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Elisabeth und Guido

Georgetown (Penang) 15.05.-18.05.

Geschrieben am 22.05.2009 um 12:38

Freitag, der 15.05.: Abschied vom Old Smokehouse mit einem weiteren üppigen English Breakfast, erweitert um einige Scones. Diesmal hatten wir also endlich einen privaten Transport. Um 12 Uhr holte uns ein freundlicher Fahrer im Hotel ab um uns in 4 1/2 Stunden bis nach Georgetown zu bringen. Er versorgte uns mit hilfreichen Infos zu den Sehenswürdigkeiten an der Strecke sowie zu Georgetown selbst und bot uns unterwegs allerlei gute Knabbereien. Einen Zwischenstopp legten wir an einer Autobahnraststätte ein, die ihresgleichen sucht: eine parkähnliche Anlage mit kleinen offenen Ziegelhäuschen in denen exotische Obstsorten ganz oder bereits mundfertig zubereitet angeboten wurden, das ganz für einen sehr fairen Preis. Wunderbar, so was sollten wir bei uns an der Autobahn haben.

Unser Hotel liegt in unmittelbarer Meeresnähe, quasi in der zweiten Reihe, dazwischen ist das legendäre Eastern & Oriental, über das wir von unserem Zimmer in 11. Stock aber locker drübersehen. Wir haben Meersicht durch eine riesige Fensterfront, das Hotel ist sehr passabel und es wird ständig irgendwo verbessert und renoviert. Zur Feier unserer Ankunft beschlossen wir, im hoteleigenen Drehrestaurant abendzuessen - die faule und leckere Variante für einen Ersteindruck und für einen Überblick über die Stadt. Eine Runde dauert ca. eine Stunde, wir kamen einmal bei Tageslicht und einmal bei Nachtbeleuchtung in den Rundumgenuss. Das Essen war passabel – wieder mal Buffet – die Atmosphäre war angenehm locker, wir lagen eher am oberen Ende der Altersskala bei den Restaurantbesuchern.

Samstag der 16.05.:
Heute war Sightseeing angesagt. Beim Frühstück gabs zum ersten Mal auch Japanisches Essen auf dem Buffet, genauso neu waren uns auch von einem Koch vor aller Augen hand-gedrehten Crepes, die aus einem kleinen Teighäufchen durch geschickte Kunstwürfe zu riesigen Fladen geformt, dann kunstreich gefaltet and anschliessend gebacken wurden. Schon allein die Performance war das Frühstück wert. Und gut geschmeckt hat’s auch: die Fladen nimmt man mit leicht scharfer Fleisch- oder Currysosse.

Zunächst waren wir erfolglos auf der Suche nach Schneidern, die uns für kleines Geld Kreationen nach Wunsch auf den Leib nähen würden. Wir waren wohl zu früh dran, zudem hatten wir den Eindruck, dass samstags ohnehin ein grosser Teil der Läden geschlossen bleibt. Die gewonnenen Zeit nutzten wir dann für die Besichtigung des Cheong Fatt Tze Mansions, dem traditionellen Haus eines im vorletzten Jahrhundert lebenden steinreichen Chinesen, das vor einigen Jahren für die Verfilmung von Indochine zweckentfremdet wurde. Die Führung, die ein bis zwei Mal am Tag stattfindet war auf jeden Fall lohnenswert. Die Hitze war im Freien in der Zwischenzeit sehr drückend, und so mussten wir den ganzen Tag über unsere Erkundungstouren durch mehrmalige Stopps in Cafes und Bars unterbrechen. Wir haben zwei Kleinode gefunden, zum einen das Cafe Edelweiss, wo man sehr informative Heritage Trail Stadtpläne zum Getränk quasi obendrauf bekommt samt nützlichen Infos zu Stadt und Land. Das man im Cafe neben Mövenpick Eis auch sonst noch allerhand andere schweizerische und deutsche Sachen bekommt (Käsefondue, Älpler Makronen, Öpfel Waia, aber auch Currywurst) muss nicht hinzugefügt werden. Wir haben uns aber beherrscht !!! 
Das Cafe ist eine wahre Oase, ruhig, grün kühl, wir können es nur wärmstens empfehlen. Eine weitere Bar, die uns begeistert hat ist das „Be At Ninety Two“, das von einem Serben und seiner malaysischen Frau geführt wird. Der Name geht auf einen ehemaligen serbischen Piratensender zurück, den der Barbesitzer in den frühen Neunzigern mit Freunden in Belgrad betrieben hat. Das Highlight der Bar ist demzufolge auch die Musikauswahl, die einfach gigantisch ist. Aleksandar und Guido haben sich in kürzester Zeit ihre gemeinsame Begeisterung für Paul Weller gestanden und wir haben wertvolle Tipps für den kostengünstigen Ausbau unserer heimischen Soundausrüstung erhalten.

