Ponyflachrennen am Strand und endlich ein Tukan!
Geschrieben am 29.12.2009 um 12:43
Frohe Weihnachten nachtraeglich an alle!
Nachdem wir Samara und Playa del Cocos hinter uns gelassen haben, waren wir etwas enttaeuscht vom Pazifik. Das hatten wir uns nun doch etwas spektakulaerer vorgestellt. Also weiter nach Manuel Antonio im Sueden, wo ein weiterer Nationalpark auf uns wartete. Dort entdeckten wir dann auch die ersten Pazifikstraende, die diesen Namen auch verdienen. Postkartenkitschidyll-Buchten, tuerkisblaues Wasser, einfach wunderwunderwunderschoen! Dazu eine Horde Affen, die direkt in den Baeumen am Strand herumturnen und Faultiere, Opossums und Agutis, die sich dazugesellen. Wir waren wieder versoehnt!
Nun sind wir den letzten Tag in unserer letzten Bleibe in der Naehe von Uvita. Hier haben die Straende nochmal eins draufgesetzt, kann ich euch sagen! Und die meisten davon nahezu menschenleer! Gestern waren wir mit dem Boot draussen, um Wale zu sehen. Und die Wale waren geschmeidig und zeigten sich tatsaechlich - d.h. erst hoerten wir sie....diese fantastische Quietschen! Und dann tauchten sie auf und machten ein wunderschoenes "Ester Williams-Synchronschwimmen" fuer uns, inklusive Flossenwinken....ich hatte fast ein bisschen Pipi in den Augen....! Nein, ich HATTE Pipi in den Augen!!!
Heute haben wir uns durch den Hotelgarten gekaempft und als ich das Geschrei in der Ferne von den Baeumen hoerte, wusste ich: Das Geraeusch kenne ich aus dem Dortmunder Tierpark! Und dann entdeckten wir sie, hoch im Geaest: Ein kleines Rudel Aras, zusammen mit einigen Herrn Nilssons! Wir sassen andaechtig am Strand und schauten ihnen zu. Aber trotzdem - immer noch kein Tukan! Ich war etwas traurig, bin ich doch fast nur fuer ihn nach Costa Rica gefahren!
Auf dem Rueckweg durch den dschungelaehnlichen Garten flatterte direkt vor mir etwas Grosses auf und setzte sich auf eine ****e - und da war er endlich, so unglaublich huebsch! Mein Tukan! Und wieder fast Pipi in den Augen... !
Da konnte der Tag nur noch durch einen Strandritt perfektioniert werden, und den hatte ich fuer den Nachmittag gebucht. Mit einem kleinen, aber strammen Pony-Gesellen ging es also in Richtung Playa. Nachdem ich erst etwas Bedenken ob seiner Galoppierfaehigkeit hatte, da er etwas fussfaul vom Stall wegschlich (das Phaenomen kennen wir ja auch vom Bibimann...), erwachte er, als wir den Strand erreichten. Von da an ging er ab wie Schmitts Katze! Vor wogenden Brechern und menschenleeren ****enstrand ging es im Ponyflachrennen dahin - ich habe vor lauter Freude noch "Biscaya" for mich hingesummt...ach, welch Glueck!
Der Ponyguide wollte mir noch sein Pferd geben, das waere noch schneller, das war wohl eine grosse Ehre fuer mich. Ich habe aber abgelehnt, man soll sein Glueck ja nicht ueberstrapazieren. Dafuer aber nochmal 2 Tukane auf dem Rueckweg, wieder direkt vor mir!
So geht der Tag heute zuende und morgen reisen wir zurueck nach San Jose, wo es abends noch eine Fiesta zu begucken gibt. Mittwoch trennen wir uns dann vom treuen Jimney II. und muessen wieder nach Hause in die Kaelte.....schnuefff!
Fotos folgen in Kuerze, damit man sieht, wie schoen es hier ist!
Falls ihr im naechsten Jahr noch nicht wisst, wo ihr euren Urlaub verbringen sollt.....Costa Rica ist mehr als eine Reise wert!
Pura Vida!
Anne und Sven
Platte Reifen und Abzocker in Rincon de la Vieja
Geschrieben am 22.12.2009 um 12:35
Liebe Gemeinde!
