudeln, Getraenken und Guetzlis einzudecken. Eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges wurden wir dann abgeholt und von eleganten Damen in Bahnhofsuniform zum Bahnsteig begleitet. In China darf man nur mit einem gueltigen Ticket den Bahnsteig betreten. Zu jedem Wagen gehoert mindestens eine Zugbegleiterin, die dann die Tickets kontrolliert. Wir fuhren im Softsleeperzug (1.Klasse) aber die Betten waren trotzdem hart. Softsleeper sind 4er-Abteile mit einer Tuere. Im Hardsleeper faehrt man in 6er-Abteilen und die Abteile sind zum Gang hin offen. Wir genossen unseren Komfort. In jedem Wagen gibt es eine Stelle wo man kochendes Wasser holen kann und so sein Essen, Tee oder Kaffee zubereiten kann. Das ist ganz praktisch und die Instantnudeln waren sehr gut. Die Becher sind auch doppelt so gross wie diejenigen die man in der Schweiz kaufen kann. Im Zug ertoent auch stets irgendwelche Musik aus dem Lautsprecher, die man aber im Softsleeper auch mit einem Regler ausblenden kann. Nach einer kurzen Nacht gnossen wir dann bei Tageslicht den Blick aus dem Fenster und die immer wieder wechselnde Landschaft. Das war wirklich schoen! Kurz vor Mittag kamen wir dann in Kunming an und standen einen Moment etwas hilflos in der grossen Menschenmenge, da wir erwarteten, dass wir abgeholt wuerden, aber da war nirgends einer unserer Namen auf den vielen Schildern die uns entgegegehalten wurden. Schliesslich realisierten wir, dass wir den Transfer zum Hotel selbst arrangieren mussten. Wir nahmen ein Taxi, einen VW Jetta, unsere 4 grossen Koffer hatte alle im Kofferraum Platz aber der Deckel ging nicht mehr zu. so fuhren wir halt mit offenen Kofferraumdeckel durch die Stadt. Im Hotel angekommen, war alles wieder perfekt. Wir waren bei ihnen registreirt und uns wurden bereits die Bustickets fuer die morgige Weiterreise ausgehaendigt. Bis jetzt hat wirklich alles, was wir ueber unser Reisebuero per Internet gebucht haben, bestens geklappt und alle Unterkuenfte sind gut.
Heute Nachmittag gingen wir noch in einen wunderschoenen Park. Wieder mussten wir uns das Taxi selber organisieren. Dazu schickte man uns an die Hauptstrasse mit dem Hinweis, es sei ganz einfach ein solches zu finden. Nun an Taxis fehlte es ueberhaupt nicht, aber entweder waren sie schon besetzt oder wir standen an der falschen Stelle oder jemand anders war schneller als wir. Schon wollten wir aufgeben, als nach 20 Minuten endlich ein Taxi hielt und uns mitnahm. Der Park war ein Erlebnis. Ueberall waren Musikgruppen, die um die Wette sangen und spielten. Dicht nebeneinander und alle gleichzeitig. Das war ein ganz besonderes Klangerlebnis. Der Aufwand dorthin zu kommen hat soch absolut gelohnt. Dazu einmal mehr die wunderbaren Lotusblumen und Seerosen. Wunderschoen!
Morgen geht unser Abenteuer weiter mit einer 5stuendigen Busreise nach Dali. Um zum Busbahnhof zu gelangen muessen wir uns wieder an der Strasse ein Taxi fischen. Damit wir dann auch rechtzeitig dort sind, werden wir schon um 8 Uhr am Strassenrand stehen! Um halb 10 Uhr faehrt der Bus!