Dazwischen war aber auch noch jede Menge Kultur (jaja, Paul Weller ist AUCH Kultur) – Tempel, Mansions von chinesischen Clans, aller erst vor kurzem restauriert und in einem phantastischen Zustand. Besonders Khoo Kongsi hat uns begeistert mit einer Vielzahl von kunstvollen Details, die man in einem Reisebericht gar nicht alle aufzählen kann. Der Rückweg führte uns durch Little India, wo man allerhand Nippes, Bollywood Filme und –Musik sowie „Prayer Material“ bekommt. Fusslahm erreichten wir gegen abend wieder das Hotel.

Zum Abendessen nutzten wir den Red Garden Food Court in der Nähe des Hotels wo wir eine sehr leckere lokale Suppenspezialität aus zweierlei Nudeln, Krabben und Schweinefleisch probiert und Unmengen Ananassaft in uns hineingeschüttet haben. Alles miteinander für knapp 4 Euro! Wieder setzte Regen ein und so retteten wir uns in eine der vielen Bars wo an diesem Abend das Matsch Manchester United gegen Arsenal London lief - aus diesem Anlass war in allen Bars in der Gegend der Bierpreis um die Hälfte reduziert. Wir haben das selbstredend genutzt. Bier macht müde – und so wurde nichts aus unserem geplanten Disco-Abend im Hotelkeller ;-)

Sonntags machten wir dann einen Ausflug auf den Penang Hill. Bei strahlendem Sonnenschein und fantastischer Fernsicht kamen wir an der Talstation der Schienenseilbahn an. Kurz nach Abfahrt verdunkelte sich der Himmel allerdings und als wir die Bergstation erreicht hatten regnete es bereits. Durch den Regen fiel die erwartete Abkühlung durch den Höhenunterschied von über 700 m geringer aus als erwartet. Es war vielleicht etwas kühler aber durch die Feuchtigkeit war das kaum zu spüren. Wir bewunderten einen Hindu Tempel, der mit einer ganzen Reihen Skulpturen einer Gottheit geschmückt war, die Guido irgendwie an Wolfgang Petry erinnerte. Die benachbarte Moschee löste keine derartigen Assoziationen aus.
Wir widerstanden der Versuchung, uns mit einer Schlange um den Hals fotografieren zu lassen und machten uns nach etwa eineinhalb Stunden wieder auf den Abstieg (zur Bergstation).
Glücklich wieder unten angekommen nahmen wir ein Taxi zum Ticketbüro der Langkawi Fähren um unseren Voucher gegen die Ti ckets zu tauschen. Das erste Büro war geschlossen, im zweiten hatte man solche Voucher wie unsere noch nie gesehen und im dritten schlug eine freundliche Angestellte einen Ordner auf und zog unsere 2 Tickets heraus. Anschliessend machten wir noch einen kleinen Gang durch Little India, den wir aber bald zu Gunsten eines Besuch des E&O Hotels abbrachen. Wir sassen dann dort eine Weile auf der Poolterasse, assen Fish & Chips und Cesar Salat zu durchaus akzeptablen Preisen.
Abends gönnten wir uns noch einige Drinks in der Hotelbar, in dem uns das fantastische Quartet, das wir schon vom ersten Abend aus dem Drehrestaurant kannten, hervorragend unterhielt.

Cameron Highlands, 13.05.-15.05.

Geschrieben am 15.05.2009 um 12:02

Unser Han-Van fuhr auf die Auffahrt des Smokehouse, was spontan etwas deplaziert wirkte - der gepflegter Rasen, üppige Blumenpracht, Nippes in Form von Statuen, Blumenkübeln etc., das ganze vor einem Haus im Tudor Stil. Wir wurden erwartet und bekamen auch sofort wahlweise lokalen Tee oder Kaffee angeboten - das passierte uns zum ersten Mal in diesem Urlaub. Auch das Gepäck wurde uns einfach so aufs Zimmer gebracht. Unser Zimmer bis auf einen etwas stilfremden Kühlschrank, der allerdings gut befüllt ist (ebenfalls ungewöhnlich auf unserer Reise) ganz im englischen Stil gehalten. Die Feuchtigkeit der Gegend hängt etwas in den Zimmern, Wärme bringt aber der Tee, der hier in guter Auswahl auf den Zimmern gebrüht werden kann. Draussen hat es inzwischen angefangen zu regnen - nicht nur Bindfäden sondern ganze Wollknäuel. In kürzester Zeit schon steht unten der ganze Rasen unter Wasser. Trotzdem ist die Kühle nach der Schwüle im Urwald äusserst angenehm.