Wie ich gestern dem DW-TV entnommen habe, sind die Aussichten auf weisse Weihnacht daheim ganz gut...hier nicht so richtig, haha!
Aber genug der Haeme, hier der neueste Urlaubsklatsch!
Nachdem ich mich vom Canopy wieder halbwegs erholt hatte, sollte es am naechsten Tag weitergehen, von Sta. Elena nach Rincon de la Vieja im Nordwesten. Beim Einladen bemerkte ich die etwas schlaffe Huelle unseres rechten Vorderreifens...da war er also, der prophezeite Platten. Kees und Anouk, das Paerchen aus Holland, das wir auf unserer Tour immer wieder trafen, guckten besorgt, weil sie ja das gleiche Modell mit aehnlichen Schrottreifen hatten. Sie fuhren schon mal los (wie hatten das gleiche Hotel als naechste Station) und wuenschten uns viel Glueck. Zwei Jungs, flugs von der Hotelchefin herbeigerufen, wechselten aber flott und zogen den Ersatzreifen auf. Mit einer Empfehlung fuer eine Werkstatt (schliesslich hatten wir noch ca. 2 Std. Buckelpiste vor uns) machten wir uns auf, um das platte Ding wieder flott zu bekommen.
Nach 20 Minuten hatte der Chef den Reifen geflickt und wieder aufgezogen. Wir verliessen die Werkstatt und nach ca. 300 Metern machte es wieder "pffffffffffhhhhh"....! Da war das Ding so luftlos, das kein Meter mehr damit zu fahren war. Ich im Galopp zurueck zur Werkstatt, damit der Chef auf der Strasse wieder mal den Ersatzreifen aufziehen konnte. Bei naeherer Betrachtung auf den Patienten schuettelte der Chef mit dem Kopf und riet uns ab, mit diesem Reifen, auch geflickt, weiterzufahren.
Er rief bei der Mietwagenfirma an (sein Spanisch war einfach besser) und fragte, ob er einen neuen Reifen aufziehen sollte. Nach laengerer Diskussion untersagte uns die Mietwagenfirma, dort einen neuen Reifen aufziehen zu lassen. Wir sollten entweder 4!!! Std. warten, bis sie einen neuen Reifen bringen oder gefaelligst nach Liberia kommen, um dort zu wechseln. Um nicht im Dunkeln die Buckelpiste mit maroden Reifen fahren zu muessen (die anderen sahen auch nicht besser aus), fuhren wir also los und hofften, ohne Panne die Strecke zu ueberstehen. Der Chef und seine Chefin aus der Werkstatt guckten uns sehr mitleidig an und wuenschten uns viel Glueck....
So fuhren wir also noch vorsichtiger also sonst die Buckelpiste und kamen schliesslich ohne Panne in Liberia an der Mietwagenfiliale an. Wir bemaengelten ausserdem das Lenkrad, dass bei 70 km/h immer anfing, zu wabbeln. Ohne Gezicke bekamen wir auf einmal ein ganz neues Auto, leider das gleiche Modell. Da schien der alte Karren wohl doch nicht mehr ganz so frisch gewesen zu sein, wie bei der Uebergabe behauptet...!
Weiter ging es die Panamericana nach Rincon de la Vieja, einem Nationalpark im trockenen Nordwesten. Einmal abgebogen von der gut geteerten Strasse, ging es wieder rauf auf eine echte Dirtroad, die so staubig war, dass man die Hand vor Augen kaum sah. Wir bogen an der vorgeschriebenen Stelle auf eine abenteuerliche "Auffahrt" steil bergauf ab und konnten nicht glauben, hier unsere neue Unterkunft zu finden. Belohnt wurden wir mit der bislang schoensten "Absteige" unserer Tour - einer traumhaften kleinen Villa oben auf einem Huegel mit wunderschoenem Garten, Naturstein-Pool und Hunden, Katze und Papagei.
