Mitten im Leben
Mitten im Leben...
Ich bin nun schon ein paar Tage in Hanoi und der erste Eindruck von Chaos schwindet, denn man erkennt langsam, auch als Europaer einen roten Faden im Getuemmel. Es hat naehmlich eifnach immer der Vorfahrt, der das wertvollere oder ,fuer andere, lebensbedrohlichere Gefaehrt besitzt. Die Menschen hier leben ein komplett anderes Leben. Es ist fuer mich eine ganz andere Welt. Das Leben spielt sich anders als bei uns nicht vor dem Fernseher ab, sondern auf der Strasse. Man handelt, trinkt, und trifft sich am Strassenrand. Ueberall ist bewegung. Eine kuenstliche Hektik, denn die menschen schauen hier nicht auf die Uhr. Sie tragen noch nichtmal eine.
Jeden Tag laufe ich zum knapp 500m entfernten Hoan-Kiem-See. Der See ist klein und ueberschaubar, bildet aber um sich herum das taegliche Zentrum Hanois. Es ist einfach schoen sich ans Ufer zu setzen und die Menschen zu beobachten. Morgen trifft sich die aeltere Generation zu taeglichen Tai-Chi Uebungen, Mittags wird es von vielen als Pausenort genutzt und Abends tummeln sich meist junge verliebte und Touristen um den See. Auch wenn die Geraeuschkulisse durch die vielen hupenden Mopeds drumherum ohrenbetaeubend ist. Hier findet man Ruhe. Am See hab ich auch Chinh kennengelernt. Sie ist 20 Jahre alt und lernt in Hanoi englisch und franzoesisch. Da wir uns auf Anhieb gut verstanden haben, hatte ich das Glueck dass sie mich am naechsten tag zu ihrer Familie eingeladen hat. Chinh hatte mich zwar gewarnt das die Verhaeltnisse 25km ausserhalb Hanois sehr viel aermer sind, aber so "krass" hab ich es mir nicht vorgestellt. Nach einer knapp einstuendigen Fahrt sind wir in Van Lam angekommen. Zuerst waren wir mit Chinhs cousin angeln und anschliessend waren wir bei ihrem Onkel und ihrer Tante zum Tee und Essen eingeladen. In einem Raum, der nicht groesser als mein *****zimmer war, haben sieben Menschen gegessen,gewohnt und geschlafen. Matratzen hat man keine und gegessen wir auf einer Bambusmatte auf dem Boden.
Durch ein dummes Missverstaendniss ist mir das passiert, was ich eigentlich vermeiden wollte. Ich habe Hund gegessen...
Chinh hatte mich warnen wollen und gesagt " It's dog!". Ich hab allerdings " It's duck!" (Was Ente bedeutet) verstanden und mir das erste Stueck mit dem Satz "It's okay. I like it." in den Mund geschoben. Dann hab ich gemerkt dass es gar nicht wie Ente geschmeckt hat und auch sehr viel zaeher war als selbst Schweinefleisch und in der gleichen Sekunde fiel mir ein das Vietnamnesen englische Woerter haeufig etwas anders betonen und ab dann wusste ich Bescheid, was ich gerade soeben runtergeschluckt habe. Ich war dann auch erstmal satt. Nach dem typisch vietnamnesischen Mahl, was noch aus Reis,Fleischpastete, Schweinefleisch und eine sehr gut schmeckende Gemuese-Algen-Art, kam die (fuer vietnamnesische Verhaeltnisse sehr alt!!) 73 Jahre alte Oma vorbei. Chinhs Oma hat Traenen gelacht als sie mich sah. Es war sehr unangenehm anfangs. Aber dann hat Chinh mir erklaert, dass sie doch tatsaechlich das erste mal einen "Nicht-Asiaten" sieht. Grosse Augen und lange, schmale Nasen war sie so wenig gewohnt, dass sie eine halbe Stunde lang mich nicht anschauen konnte ohne in Gelaechter auszubrechen. Sie hat so herzhaft gelacht,dass ich einfach mitlachen musste. Das ein Europaer sich im Dorf verirrt hat, hat sich schnell rumgesprochen und es fuhren mehr Mopeds am kleinen Hof der Familie, welcher aus einer Holzheutte, ein paar Schweinen und Gaensen bestand, als ueblich. Einfach nur aus Neugier. Weil ich auch der erste Europaer fuer viele junge Vietnamnesen war. Nach einer Runde Tabakpfeife und mir unbekannte Fruechte Pfluecken. Sind wir zur naechsten Tante im Ort, wo wir erneut zum Essen, Tee und Tabak einmgeladen wurden. Jedoch rauchen in Vietnam nur Maenner.Es hat keinen bestimmten Grund. Frauen tun es einfach nicht.
Ich war sehr beeindruckt von der Gastfreeundschaft die man mir entgegenbrachte und wie man mit mir alles teilte. Ob es das Essen, die Pfeife oder der gruene Tee war. Ich gehoerte irgendwie fuer ein Tag zur Familie. Mich hat es gewundert, dass ich weder Herpes noch sonst eine Infektion mit meinen eruopaeischen Magen abbekommen habe. Den die hygienischen Bedingungen waren einfach katastrophal. Hygiene kann man sich in Van Lam einfach nicht leisten. Das "Geschaeft" vwerrichtet man im Strassengraben. Geld fuer Geschrirrspuelmittel hat man nicht und Strom um verderbliches kuehl zu lagern faellt regelmaessig aus. Umschwaermt von Fliegen angelockt durch die Hitze und Essens-, und Schweissgeruch, ist es kein Wunder, dass der zweijaehrige Enkel an starken Hautauschlaegen udn Entzuendungen leidet. Dennoch habe ich eine glueckliche Famile erlebt und jemand voellig fremdes durchzufuettern war fuer sie kein Problem. Auch wenn es mir Leid tat um den Hund, dass ich ihn nicht hab ganz auf essen koennen. Bin ich Chinh sehr dankbar fuer diesen tollen Tag. Denn genau das wollte ich erleben. Dort zu sein wo sich sonst kein Tourist blicken laesst. Vietnamesen kennenzulernen ausserhalb der *****rezeption. Ich war mitten in Vietnam.