Auf den Weg hierher haben wir mehrere Klima-, Pflanzen- und Gesteinszonen durchfahren. erst wechselte Urwald ab mit riesigen ****enplantagen, die die Hügel soweit das Auge reichte bedeckten. Hin und wieder verwandelten Kühe das Gelände unter den ****en in abgegraste Weiden, wobei sie Strassen jeweils für eine angenehme Rast auszuwählen scheinen. Mehrmals kamen wir Dank einer Zielbremsung des Fahrers noch rechtzeitig vor einer Kuhherde zum stehen. Gesehen haben wir auch Urwaldrodungen für die Anpflanzung neuer ****en. Dazu wird die sandige rote Erde terrassiert. Neuangelegte Plantagen sind ein sehr trostloser Anblick – winzige ****wedel die aus einem aggressiv roten Boden ragen…

(Falls im Text **** erscheint, dann liegt das wohl an der Software. Es sollte eigentlich immer "****" da stehen, wie in "****e", die grosse Pflanze mit den langen Blättern und den grossen Nüssen. Vielleicht steht das Wort ja auf dem Index...)

Dann führte unsere Strasse durch eine Landschaft, die aussah, als ob ein Gigant baumbestandene riesige Felsbrocken abgeworfen hätte – die Landschaft erinnert ein wenig an die Mogotes im westlichen Kuba.

Auf dem Weg in die Cameron Highlands bzw. nach Tana Rata, wo wir ca. 1'800 m Höhe gewannen, sind die Hügel mit wachsender Höhe dann immer grossflächiger mit Gewächshäusern bedeckt, manchmal geradezu ummantelt. Man zieht hier Blumen, Gemüse und Obst, vor allem aber auch Erdbeeren. Letztere scheinen zu einer Touristenattraktion geworden zu sein, man kann hier einfach ALLES Erdenkliche aber auch alles Unvorstellbare in Erdbeerform oder mit Erdbeeraufdruck kaufen. Dass Erdbeeren ausserdem auch noch im typisch chinesischen Rot daherkommen hat dem Erdbeer-Nippes-Boom sicher nicht geschadet. Eine Teeplantage haben wir auf dem Weg hierher nur gestreift, wir werden morgen auf unserer Tour sicher mehr davon sehen. Das setzt aber voraus. dass es aufhört zu regnen, wonach es im Moment beileibe nicht aussieht.

Halb so wild, wir sind hier gut aufgehoben, trinken Tee und lesen in unseren – teilweise wiedergewonnenen – Büchern.

Zum Abendessen gönnen wir uns dann ein echt englisches Menü: Muligatowny Soup (wie schreibt man das schon wieder?), Beef Wellington mit knackigem aber salzlosem Gemüse (ein Defizit, was sich beheben lässt), Fruit Crumble und Kaffee. Wir platzen fast! Aber wir haben durchaus passabel (und zu deutschen Preisen) gegessen. Dazu gab’s australischen Wein, der sehr lecker war.

Am nächsten Morgen wurden wir dann um Schlag neun zu unserer Tour mit einem 4x4 abgeholt. Im Auto sass bereits ein holländisches Ehepaar. Der erste Stopp unserer Tour fand mitten in den Teefeldern statt, die sich weit über bergiges und sehr steiles Gelände hinziehen. Gepflückt wird hier weitgehend maschinell und in den letzten Jahren mehr und mehr von Männern. Die Teeplantage, die wir später besuchten, ist die grösste in Malaysia -- trotz grosser Produktion kann aber der Bedarf nicht annähernd gedeckt werden. Wir haben zur Malaise beigetragen, indem wir grössere Mengen Tee eingekauft haben.

Dann ging es auf den Gung Brinchang, mit gut 2000 Metern der zweithöchste Berg der Gegend – man geniesst, einen Blick weit über Tee-, Obst und Gemüseplantagen, sieht, wie die Nebel aus den Tälern aufsteigen.  Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher in den Mossy Forrest - der spektakulärste Teil unseres Ausflugs. Wegen der extremen Feuchtigkeit ist dieser Wald total bemoost - schlechte Karten also für Pfadfinder ohne Kompass. Wir liefen etwa eine halbe Stunde durch den dichten Wald und sahen jede Menge Pflanzen (fleischfressende waren auch dabei) und auch die Spuren grosser Tiere. Die Wege waren rutschig (feucht halt) und die Schuhe sahen hinterher entsprechend aus. Die Hosen auch.


Letzte Station war dann die örtliche Schmetterlingsfarm. Den Malaysischen Nationalschmetterling kannten wir ja schon aus Kuala Lumpur und wenn Hunderte davon rumflatttern erscheinen einem diese Riesen ganz normal. Unser Guide hatte scheinbar einen guten Draht zu den Betreibern der Farm und öffnete alle möglichen Schaukästen um uns Geckos, Nashornkäfer und Skorpione direkt unter die Nase zu halten.
Danach lieferte er uns wohlbehalten wieder am Hotel ab. Ein wirklich schöner Ausflug.