Dort warteten schon Kees und Anouk und berichteten uns von ihrem platten Reifen - genau auf der Strecke weg vom letzten Hotel! Wir trafen auch Mutter und Tochter aus Paris wieder, die ebenfalls die gleiche Tour hatten. Abends liessen wir uns draussen an einem riesigen rustikalen Esstisch nieder, bekamen von Yves, dem belgischen Leiter des Hauses und seinen costaricanischen Koechinnen ein exquisites Dinner serviert und berichteten von den neuesten Reiseerlebnissen.
Am naechsten Tag ritten Sven und ich mit Jose Luis, der uns Paloma und Chonchita mitbrachte, auf einen wunderschoenen Trail durch den Nationalpark. Die Stuetchen war gut im Futter und vor allem in bester Kondition, denn sie konnten wirklich klettern wie Bergziegen! Das war auch noetig, denn die Strecke fuehrte steil bergauf und bergab, ueber Geroell und Felsen sowie felsige Flusslaeufe. Jose Luis fuehrte uns zu 2 Wasserfaellen und hatte freundlicherweise Handtuecher eingepackt, denn am 2. Wasserfall hiess es raus aus den Reitbuxen und ab ins kuehle Nass! Hier traf Sven dann auch endlich seine heissersehnte erste Schlange im Wasser, direkt vor ihm! Erstaunlich schnell war er aber dann auch wieder raus aus dem Nass, haha!
Wieder am Hotel angekommen, trafen wir Artie, ein weiterer lustiger hollaendischer Neuankoemmling. Gemeinsam beschlossen wir, am naechsten Tag frueh zum Nationalpark aufzubrechen, um die heissen Quellen und die Fumarole zu erklettern. Vor dem Park zahlt man 700 Colonnes, weil die Strasse ueber ein privates Hotelgelaende fuehrt und am Park dann weitere 10 Dollar Eintritt. Das war es aber wert, denn der Trail fuehrte ueber eine sehr schoene Strecke, in deren Verlauf man diverse Baumriesen und nach Schwefel duftende Vulkanquellen ansehen konnte. Zurueck am Parkplatz trafen wir eine amerikanische(?) Familie, die gerade mit Badetuechern einen Weg hochkam. Sie schwaermten uns von einem weiteren schoenen Bade-Wasserfall vor, den wir natuerlich auch noch mitnehmen wollten. Bei unserer Rueckkehr zum Auto wollte ein junger Mann dann weitere 10 Dollar von uns kassieren, weil der Wasserfall dem Hotel gehoert und wir Privatgelaende betreten haben.
Artie und wir weigerten uns, das Geld zu zahlen, weil dort zwar ein Schild stand, das besagte, dass es sich um Privatgelaende handelt, der Weg aber offen und das Schild von einem Auto zugeparkt wurde (Zufall?). Daraufhin sprach er in sein Walkie Talkie und meinte, die Polizei wuerde uns an der Ausfahrt erwarten. Dort war aber niemand und der freundliche Zaunmann wollte uns ohne weiteres ziehen lassen. ABER NICHT MIT COMMANDER! So fuhren wir zurueck zum Hotel und eroeffneten die deutsch-hollaendische Front. Im Hotel wusste man nichts von solchen "Kassierern" und sagte, obwohl es Privatgelaende sei, duerfe man natuerlich zum Wasserfall und ein paar Fotos machen.
Wir also, jetzt so richtig aufgestachelt, zurueck zum Parkplatz und den jungen Mann zur Rede gestellt. Der wurde ganz schoen zickig, wollte uns seinen Namen nicht nennen, sodass wir einfach ein Foto machten und wieder zum Hotel fuhren. Dort erkannte man ihn, er arbeitete tatsaechlich fuer das Hotel, war aber nicht befugt, Geld zu kassieren.
Kuriose Sache, die! Da sieht man aber wieder, dass Nepper, Schlepper, Bauernfaenger auf der ganzen Welt unterwegs sind!
An unserem Hotel angekommen, mussten wir uns direkt verabschieden (Artie hatte das Glueck, dort noch eine ganze Woche gebucht zu haben...) und weiter zum Pazifik, nach Samara zu fahren. Hier sind wir nun und haben heute ausser einem Strandspaziergang (im tropischen Regen, aber dennoch wunderschoen und der Pazifik hat lauschige Badewannentemperatur!) mal gar nichts gemacht. Auch ganz nett.