Staegeli uf, Staegeli ab
Geschrieben am 14.07.2010 um 02:55
Die letzte Nacht ging - Ohropax sei Dank - gut vorbei. Heute Abend ist es bedeutend ruhiger im Haus da die Chinesengruppe bereits wieder abgereist ist! Heute Morgen um 9 Uhr starteten wir zu unserer Wanderung durch die Reisterrassen. Eine 30jaehrige Mutter aus dem Dorf war unsere lokale Fuehrerin. Am Morgen war die Rede davon dass die Tour etwa 4 Stunden dauern wuerde wobei nach 2 Stunden ein Zwischenhalt mit kleiner Verpflegungsmoeglichkeit bestehen wuerde. In unseren Rucksaecken waren unseres Erachtens genuegend Wasser, eine Banane,getroscknete Mangos und ein paar Belvita. So gings dann los. Gluecklicherweise war der Himmel etwas bedeckt aber es war dennoch sehr heiss. Soviel geschwitzt wie hier habe ich wohl noch kaum. Aber die Wanderung war sehr abwechslungsreich und schoen. Der Weg fuehrte meist ueber Steintreppen und -pfade. Von 800 Hoehenmeter stiegen wir bis auf 1120 m ueber Meer. In Wirklichkeit haben wir aber einiges mehr an Hoehenmetern zurueckgelegt, da es immer wieder rauf und runter ging. Nach 3 Stunden erreichten wir ein anderes Dorf wo wir einen kurzen Halt machten. Dort konnten wir uns wieder mit Wasser eindecken, da wir unser Wasser bereits alles getrunken hatten. Auch konnten wir ein paar Biskuits kaufen, aber viel mehr gab es nicht. In diesem Dorf, das sehr abgelegen von der Zivilisation liegt gibt es kein Restaurant und bei jemandem privat essen zu gehen war fuer uns keine Option. Das Dorf hat schoene alte Haeuser, ist aber sehr ungepflegt und schmutzig. Ueberall liegt der Abfall herum, fuer uns unbegreiflich. - In diesem Dorf lebt eine andere Minderheit. Ihre Frauen haben alle sehr sehr sehr langes Haar, das sie dann zusammendrehen und wie einen Turban um ihren Kopf legen und knoten. Gegen 10 Yuan, das sind etwa 2 Franken, oeffnen sie ihre Haarpracht und zeigen es den Touristen. Schon lange wurden wir unterwegs immer wieder gefragt ob wir ihre Haare sehen moechten. Wenn wir verneinten waren sie nicht sehr gluecklich. Als wir dann einmal nachgaben und einer Frau sagten wir moechten ihre Haare sehen, kam sofort schon die zweite angeeilt, welche uns vorher auch schon gefragt hatte. So bezahlten wir dann halt Beide. Nach dem Zwischenhalt im Dorf hatten wir die Wahl umzukehren oder noch weiter zum naechsten Dorf zu wandern. Da es zeitlich keinen Unterschied machten gingen wir weiter zum naechsten Dorf. Wir haben diesen Entscheid nicht bereut. Der Weg war zwar anstrengend aber wunderschoen. Zwischendurch machten wir kurz Pause und unsere Fuehrerin erzaehlte uns viel Interessantes ueber die Region und Land und Leute. Sie weiss sehr viel und konnte recht gut Englisch. Besonders interessant machte es aber die Tatsache, dass sie auch sehr an uns und unserer Lebensweise in der Schweiz interessiert war. Immer wieder sagte sie, was ihr hollaendische Touristen erzaehlt hatten und wollte wissen ob es bei uns auch so sei. Sie ist auch stolze Besitzerin eines Schweizer Taschenmesser, das sie mal als Geschenk erhielt. Umso groesser war die Freude als sich herausstellte, dass Christian genau dasselbe Messer bei sich hatte, bloss das Eine war rot, Ihres war blau. Unsere Tour dauerte schlussendlich ganze 9 Stunden bis wir wieder zurueck im Hotel waren. Reine Wanderzeit hatten wir gut 6 1/2 Stunden. Bei der Anzahl Treppenstufen koennen wir mindestens mit der Niesentreppe mithalten und die zurueckgelegte Distanz betraegt 12 km. Am Ende der Wanderung hatten wir noch eine Taxifahrt von ca 50 Minuten entlang einer Schlucht raus aus dem einen Tal und dann beim anderen Tal wieder hoch bis nach Ping'an. Dann nochmals ca 10 Minuten Treppen hoch bis zum Hotel. Als Erstes unter die Dusche und dann ein gutes Essen. Das haben wir uns heute wirklich verdient! Die Reisfelder sind sehr schoen und diese Reisterrassen gibt es schon seit 700 Jahren. Unglaublich und diese Orte sind so abgelgen. Unterwegs versuchten wir auch immer wieder Fotos von den wunderschoenen Schmetterlingen zu machen, aber das war nicht einfach! Es gibt so schoene und farbgige Schmetterlinge wie man eben im Papillorama sieht und Temperatur und Feuchtigkeit sind uebrigens durchaus vergleichbar.