Nach kurzer Ruhepause machten wir uns dann auf den Weg vom Hotel in die Stadt. Nach ca. 2.5 km Fussmarsch erreichten wir die Hauptstrasse mit Restaurants, Nippesläden, Supermarkt und Banken. Bei Starbucks haben wir 2 weitere Stempel gesammelt, Elisabeth hat im Supermarkt Nutella Alternativen fotografiert

und dann haben wir die Speisekarte des deutschen Restaurants im Ort studiert. Offenbar der einzige Laden in der Stadt, der Schweinefleisch anbietet. Nach unserem exzessiven Abendessen gestern abend wollten wir heute abend etwas kürzer treten und beschlossen daher, uns vorwiegend flüssig zu ernähren. Zwei leckere Cocktails vorweg und dann eine Flaschen Wein ersetzen eine komplette Mahlzeit. Heute nacht teilen wir das Hotel mit einer 3-köpfigen Familie, die einen Geburtstag feiert und uns spontan auf ein Stück Schokoladentorte einlädt.

Taman Negara, 11.05.-13.05.

Geschrieben am 15.05.2009 um 11:55

Montag, der 11. 5. 2009, Mutiara Tama Negara, gegen 21:30h
Draussen schüttet es kübelweise, heute abend schon zum Dritten Mal. Zum zweiten Mal tropft es bereits beständig in unser Chalet, das erste Mal in den Aschenbecher, jetzt in den Papierkorb. Nicht ohne Grund ist offensichtlich jedes Chalet hier mit zwei grossen Schirmen ausgestattet.

Zurück zum Tagesanfang. Aufstehen um halbsieben, wir sollten um halbneun am Hotel zur Weiterfahrt in den Nationalpark abgeholt werden; kurz vor dem Frühstück stellten wir aber zu unserem Entsetzen fest, dass sich halbneun auf den neuen Vouchers auf das Swiss Inn in Chinatown bezog. Also musste das wunderbare Frühstück massiv verkürzt und in aller Eile aufgebrochen werden. Das bestellte Taxi benötigten wir dann doch nicht, da wir von einem Kleinbus von HAN Tours abgeholt wurden. Prima, dachten wir noch, das fängt ja besser an als gedacht. Der Transfer mit dem Kleinbus ging dann aber nur bis Chinatown, wo sich das Büro von HAN befindet. Dort konnten wir noch eine halbe Stunde mit "Voucher gegen andere Voucher" tauschen verbringen bis dann die Fahrt weiterging. Diesmal in einem grossen Bus, der schon nicht mehr so luxoriös war wie der letzte.
Ein letzter Blick auf Kuala Lumpur und seine Petronas Towers und dann waren wir schon auf dem Weg in den Regenwald.
Der Taman Negara ist ein ausgedehntes Naturschutzgebiet und der Regenwald dort soll 130 Mio. Jahre alt sein. Während anderswo auf der Welt Eiszeiten das Aussehen ganzer Kontinente veränderten oder Saurier ausstarben war hier also nicht viel los. Warum soll man sich sowas eigentlich ansehen?
Nach 2,5 Stunden im Bus erreichen wir die Jetty Station, wo wir zunächst mal wieder Formulare ausfüllen dürfen und dafür jede Menge neue Voucher erhalten.
Unser Boot fährt erst um 14 Uhr, damit haben wir noch fast 3 Stunden Zeit um in dem relativ pompösen „Fährterminal“ rumzusitzen oder in dem Restaurant (an dem HAN sicherlich beteiligt ist) ein billiges Mittagessen einzunehmen. Wir machen beides und schauen nebenbei noch auf den Fluss.
Irgendwann kommt jemand mit einer Liste und ruft die Gäste des Mutiara Hotels zum Aufbruch zusammen. Wir dürfen nicht mitfahren. Wir sind zwar auch im Mutiara aber für uns wurde das HAN Package gebucht (war wohl günstiger) und so müssen wir noch etwas warten.
Den steilen Abstieg zum Anleger bewältigen wir im Schweisse unseres Angesichts (Gepäcktransport ist hier kein gängiges Konzept – ausser uns sind auch fast nur Rucksacktouristen unterwegs) und dann dürfen wir auch als erste an Bord gehen. Die Fahrt dauert ca. zweieinhalb Stunden und ist eher eintönig. Die Damen vor uns bewundern die meiste Zeit wahrscheinlich lediglich unseren Gepäckberg, bei uns ist die Aussicht etwas besser, trotzdem gibt das bewaldete Ufer nicht genügend Aufregendes her um nicht bald schon vom gleichförmigen Motorengeräusch in den Schlaf befördert zu werden. Guido sass auf der Sonnenseite, was man ihm auch einen Tag später noch ansieht.