Morgen frueh brechen wir auf nach Playa del Coco, wo Sven direkt ab Mittag noch 2 Tauchgaenge absolviert. Hoffen wir mal, dass bis dahin wieder ein wenig Sonne rauskommt!
Also, haltet die Ohren steif und zieht euch schoen warm an  !
Liebe Gruesse,
Anne und Sven
Nasenbaeren und Nahtod-Erfahrungen
Geschrieben am 18.12.2009 um 01:59
Ola quetal!
In La Fortuna war es geruhsam. Neben einer kleinen Wanderung durch Dschungelmodder in Richtung Vulkan und abermals viel Regen gab es Entspannung in einer Therme, in der mehrere Wasserbecken mitten in den Wald eingelassen waren. Das Wasser wurde durch Vulkanhitze(?) erwaermt und hatte Badewannentemperatur - fehlte nur noch das Litamin!
Am naechsten Tag ging es weiter um den Arenalsee herum Richtung Monteverde/St. Elena. Der See ist ein Stausee und sehr schoen, von den Nebelwaeldern und Bergen drumherum kommen dicke Nebelschwaden herunter, die dem Ganzen ein bisschen schottisches Hochland-Feeling verleihen (da ich noch nicht im schottischen Hochland war, stelle ich es mir wenigstes so vor).
Auf dem Weg um den See gibt es mehrere Nasenbaeren-Truppen, die die Strasse bevoelkern und von den Touris (andere halten hier nicht mehr an) Futter schnorren. Im Reisefuehrer stand zwar, man soll nicht fuettern, aber ich konnte nicht anders und musste ihnen eine Nuss im Schokomantel geben....gut, dass ich Choppy wieder ausgepackt habe, so konnten nun 2 Nasenbaeren in den Rucksack  !
An dieser Stelle des Landes hat man das Gefuehl, durch den Schwarzwald oder tatsaechlich durch die Schweiz zu fahren, so gruen und bergig ist es. Manche Haeuser sehen auch ein wenig so aus. Dann nahm die Strasse endlich die erhofft-befuerchteten Dirtroad-Formen an und der Suzuki konnte zeigen, was sein Allrad so draufhat. Nach mehreren Kilometern hat man allerdings etwas Nacken von dem Geschuckel, dazu geht es immer steil bergauf und bergab, das Ganze mit scharfen Kurven und Serpentinen. Echter Fahrerspass!
In Sta. Elena angekommen, zogen wir in unser huebsches kleines, buntes Hotel ein und nahmen von dort die weitere Tagesplanung vor: Nebelwaldwanderung (Aufstehen: 5:45!) und nachmittags Canopy.
Bei der Nebelwaldwanderung durchstreift man wiederum ein Reservat, durch das die Wasserscheide von Pazifik und Atlantik verlaeuft. Dadurch entsteht ein sehr feuchtes, nebliges, mitunter sehr kuehles Klima. Ein T-Shirt war eindeutig zu wenig, wie ich feststellen musste....da schleppt man sein Fleeceteil durchs halbe Land, und wenn man es braucht, vergisst man es im Hotel....doesig!
Im Nebelwald hatten wir einen sehr kompetenten Fuehrer, der uns wieder viele Pflanzen und Tiere zeigte. Durch die Baumriesen zu wandern war ein bisschen so wie ein Hobbit sich bei den Antz (?) gefuehlt haben muss. Und ich traf meine erste Tarantel, die in einem Loch lauerte und vom Fuehrer mit einem Stock aufgescheucht wurde. Zu meinem Erstaunen hatte ich keine Angst, sondern fand sie eigentlich sehr huebsch. Die arme Spinne war wohl total genervt, weil gleich darauf noch ein Fuehrer mit Touris kam, der sie auch wieder aus dem Loch lockte....