So morgen werden wir um 13 Uhr abgeholt und zum Bahnhof in Guillin gebracht. Dann folgt eine 18stuendige Bahnfahrt mit dem Softsleeper-Zug nach Kunming. Kunming liegt etwa auf 2000m ueber Meer an den Auslaeufern des Himalaja.
Ueberraschungen
Geschrieben am 13.07.2010 um 03:39
Von denen gabs heute Verschiedene. Zum Beispiel dass ich nun tatsaechlich schon wieder Internetzugang habe wenn ich auch ganze 20 Minuten warten musste vom Aufstarten bis ich nun endlich auch drin bin. Ich sitze hier in einem Abstellkaemmerli unseres Hotels zwischen Reissaecken, Tragekoerben, Bettwaesche, Kinderspielzeug, Haarfoenen, Waesche und sonst irgendwelchem Ramsch.
Wir hatten eine fuenfstuendige abwechslungsreiche Fahrt im Minibus bis hierher nach Ping' an. Es war eine Fahrt in die Berge, zum Teil so aehnlich wie die Strasse auf den Beatenberg. Ping'an liegt auf 800 m ueber Meer.In dieser Region leben verschiedene Minderheiten. Angekommen bei einem Parkplatz voller Busse und vielen Leuten kam die erste Ueberraschung. Kaum waren wir angekommen war unser Auto schon umringt von einer Gruppe einheimischer Frauen. Noch bevor wir realisierten wie uns geschah, waren unsere Koffer direkt aus dem Kofferraum schon auf ihren Tragekoerben befestigt und gebuckelt. Dann ging der Fussmarsch los. Etwa 20 Minuten bergan ueber Steintreppen. Wir haetten auch die Moeglichkeit gehabt, uns in Saenften hochtragen zu lassen! Wir hatten fast ein schlechtes Gewissen, wenn wir diese kleinen zierlichen Frauen mit unseren schweren Koffern auf dem Ruecken den Berg hochsteigen sahen. Schon unterwegs wurde ausgehandelt wann wir wieder zurueckgehen, damit sie dann auch wirklich unsere Koffer wieder heruntertragen duerfen. Das ist hier ein Geschaeft und jede kaempft um ihren Verdienst! Oben angekommen, eine weitere Ueberraschung: wir hatten uns auf eine berghuettenaehnliche Unterkunft eingestellt und dann dieses Hotel. Die Zimmer lassen keine Wuensche offen, selbst Klimaanlage und Ferrnsehen sind vorhanden und natuerlich auch Dusche und Toilette. Ein Balkon mit Blick in die Reisfelder. Draussen kraehen die Haehne um die Wette, gegenueber sind zwei Schweine. Auch die Geraeusche sind anders. Immer wieder hoert man diese Frauen miteinander schwatzen. Nun ja schwatzen toent in unseren Ohren aber wie schreien! Und jetzt in der Nacht ist es ein grosses Froschkonzert draussen.
Hier sind wir auch das erste Mal Schlangen begegnet, die in dieser Jahreszeit besonders in der Abendzeit aktiv sein sollen. Nun, diese waren nicht so aktiv, warteten sie doch in Gittern eingesperrt neben dem Grill auf ihr heisses Ende, um nachher auf einem Teller serviert zu werden!
So morgen gehts auf eine Wanderung durch die Reisfelder. Mal sehen wie die Nacht wird. Mit uns ist noch eine chinesische Gruppe einquartiert. Chinesische Gruppen sind einfach laut!!!!