Unsere Ankunft war unspektakulär auf dem „Büroboot“ von HAN Tours, wieder wird einem annähernd keine Hilfe mit dem Gepäck zu teil. Das ist umso lästiger als wir zunächst noch mit einem Wassertaxi (keines der Boote wird zum Ein- bzw. Aussteigen oder –Laden angeleint) auf die andere Seite müssen und dann auch noch ein steiler Treppenanstieg folgt. Als wir dann oben sind nimmt man uns das Gepäck ab, das dann innerhalb der weitläufigen Anlage weiter in unser Chalet transportiert wird. In der Zwischenzeit ist es schwül und drückend, wir beziehen unser Häuschen am Rand des Dschungels (hier gibt es über 100 solcher durchaus sehr hübscher traditioneller Holzhäuser), Guido drückt auf einen der Lichtschalter und der Regen setzt ein. Unmengen davon. Schon nach 5 Minuten ergibt sich unser Holzdach in sein Schicksal - es leckt an zwei Stellen. Die Nachtwanderung schenken wir uns zumal bis zu dem Zeitpunkt schon der dritte Schauer über unserer Siedlung niedergeht.

Trotzdem wagen wir uns noch mal zurück auf „die andere Seite“, mit Wassertaxis deren Fahrer auch eine sehr lässige Haltung an den Tag legen. Wir essen traditionelles Essen – eine Menge davon, und gönnen uns zum Abschluss noch ein einen Drink im Restaurant des Hotels – teuer aber bei der Gelegenheit sehen wir, dass das Abendbuffet gar nicht so schlecht aussieht. Schreck in der Abendstunde: ich habe mein wunderbares Buch im Jeti-Terminal liegen gelassen.

Neuer Tag und nach einem leckeren Frühstück im Hotel bereiten wir uns auf den Canopy Walk vor. Da so ein Regenwald ausser matschigen Wanderwegen dem verwöhnten Touristen nicht wirklich viel zu bieten hat, wurde hier eine wirklich aufregende Kette von Hängebrücken in die Baumwipfel gebaut. Auf einer Strecke von über 500 Metern und einer Höhe von bis zu 85 Metern über dem Boden können Schwindelfreie sich einen Adrenalinkick holen. Die Tour war für uns schon vorgebucht nur waren die Details wieder etwas ungeschickt gelöst: Der Weg zum Canopy Walk ging direkt an unserem Chalet vorbei, der Treffpunkt war nun wieder das schwimmende Büro von HAN. Eigentlich wollten wir auf unserer Seite warten bis die Gruppe bei uns ankommt, dann plagte uns aber doch der Gedanke, dass man dort erst noch vergeblich auf uns warten würde.
Also Wassertaxi gerufen und Ziel angegeben und …… tja, und dann sprangen noch ein paar Angestellte des Hotels ins Boot und gaben unserem Fahrer ein anderes Ziel. Wir waren in Unterzahl und daher wurde zunächst das andere Ziel angesteuert. Als wir dann mit ein paar (5 maximal) Minuten Verspätung bei HAN ankamen, war die Gruppe schon weg. Immerhin wurde uns der Preis anstandslos ersetzt und wir erhielten auch den Hinweis, dass man den Canopy Walk auch ganz allein machen könnte.
Dann rief der freundliche Mitarbeiter mit grosser Geste ein Boot herbei, dass aber leider nicht zu ihm kommen wollte. Er schickte uns dann zu einem der anderen schwimmenden Restaurants.
Bei Verlassen des Bürobootes hatte Guido dann bereits seinen „Canopy Walk“. Die schmale Planke zum Ufer begann durch die ungewohnte Belastung eines mitteleuropäischen Leichtüberdurchschnittsurlaubers zu schwingen. Durch instinktive Ausgleichsbewegungen gelang es Guido, sich sowohl auf der Planke zu halten als auch das Schwingen noch zu verstärken. Warum diese Aktion nicht mit einem unfreiwilligen Bad endete, kann die Naturwissenschaft nur unvollständig erklären.
Auf einem anderen Ponton (mit stabilerer Planke) war es dann möglich, uns ein Boot zu rufen.
Der Expedition in den Dschungel stand nichts mehr im Wege. Auf einem bequemen Wanderweg erreichten wir nach etwa 1,8 Kilometern und gefühlten 20 Litern vergossenem Schweiss den Einstieg in den Canopy Walk. Elisabeth traute sich, Guido blieb lieber auf festem Boden und filmte den Ein- und Ausstieg. Nach dem Rückweg zum Chalet (nochmal gefühlte 20 Liter) merkte Guido dann, was ausser Luftfeuchtigkeit und Hitze wirklich anders ist als im Schwarzwald: es gibt hier Tiere, die durch dicke Wandersocken beissen oder stechen können und dabei offenbar extrem gute Gerinnungshemmer verwenden.