Tatsaechlich sahen wir nach laengerem Nacken-Verrenken vom in die Baumwipfel gucken auch gleich 2 Quetzal-Maennchen, den sagenumwobenen Goettervogel der Inkas, mit dessen Federn sich deren Oberhaeupter schmuecken. Sie sind die Nationalvoegel Guatemalas, die haben aber leider keine mehr, deshalb kommen einige Guatemalesen hierhin, um das Voegelchen auf ihrem Geldschein mal in Echt zu sehen. Sehr huebsch und bunt, diese Goettervoegelchen! Am liebsten isst es kleine Miniavocados, die es nach einiger Verdauungspause wieder auskotzt, verzeihung, wiederkaeut. Durchs Fernglas des Fuehrers konnte ich diesen Vorgang beobachten - sehr interessant, gut, dass ich nicht direkt darunter gestanden habe!
Nach einer kleinen Mittagspause ging es dann zum heiss ersehnten Hoehepunkt des Aufenthalts: Canopy! Dabei bewegt man sich in einer Art Bergsteigergeschirr zwischen Baumwipfeln auf Drahtseilen von einer Baumkrone zur naechsten. Nach ein paar kurzen Uebungsstrecken kamen immer laengere und schneller Seile, sowie eine Haengebruecke und ein Tarzanseil. Das Tarzanseil hat mich wieder daran erinnert, warum ich nicht mehr Karussell fahren kann.....es war furchtbar und ich hab geschrieen wie am Spiess...! Fast haette ich wie ein Quetzal nach dem Essen gemacht.....Darauf folgten die letzten 2 langen Strecken, einmal 400 Meter und 700 Meter lang in ca. 120 Meter Hoehe. Ich hatte wirklich und ehrlich eine total volle Buxe....bei jeder Plattform habe ich ueberlegt, ob ich nicht doch wieder runtersteigen soll! Bei der letzten Strecke wird der Haken im Ruecken eingeschnallt, das heisst, man fliegt die Strecke wie im Vogelflug. Das wiederum war wunderschoen, wirklich wie fliegen, ueber ein tiefes, gruenes Tal und Bergen drumherum.
Zusammengefasst: Waehrend man beim Rafting ordentlich Adrenalin spuert, grenzte das Canopy fuer mich an eine Nahtod-Erfahrung....  Zwischen den Strecken wanderte man zur naechsten Plattform, und waehrend man noch ueberlegt, ob man nicht doch zu alt fuer den Quatsch ist, versteckten sich die Guides in den Bueschen und erschreckten einen zu Tode....ich war fix und foxy, sag ich euch! Sven fand es natuerlich toll und moechte jetzt auf Canopy-Guide umschulen.
Nach soviel Action und Adventure (Pura Vida heisst das ja hier) hatten wir uns ein leckeres tipical Casada (Costaricanische Mischplatte mit Bohnen, Reis, Fisch etc.) im Soda um die Ecke verdient. Nun lassen wir den Abend in einem zum Internet-Cafe umgebauten ausgedienten Schulbus ausklingen und schuckeln morgen weiter Richtung Rincon dela Vieja. Die Strasse dorthin soll auch nicht besser sein als die letzte...naja, gibt wohl wieder Nacken!
Hasta la Vista!
Anne-Kanne und Svenne-Penne
Bunte Tierwelt Costa Ricas, ein Schweinchen namens Choppy und Adventure-Rafting
Geschrieben am 14.12.2009 um 07:18
Liebe Daheimgebliebenen!
Tortuguero liegt hinter uns. Waehrend einer Bootstour durch die Dschungelkanaele und einem Spaziergang im Dschungel sahen wir Fledermaeuse, Leguane, Kaimane, Geier, Wasserschildkroeten, rote Froesche, rote Froesche mit Blue Jeans on (das sind die mit den blauen Beinchen), Affen, Faultiere, viele bunte und weniger bunte Voegel. Ein echtes Tierparadies! Auf die Mueckengeschwader bei der Dschungeltour zu Fuss haetten wir verzichten koennen, aber die wollen ja auch essen. Michael hat uns ein paar schicke Gummistiefel gegeben, die man auch dringend brauchte...im Dschungel is doch ganz schoen moddrig!
Das Tier, was mir allerdings am meisten gefallen hat, war das Haustier der Turtle Beach ***** in Tortuguero: Choppy, das kleine Hausschwein. Das lief wie ein Hund durch die Anlage und folgte jedem, der seine Mama imitieren konnte (die wurde leider vom Jaeger erschossen). Choppy sass auch beim Billard dabei und warf sich wie ein Hund auf die Seite, wenn es gekrault werden wollte....wenn man es nicht beachtet hat, ruesselte es mit seiner possierlichen Steckdosennase am Bein unter der Hose herum....ihr koennt euch mein Entzuecken wohl vorstellen...! Leider hat Sven die Geraeusche aus meinem Rucksack am Abreisetag gehoert und so musste ich Choppy wieder auspacken....