Handbemalte Faecher
Geschrieben am 12.07.2010 um 03:51
Den heutigen Tag gingen wir etwas geruhsam an. Mein Speisezettel bestand heute vorwiegend aus Joghurt, Bananen, Reis und Coca Cola. Ich war doch schon wieder so gut auf den Beinen, dass wir einen kleinen Ausflug per Taxi wagten. Wir fuhren nach Fuli, ein kleines Dorf welches bekannt ist fuer die Herstellung der wunderschoenen Faecher. Wir besuchten dort ein kleines Familienunternehmen und bestaunten die Kunstwerke. Mit viel Liebe zeigte uns die Frau die Faecher und Wandbilder und erklaerte gleich wer sie gemalt hatte. Wir schaetzten es, fuer einmal nicht das Gefuehl zu haben, dass wir bedraengt werden. Wir hatten auch wirklich Zeit uns alles anzuschauen und dann auch etwas auszuwaehlen. An anderen Orten wird man schon beim ersten Anblick der Gegenstaende gefragt ob man es kaufen moechte. Den einen Faecher den wir kauften hat die Grossmutter bemalt. Bevor die Frau diesen in die Schachtel legte, verabschiedete sie sich mit einem Kuesschen von ihm! Dann gingen wir noch ueber einen Markt und dann zurueck nach Yangshuo. An der Weststreet gibt es alles Moegliche zu kaufen. Etwas Muehe bereiten uns noch die Preise. Wir sind uns einfach das Maerten nicht gewohnt. Aber auch wenn wir wohl hie und da zuviel bezahlt haben, ist es alleweil fuer unsere Verhaeltnisse noch sehr billig. Wir staunen immer wieder wie guenstig wir essen koennen. Eine volle Mahlzeit inklusive Getraenke kostet uns in der Regel etwa 10 Fr.
So morgen gehts weiter zu den welthoechsten Reisterrassen, nach Ping'an. Dort bleiben wir zwei Naechte und anschliessend fahren wir per Nachtzug von Guilin nach Kunming. Vermutlich werde ich in dieser Zeit keinen Zugang zum Internet haben. Aber man weiss ja nie....
Euch in der ebenfalls heissen Schweiz wuensche ich eine gute Zeit. Ich freue mich immer ueber eure Kommentare!
Nicht ganz so paradiesisch...
Geschrieben am 11.07.2010 um 12:35
...war der Ausflug zu den Kormoranfischern, den haetten wir uns ersparen koennen. Das war alles andere als romantisch sondern nur eine Touristenfalle. Zum Glueck habe ich am Vormittag auf unserer Bambusboottour am Ufer noch einen autentischen Kormoranfischer gesehen.
Auch nicht ganz so paradiesisch war letze Nacht und heute mein Gesundheitszustand. Ich hatte Probleme mit der Verdauung und der Hitze. Heute hatte ich praktisch den ganzen Tag geschlafen. Zum Glueck haben wir hier zwei freie Tage eingeplant und sind auch gut umsorgt. Jetzt geht es mir auch schon wieder etwas besser. Christian, Anna und Magdalena haben die Ruhe hier genossen. Es ist ein guter Ort zum Ausspannen.
@Martin: Die Fotos hat Donna ins Netz getan nicht ich ;) In Zukunft musst du dich mit den Bildern auf Google begnuegen und dann nach unserer Reise halt mit einer Fotovisite!
Paradiesisch
Geschrieben am 10.07.2010 um 11:54
Seit gestern sind wir nun in Yangshuo am Yulong-Fluss. Der Flug ging gut . Ich war sehr erleichtert als uns tatsaechlich am Flughafen ein Guide erwartete und uns ins 67km von Guilin entfernte Yangshuo brachte. Wir wohnen hier in einem wunderschoenen Ecohotel direkt am Fluss. Die Szenerie mit den vielen Karstbergen, den Bambusflossen, Bambus, ****en und Bananenstauden ist einfach paradiesisch. Und so auch das Essen. Es ist ein Ort zum Ausspannen.
Heute morgen fuhren wir mit den Fahrraedern entlang des Flusses und genossen dann eine eineinhalbstuendige Flossfahrt. Wunderbar! Es geht dabei auch ueber kleine Schwellen und mindestens die Fuesse werden dabei nass. Bei jeder Schwelle gibt es Einheimische auf mit PC installierten Flossen. Sie machen Fotos von der Ueberquerung der Schwellen und wollen dann die Fotos verkaufen. Ueberall unterwegs versuchen sie einem auch Wasser und Bier zu verkaufen. Hello, hello, water, beer...