Guidos Fazit: Der Teil des Parks, der durch Wanderwege erschlossen ist, ist tatsächlich nicht spektakulärer als jeder x-beliebige Wald zuhause. Tiere sieht man ohnehin kaum, die Pflanzen sind in jeder einheimischen Gartenanlage in viel schönerer Ausprägung zu sehen und man kann schon froh sein, wenn man ausser Schweiss nicht auch Blut verliert. Einzig die Hängebrücken sind ein gewisser Nervenkitzel für die, die sich trauen. Zeit für Naturbeobachtungen in den Baumwipfeln bleibt einem dabei allerdings kaum, da ständig nachrückende Touristen einen so schnell durch den Parcour treiben, dass für Pausen kaum Zeit ist. Scheuen Urwaldtieren dürfte die Gegenwart der manchmal laut kreischenden Touristen ohnehin nicht lange verborgen bleiben und sie dürften sich in ruhigere Gefilde verzogen haben.
Im übrigen sprechen die Zahlen für sich: Ganzen 200 Säugetierarten im Taman Negara (Tigern, Elefanten, Tapiren, Wildscheinen, Ratten, Affen,….,Menschen) stehen 150 000 Insektenarten gegenüber. Die meisten saugen Blut, beissen, übertragen Krankeiten oder sehen so aus als ob sie das tun würden. Kein Ort, an dem ich mich wohlfühle. Elisabeth sieht das übrigens etwas anders…..
Weitere Beobachtungen: Sonnenschutz und Insektenspray sind nicht kombinierbar. Rötungen lassen sich also nicht vermeiden, man kann aber selbst bestimmen, welches die Ursache sein soll.
Wird auch nur ein Körperteil vergessen, nutzen das sowohl die Sonne als auch die Insekten sofort und gnadenlos aus.

Den Nachmittag verbringen wir ganz dekadent im Restaurant des Hotels. Mit „Schwarzwälder Kirschtorte“ und „Cappuccino“, Büchern und dem Blog vertreiben wir uns die Zeit.
Elisabeth ist gerade „auf die andere Seite“ gefahren um die Details unserer bevorstehenden Abreise zu klären.

Elisabeth hat Fakten geschaffen! In unermüdlichen Verhandlungen mit den Repräsentanten von HAN konnte sie erreichen, dass unsere Abreise nicht per Boot sondern per Kleinbus erfolgt. Bei den Verhandlungen mit der Rezeption des Hotels war lediglich ein Gepäcktransport vom Chalet zur Rezeption zu erreichen. Für einen Transport bis zum Hotelsteg hätten wir schon das komplette Hotelpackage buchen müssen.

Wir genossen den Rest des Nachmittags bei Drinks im Hotelrestaurant und nahmen dann auch das Abendessen in Buffetform im Hotel zu uns. Ist zwar etwas teurer als in den schwimmenden Restaurants auf der anderen Seite aber dort gab es weder Bier noch Wein. Stattdessen ruft der Muezzin.

Am nächsten Morgen waren wir die ersten beim Frühstück und hatten leider wieder nicht genug Zeit um das üppige Angebot zu geniessen. Wir sollten um 7:50 Uhr an der Bushaltestelle von HAN sein und mussten dazu erstmal wieder den Fluss im „Taxi“ überqueren. Diesmal war der sehr junge Skipper tatsächlich beim Fixieren des Bootes behilflich. Normalerweise knallen die einfach vor den Steg, versuchen mit wenig Gas das Boot in der Nähe des Steges zu halten und überlassen es den Passagieren den richtigen Zeitpunkt zum Sprung an Land zu finden.

Etappe 1 war geschafft. Etappe 2: Wir mussten mit vollem Gepäck von dem schwimmenden Restaurant, auf dem wir abgesetzt worden waren, über eine wackelige Planke festen Boden erreichen. Aufgrund der Erfahrungen des Vortags nahm Elisabeth den Gepäcktransport komplett selbst in die Hand. Ich musste dann aber selber laufen. Hat auch geklappt.
Etappe 3: Vom Flussufer aus den Weg zur HAN Bushaltestelle finden. Natürlich ging es zunächst mal steil bergauf. Da HAN eher mit den Gästen der einfacheren Unterkünfte auf den Dorfseite Geschäfte macht, ist die Haltestelle von dort gut erreichbar. Wer sich etwas mehr Luxus gönnen möchte aber leider am Hotelpackage gespart hat, muss eben mitsamt Gepäck bergauf laufen.
Etappe 4: Nachdem alle Passagier im Kleinbus Platz genommen hatten, was durch mehrfaches Zählen und aufwändige Vergleiche mit der Passagierliste verifiziert wurde, ging die Fahrt los. Celine Dion beendete sie dann allerdings nach 5 Minuten schon wieder. Ihre schöne Stimme hatte unser Busfahrer als Klingelton gewählt und im folgenden Telefonat erfuhr er dann, dass ganz überraschend doch noch ein Passagier aufgetaucht war. Also nochmal zurück, einladen, zählen, vergleichen und wieder gestartet. Glücklicherweise hörten wir nichts mehr von Celine.
Etappe 4 endete nicht vor unserem Hotel sondern 2 Stunden später im HAN Büro an der Jetty Station. Hier hatten wir eine halbe Stunde Aufenthalt - warum genau weiss keiner, es stieg niemand aus und es kam niemand dazu. Gut war der Aufenthalt trotzdem und zwar gleich aus drei Gründen: HAN stellte seine Internetterminals kostenlos zur Verfügung, ich kaufte mir ein Eis und Elisabeth fragte im Terminal nach ihrem Buch….. und es war noch da!!! Der Manager des Terminals strahlte über das ganze Gesicht als er Elisabeth das Buch übergab und wurde auch von seinen Kollegen mit einem "good man, good man" bedacht. Wohl wahr.
Etappe 5: Inzwischen hatte sich rausgestellt, dass ein Teil der Passagiere auf eine Insel an der Ostküste wollte und andere, darunter wir, in die Cameron Highlands. Irgendwo würde es dann also noch mal einen Stop geben. Auf dieser Etappe erfuhr ich von einem mitreisenden Holländer, dass die leichte, kaum zu stoppende Blutung nach unserem Regenwaldspaziergang höchstwahrscheinlich von einem Blutegel stammt. Ich hatte immer angenommen, die Biester lebten nur im Wasser und könnten nicht durch Kleidung saugen. Von wegen!
Gegen 13 Uhr erreichten wir dann den Umsteigepunkt, nach einem sehr leckeren Mittagessen trennten sich dann die Wege der diversen Reisenden und wir stiegen in den Bus Richtung Cameron Highlands.
Etappe 5 dauerte etwas mehr als zwei Stunden und gegen 16 Uhr kamen wir an unserem Hotel, dem „Old Smokehouse“ an..