Am Samstag haben wir dann unser Mietauto bekommen. Svens Hoffnung auf ein Upgrade (Landrover Defender) wurde nicht erhoert und so meckert er staendig ueber den armen Suzuki Jimney, der aber brav seinen Job macht. Ich durfte als erste fahren und geriet prompt in eine Polizeikontrolle. Mit Lieb-Dumm-Gucken kommt man als Maedchen aber auch hier gut weiter und so liess uns der Officer nach Check unserer Paesse wieder fahren.
Auf dem Weg nach Sarapiqui fing es an zu schuetten wie aus Kuebeln und hoerte auch bis heute morgen nicht auf. Im Hotel in Sarapiqui blieben wir nur eine Nacht und sind heute morgen zur Rafting-Tour aufgebrochen. Da der Fluss, fuer dessen Bezwingung wir eigentlich vorgesehen waren, Hochwasser fuehrte, schickte der Veranstalter uns weiter zu seiner Filiale, kurz vor La Fortuna. Dort ist die Wetterscheide von Karibik und Pazifik, was bedeutet, dass es hier nicht so viel geregnet hat und der Fluss nicht ganz so voll ist. Mit dabei ein amerikanisches Paar, die uns begeistert von ihren Besuchen in Good old Germany berichteten: the Cologne Church, Neuswanstein, the tasty beer of Oktoberfest and Skiing in Stubai, also Bonn, the Capital of Germany. Auf meine Frage, ob sie auch in Berlin waren, fragten sie: No, where is Berlin? Well, this is the new Capital of Germany, since the Wall broke down....oh, the Wall broke down...never heard this...! Funny, diese Amerikaner !
Nachdem ich mich die ganze Zeit wie ein Schneekoenig aufs Rafting gefreut habe, kamen mir erste Bedenken, als ich den Fluss sah...ich kannte ja bislang nur gemaechliches Kanufahren auf der Ruhr! Der Rio Balsa (benannt nach den Balsa-Baeumen, die dort entlang wachsen, aus denen wird dieses Ultra-Leichtholz gemacht) kam schon etwas wilder daher...! Aber egal, we are here for adventure! Wofuer hatten wir schliesslich unsere komplette Globetrotter-Jack-Wolfskin-Montur mitgebracht?
Wir bekamen eine Schnelleinfuehrung (vorwaerts und rueckwaerts rudern, gar nicht rudern, bei Gefahr Ruder hoch und mit den Koeppen ins Boot) und rein ins Gummiboot, zwischendurch mit den Paddeln "Give me 5" machen und "Pura Vida" bruellen...). Unser Guide, Didier und der "Besenwagen", das war Rocky, der mit dem Kajak mitfuhr, um die Rausgefallenen zu bergen, machten einen kompetenten Eindruck. Didier was in a quite good shape, so dass Sven beschloss, auch mal gelegentlich ein paar Gummiboote aufzupumpen...;-)
So ging es direkt ab in die Stromschnellen.....man musste ganz aussen am Rand sitzen und die Befehle von Didier, dem Steuermann hinten befolgen. Ich war froh, dass so viel Wasser auf uns spritzte, sodass keiner meinen Angstschweiss roch...! Dazwischen dann mal schnell mit den Koeppen runter ins Boot (gut, dass wir Helme aufhatten, weil wir mit den Koepfen bei dieser Gelegenheit oefter zusammenstiessen) und der Amerikaner quiekte: Oh, Sven starts kissing me....! Wenn wir wegen der ganzen Felsen nicht weiterkamen, mussten die Maenner (Sven in Adiletten und er hat sie nicht verloren in dem reissenden Wildbach!) raus und das Boot wieder auf Kurs bringen. Rausgefallen ist aber gottseidank niemand und das passiert wohl nicht so selten!