Nach der Flussfahrt gings dann weiter per Rad zum Moonhill, einem Berg der oben ein grosses sichelfoermiges Loch hat. Trotz sehr grosser Hitze und Luftfeuchtigkeit wagten wir den Aufstieg. Ueber gut hergerichtete Steintreppen fuehrt der Weg in einer guten halben Stunde nach oben. Der Aufstieg wurde uns "erleichtert" durch vier Frauen welche uns ungefragt begleiteten und 1:1 Betreuung machten. Sie gingen mit einem Faecher neben uns her und faecherten uns Luft zu. Auch trugen sie gekuehltes Wasser und Bier hoch und wollten dies dann natuerlich auch an uns verkaufen. Da Magdalena genuegend Getraenke selber bei sich hatte und nichts kaufen wollte war dann "ihre" Frau beleidigt obwohl sie ihr ein Trinkgeld gab. Da war die Begleitung nicht mehr nur paradiesisch.
Oben angekommen bietet sich eine grandiose Aussicht die alle Muehe und Unannehmlichkeit lohnt. Unbeschreiblich schoen. Nach dem Abstieg gabs wieder ein gutes Essen. (Uebrigens sind wir jetzt schon bald Staebchenprofis!) Dann radelten wir ueber Land zurueck zum Hotel. Unterwegs entdeckten wir Wasserbueffel die unter Wasser grasten. Das war ein spezieller Anblick. Beim Hotel angekommen gings als erstes unter die Dusche. Christian und Magdalena wagten sich draussen noch ins Flussbad, was jedoch nicht wirklich Abkuehlung brachte. Heute Abend gehen wir noch die Kormaronfischer beobachten. Darauf freue ich mich sehr.
Augenweide und Gaumenfreuden
Geschrieben am 9.07.2010 um 04:59
Das ist in etwa die Zusammenfassung des gestrigen Tages. Donnas Mutter zeigte uns wie man Dumplins (eine Art Ravioli) macht. So halfen wir dann tuechtig mit. Beim reichhaltigen Mittagessen konnten Augen und Gaumen geniessen. Es war das letzte gemeinsame Essen mit den Eltern von Donna. Es war schoen, diese Gemeinschaft zu pflegen und miteinander ueber "Gott und die Welt" zu sprechen. Donnas blinder Vater erfreute uns mit Eigenkompositionen am Klavier. Er ist Musikprofessor. Am Abend hat uns Donna zum chinesischen Fondue in einem schicken Restaurant eingeladen. Es war koestlich. Danach gingen wir noch auf das Expogelaende. Es hat sich absolut gelohnt. Es sind hier einfach ganz andere Dimensionen als wir Schweizer es uns gewohnt sind. Abends um halb neun hatte es immer noch sehr sehr viele Leute dort und beim Schweizer Pavillon standen sie um halb zehn immer noch in der Schlange um auf den Sessellift zu gelangen. Einmal mehr faszinierten uns Farben und Formen. Man kann in einen richtigen Fotorausch kommen. Den Gedanken an die unglaubliche Energieverschwendung muss man hier einfach mal ausblenden!
Heute morgen um fuenf goennte ich mir noch einmal das Spektakel des Marktes vor meinem Schlafzimmerfenster. "The same procedure as every day!"
Ob ihr schon jetzt in den Genuss von ein paar Bildern kommt kann ich euch nicht versprechen. Ich werds noch mal versuchen aber das ist halt hier nicht so einfach, da ich die chinesischen Zeichen auf dem PC nicht verstehe. In einer halben Stunde fahren wir los zum Flughafen und fliegen dann nach Guilin. Mal sehen wann ich euch das naechste Mal berichten kann. Unsere Lehrzeit mit Donnas Hilfe geht zu Ende. Von nun an muessen wir uns selber organisieren!
Der Himmel auf Erden
Geschrieben am 7.07.2010 um 05:00
Allmorgendlich werden wir aus unseren himmlischen Traeumen durch emsiges Markttreiben auf der Strasse direkt vor unserem Schlafzimmer geweckt. Ein wahrliches Schauspiel laesst sich da beobachten. Huete, Schuhe, Fruechte, Gemuese und gar lebende Huehner welche dann in ein Fass mit heissem Wasser getaucht werden bieten die Haendlier an. Ploetzlich packen alle aufgeregt ihre Waren zusammen und verschwinden eiligst die Strasse aufwaerts nicht ohne in der Hast auch noch einen Teil ihrer Ware auf der Strasse zu verlieren. Kurz darauf erscheint die Polizei mit einer Truppe von zehn Personen. Aha, der Markt ist illegal. Eine Stunde spaeter ist alles sauber gewischt und niemand ahnt was sich hier am Morgen abspielte. Morgen beginnt das Spiel wieder von vorne!