Kuala Lumpur, 9.-10.05.

Geschrieben am 10.05.2009 um 07:08

Um 12 ging es dann mit dem richtigen Bus los und gegen 15 Uhr waren wir dann im Hotel Capitol in Kuala Lumpur. Gutes Haus in traumhafter Lage mitten im sogenannten goldenen Dreieck. Bis zum unglaublichen Einkaufszentrum Times Square (mit 2 Achterbahnen, die sich durch die Stockwerke winden) waren es nur ein paar Gehminuten.

Der Blick von unserem Zimmer im 12 Stock direkt auf die Petronas Towers war überwältigend - zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ein kleiner Wermutstropfen waren die internationalen Schlager, die aus einer angrenzenden Bar mit nahezu unverminderter Stärke bis zu uns in den zwölften Stock drangen, auch noch um 2 Uhr nachts ! Da wir aber mit tiefem Schlaf gesegnet sind hat das unsere Zufriedenheit nicht gemindert.

Wir haben uns lange in den Malls herumgetrieben und unseren Abend mit Penang Style Food im Untergeschoss eines Einkaufszentrums abgerundet. Wunderbares lokales Essen in stylischem Ambiente, grassgrünen Gurkensaft als Getränk.

Sonntag, der 10.5. Aufwachen bei Morgensonne auf den Petronas Towers - eine Wucht !! Dann um 8:30 Uhr zum Frühstück - viel Gewusel am Buffet, ein grosser recht voller Frühstücksraum und ein absoluter Overkill an Frühstücksmöglichkeiten.

Bekanntermassen probiert Elisabeth alles, was sie nicht kennt (und nicht mehr lebt!) und aus diesem Blickwinkeln war das Buffet eine echte Herausforderung:

quietschbunte leckere Nachtische mit Kokos, Chinesische Knödel mit allerlei süsser Füllung (Bohnenpaste?, Kokos?), Hähnchen in Tomatensosse, gebratene Nudeln, Reissuppe, Kokossuppe mit Fisch, an Obst alles was Indonesien hergibt, Käse und Teilchen (Danish) aus Europa, Croissants, gekochtes Gemüse, Würstchen (Beef!) – die Köche schleppten unentwegt neue Platten herbei mit Sachen, die so 5 Minuten vorher noch nicht im Angebot waren.

Zu trinken neben dem obligatorischen Orangensaft auch Ananas- und Kiwisaft (lecker!), Schokomilch, normale Milch und vieles andere zum aufs Brot schmieren (zum Beispiel grüne Kokosmarmelade neben Peanut Butter). Auch wenn man von allem nur eine Winzigkeit probiert ist man in Kürze zum Platzen satt.

Deswegen haben wir dann nach diesem Festmahl ein ambitioniertes Programm gestartet: zunächst mit der Monorail zum neuen Bahnhof mit dem Ziel Butterfly Park. Wir kamen bis zum Hotel Meridien direkt gegenüber des Parks - zwischen Hotel und Park lag ein riesiges verzweigtes Autobahnkreuz. Wie rüberkommen? An der Hotelrezeption sagte man uns, zu Fuss wäre das „not advisable" wegen der „many fast cars".

Also wieder mal Taxi. Hier lernten wir nun das leider nicht überall in KL angewendete Coupon-System für Taxis kennen: man sagt an einem eigens aufgestellten Taxi-Schalter, wohin man will, bezahlt eine festgelegte Summe und erhält einen Coupon, der beim Taxifahrer eingelöst wird. Feine Sache, denn Taxifahrer hauen einen hier unweigerlich übers Ohr.