Zwischendurch hielten wir am Ufer und es gab Saft, Wasser, Ananas und Kekse. Wer wollte, konnte sich mit seiner Rettungsweste in die Fluten werfen und ein Stueck den Fluss runtertreiben lassen. Die Jungs wollten natuerlich (Sven diesmal ohne Adiletten), ich hab es mal gelassen, da meine Knie noch so weich waren...! Die Faultiere, die in den Baeumen am Uferrand hingen, haben sich bestimmt koestlich ueber uns beoemmelt, falls sie kurz aufgewacht sind, um das Spektakel zu beobachten...wir haben gelernt, dass neben Schlafen und Fressen die einzige weitere Aktivitaet (ok, Fortpflanzung kommt noch dazu..) in ihrem Leben die ist, alle 3 Tage fuers Geschaeft vom Baum zu klettern und die Hinterlassenschaften zu verbuddeln....they must be english, sagte der Funny-Amerikaner dazu..:-)
Nach knapp 2 Stunden war der Spass vorbei und ich fix und fertig...das war schon ziemlich viel Adventure fuer den Anfang! Nach dem Klamottenwechsel wurden wir in ein kleines Soda ( so nennt man hier die lokalen Restaurants) gefahren und bekamen lecker Essen und Trinken (Reis und Bohnen waren natuerlich auch dabei!). Der Restaurantchef hatte kleine Wasserspender und Obst aufgehaengt, um das zahlreiche Kolibris zischten sowie wunderschoene blaue, rote und gelbe Voegel....Birdwatching direkt an der Strasse und dabei schmausen!
Als die Jungs von der Rafting-Agentur uns wieder an unserem Auto abgesetzt haben, ging es noch ein paar Kilometer weiter nach La Fortuna, in der Naehe des Arenal-Sees und gleichnamigen Vulkans. Hier wohnen wir jetzt bis Mittwoch in einem sehr huebschen kleinen Holzhaeuschen mitten im Wald, dazu eine spektakulaere Regenwald-Geraeuschkulisse. Morgen frueh geht es auf eine Hiking-Tour zum Vulkan und nachmittags in die Thermalquellen im Ort (die werden wohl von Original-Lava beheizt... ).
Erstes Zwischenfazit: Costa Rica ist sowohl an der Karibikkueste als auch im inneren des Landes sehr, sehr gruen, manchmal sehr, sehr feucht, die Menschen sind sehr freundlich und die Tiere sehr possierlich und fuer genuegend Adventure ist auf alle Faelle gesorgt!
Bin gespannt, wie es weitergeht. Im naechsten Streckenabschnitt soll es eine Menge bad Dirtroads geben....hoffe, der Suzuki laesst uns nicht haengen!
Viele Gruesse in die Heimat und "Pura Vida", wie der Costaricaner sagt!
Anne und Sven
Mit Captain Jack Sparrow am Strand...
Geschrieben am 11.12.2009 um 12:58
Hallo meine Lieben!
Nach etwa 24stuendiger Reisezeit haben wir es endlich geschafft, in San Jose anzukommen. Dank dem Wunder der Zeitverschiebung hat es aber eigentlich nur von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr abends gedauert. Auf dem Weg haben wir festgestellt, dass amerikanische Airlines auch Stewardessen ueber 50 eine Chance geben, diese waren allerdings nicht besonders freundlich.
In ***ark gab es wieder diverse Zettelchen auszufuellen, ob man Bomben mitfuehrt, Messer im Schuh versteckt haelt und aehnliches. Die Amis sind halt ganz schoen misstrauisch geworden.....ausserdem sind die amerikanischen Flughafenklos eine Katastrophe, jedes Tankstellenklo in Thailand war sauberer. Naja, egal, wir waren ja nur zur Durchreise dort.
In San Jose sind wir erstmal fix und fertig in unser geraeumiges Hotelzimmerbett gefallen, um am naechsten Morgen die Stadt zu erkunden. Diese ist wenig spektakulaer, allerdings ist das Nationaltheater ganz huebsch und das Cafe dort haelt hervorragenden costaricanischen Kaffee und leckeren Kuchen bereit.