Heute Morgen machten wir uns schon um sieben auf den Weg nach Hangzhou, den sogenannten Himmel auf Erden. Die Reise mit Metro, Zug, Bus und schlussendlich noch Taxi dauerte ganze fuenf Stunden. Eigentlich waere es in etwa zweieinhalb Stunden machbar aber Donna hatte die falschen Fahrkarten gekauft und so ging es halt auf Umwegen dorthin. Wir wurden aber mit einem himmlischen Mittagessen belohnt. Dann gings an den Westsee. Zu Fuss kann man ueber einen langen Damm spazieren. Zuerst kaempften wir uns durch die Menschenmengen. Es ist schon ein kleines Kunststueck Fotos zu machen die den Eindruck hinterlassen als waeren wir die Einzigen die dort gewesen sind. Wir haben diese Illusion geschafft! Und dann versteht man weshalb dieser Ort den himmlischen Beinamen erhalten hat. Die Lotusblueten in grossen Mengen sind wunderschoen. Wir sassen am Rand des Sees, tranken Gruentee und blickten in ein Meer von Lotusblumen. Die ganze Szenerie dort ist unbeschreiblich. Abends um zehn waren wir wieder zurueck in Shanhai und wurden von Donnas Mutter mit einem kuehlenden Eis begruesst. Draussen waren es immer noch 29 Grad. Tagsueber war es heiss aber wir konnten viel im Schatten gehen und es wehte ein angenhmes Lueftchen. So kann man die Temperaturen gut ertragen.
Luxus
Geschrieben am 6.07.2010 um 03:41
Luxus ist auf einer Toilette sitzen zu duerfen! Sitzen nicht stehen, dies wird dann noch mehr zum besonderen Erlebnis wenn vor der Tuere eine wartende Gruppe schwatzender Chinesinnen steht welche vor lauter Ungeduld an die Tuere pocht. Vom Laermpegel schon gar nicht zu sprechen! Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen und dann einfach mit einem Laecheln den Ort verlassen. So ging das ganz prima. Luxus ist auch, auf der Terrasse von einem Starbucks Coffee zu sitzen, auf den Huangpu-Fluss zu schauen und guten Kaffee zu trinken. Fuenf Kaffees zum gleichen Preis wie vorher fuenf ganze Mahlzeiten! Shanghai bietet abertausende von Fotosujets. Die Chinesen verstehen es fantasievoll mit Bauformen und Lichtspielen umzugehen! Den Abend am Fluss haben wir sehr genossen. Morgen fahren wir mit dem Zug in 2 Stunden nach Huanzhou an den Westsee.
Shanghai
Geschrieben am 6.07.2010 um 04:30
Buchstaeblich mit Blitz und Donner sind wir gestern morgen in Shanghai gelandet. Alles ging gut und wir wurden von Donna und ihren Eltern sehr herzlich empfangen. Es sind so viele Eindruecke von einem einzigen Tag. Manches haetten wir auch so nicht erwartet wie es war. Eine besondere Erfahrung war die Anmeldung bei der Polizei. Um eine Kopie unserer Paesse zu erstellen mussten wir in ein kleines Geschaeft gehen und dann wieder zurueck zum Posten. Donna ist eine gute Reisefuehrerin. Ohne sie waren wir in dieser Stadt verloren. Weitere Eindruecke sind der Verkehr, welcher trotz viel Gehupe ruhig verlaeuft und die vielen vielen Leute im Yu-Garten und am Bund. Das absolute Highlight war der Bund bei Nacht und der Blick nach Pudong auf der anderen Seite des Flusses. Shanghai ist eine Nacht-Stadt. Die Lichter und das Farbenspiel sind unvorstellbar. Das muss man einfach erlebt haben! Ich geniesse auch die warmen Temperaturen, gestern war es auch gut ertraeglich. Mal sehen wie es heute wird, 34 Grad sind angesagt.
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