Nach mehreren Anlaeufen haben wir es dann auch geschafft, die Geldautomaten zu bedienen....Knete abholen auf Spanisch ist gar nicht so einfach! Auf dem Weg zurueck zum Hotel haben wir Jose kennengelernt. Ein Rentner aus Michigan mit bolivianischen oder argentinischen Wurzeln, der nun, 79jaehrig durch Suedamerika reist, um eine huebsche Frau zu finden. Von mir war er aber auch ganz angetan, allerdings hatte er zuvor angeblich in der Wirtschaftskrise 2 einhalb Millionen Dollar in Aktien verloren...tja, Pech, Jose, da haette man vorher noch drueber reden koennen  !
Donnerstag morgen in der Frueh wurden wir von Alonso und Michael abgeholt, die uns gemeinsam mit einem hollaendischen und einem australischen Paar via Kleinbus Richtung Tortuguero gefahren haben. Wir haben unterwegs ne Menge gelernt, ueber costaricanische Vulkane, Bananenplantagen, Kaffee und Erdbeben. Das letzte gab es im Januar dieses Jahres und hatte immerhin 7kommanochwas auf der Richterskala. Es gab auch schon einen Vorgeschmack auf die heimischen Strassen, wobei die Buckelpiste, die wir entlangschuettelten, wahrscheinlich noch im Topzustand war, verglichen mit dem Rest.....!
Anschliessend stiegen wir in ein Moder, aehh, Motorboot um, das uns ca 2 std. lang durch die Kanaele bis nach Tortuguero fuhr. Das war schoen, fuer Boetchenfahrten bin ich ja immer zu haben, vor allem mit einer so schoenen karibischen Kulisse. Die Kanale sind natuerlich, haben sich also quasi selbst angelegt und dort hausen eine Menge Kaimane, Vogel, Piranhas und anderes Geviech. Das mit den Piranhas hat der Michael erzaehlt, wohl, um uns davon abzuhalten, die Finger ins Wasser zu stecken.
Angekommen an der Turtle Beach ***** gab es erstmal wieder Middach, die mittlerweile 3. Mahlzeit des Tages...mit Abmergeln will es hier wohl auch wieder nicht klappen...! Dann haben Sven und ich die Badehose angeworfen und sind an den Strand....wunderschoen! Riesige Wellen, ****en, das Meer lauwarm und weit und breit nur 2 Voegel und sonst keiner...damit es nicht allzu kitschig wird, ist der Sand schwarz statt weiss, was dem Ganzen einen leicht morbiden Charme verleiht.
Man erwartet eigentlich jeden Moment, dass Captain Jack Sparrow auf einem Rumfass an Land treibt....!
Das Internet hier in der ***** ist nicht allzu flott, deshalb gibt es leider erstmal keine Fotos...aber eigentlich ist es schon ein kleines Wunder, dass es hier ueberhaupt schon Internet gibt. Wie kommt das bloss hierhin...
Morgen, also Samstag frueh, heisst es wieder um halb fuenf aufstehen. Michael sagte es schon ganz richtig, we are not here for a vacation, you see! Dann flott einen Kaffee eingeworfen und ab in den Dschungel, mit Gummistiefeln, glaub ich....sollten wir zurueckkehren, koennen wir nachmittags noch Kanu fahren oder aber nochmal am Strand flaezen. Sonntag geht es dann zurueck nach Guapiles und dort holen wir unseren Mietwagen ab. Zu Svens Enttaeuschung keinen Landrover Defender, aber Allrad wird er schon haben....ich freu mich schon riesig auf die Buckelpisten!
Pferdchen habe ich hier am Strand uebrigens auch entdeckt, aber die guckten ziemlich missmutig, aehnlich wie Bibi also, und waren ziemlich klein und schmaechtig...nix fuer stramme Germanenweiber, leider! Ich waere doch so gern an diesem wunderschoenen menschenleeren Strand entlanggaloppiert! Naja, vielleicht wohnen ja am Pazifik ein paar kraeftigere Vertreter von Equiden.
Das war es dann erstmal mit unserem ersten Blogeintrag, ist ja sowieso eine Blog-Premiere fuer mich. Wir werden weiter berichten....!
Liebe Gruesse in die Heimat und zieht euch warm an .....
Sven und Anne
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