Wir kamen so schnell zum Bird Park (bitte beachten: wir wollten zum Butterfly Park), einem "Walk-In Aviatry", wo man zwischen den unglaublichsten Vögeln herumlaufen kann - vorbei an glubschäugigen Störchen und lauten gefrässigen und riesig grossen "Hornbills". Man kann den Park wärmstens empfehlen, ist wirklich schön gemacht und man sieht Vögel, die für uns Europäer unbekannt sind förmlich "Aug in Aug".

Der Butterfly Park, den wir beim zweiten Versuch dann tatsächlich erreichten war eher klein und beschaulich, aber wegen der vielen Schmetterlingsarten in allen Farben und Grössen echt sehenswert. Besorgnis erregte aber eine Ausstellung widerlichen teilweise giftigen Getiers im angegliederten Ausstellungsraum - haarige Spinnen, riesige Skorpione, mächtige Käfer, gruslige schlangenartige Tausendfüssler, Fundort "Cameron Highlands" – dort sind wir in 4 Tagen! Es gruselte nicht nur uns sondern auch einige andere Touristen, die eine ähnliche Route vor sich haben.

Als Kontrastprogramm fuhren wir dann zum Fernsehturm Kuala Lumpurs, der mit seinem über 500m auf einem Berg stehend die benachbarten Petronas Towers überragt. Die kurze Schussfahrt wurde durch einen spektakulären Ausblick auf Stadt und Towers belohnt. Ein kurzer Fussmarsch brachte uns dann vor die Towers selbst, Meisterwerke aus Edelstahl und Glas, deren Höhe man nur ermessen kann, wenn man senkrecht nach oben schaut und die Augen zukneift.

Und weil so viel Technik schon wieder nach dem Gegenteil rief haben wir zum Schluss des Programms noch das Aquarium im Untergeschoss des KL Convention Centers anvisiert. Mit wehen Füssen (Elisabeth) standen wir dann aber unvermittelt vor einem „Fish Spa", einer Einrichtung die wir schon in Singapur gesehen hatten. Könnten wir hier von Touristenleiden geheilt werden? Wie soll man das beschreiben, es ist nicht unangenehm, es ist nicht angenehm.

Es kitzelt, aber nur wenn sich die Viecher nicht in den Füssen festbeissen. Es tut nicht wirklich weh, ist ein bisschen eklig und es ist halb so wild wenn man den Viechern in die Augen schaut.

Nun ja, wir haben nach einer halben Stunde das Etablissement mit der Überzeugung verlassen, das wir keine überflüssigen toten Hautzellen mehr an den Füssen haben - runderneuert quasi, und bereit für neue Kilometer. die haben wir dann in Acryltunneln hinter uns gebracht, während über und neben uns grosse Rochen, fiese Haie und allerhand anderes Getier schwammen. Und wo wir schon bei Fischen waren gabs zum Abschluss noch eine Schlemmerei beim Sushi King.

Das Hotel hat Internet – und so kommen wir heute hoffentlich noch dazu, unserem Blog den Odem einzuhauchen.

Malakka, 8.-9.05, 2009

Geschrieben am 10.05.2009 um 06:49

Am Freitagmorgen haben wir dann per Bus ("Luxury ******", wirklich sehr komfortabel, nur 3 Sitze pro Reihe, erträgliche Temperaturen) die Weiterreise angetreten. Bei strömendem Regen verliessen wir Singapur, erreichten bald schon die Grenze, und wurden prompt als potenzielle Schweinegrippeträger aus der Menge gefischt. Man machte artig Konversation mit uns während unsere Temperatur gemessen wurde und irgendwie schien die Sache dem Personal unangenehm zu sein. Während wir mehrere Stunden durch ****enplantagen fuhren und den malaiischen Standpunkt zur Urwaldrodung und ****enanpflanzung von einer mitfahrenden Reiseleiterin erfahren durften, besserte sich das Wetter zusehends. (Falls hier wieder irgendwo "****" im Text stehen, dann hat die automatische Zensur wieder die grosse Pflanze mit den langen Blättern und den dicken Nüssen auf den Index gestellt) In unseren Zielort Malaka dann war die Hitze und Schwüle bombastisch. Der Ersteindruck der Stadt liess nichts Gutes für unser Hotel hoffen, das Baba House - wir wurden jedoch sowohl vom Hotel als auch vom Ort in jeder Hinsicht positiv überrascht. Die Hotelzimmer haben zwar eigentümlicherweise keine Fenster nach aussen, sind dafür aber nigelnagelneu renoviert und bieten allen Komfort - WLAN inklusive. Die "Fensterlosigkeit" hat ihre eigene Logik: die Altstadt von Malaka, wo sich unser Hotel befindet, ist holländischen Ursprungs. Wie auch in Holland gab es in Malaka damals eine Fenstersteuern, weswegen die Häuser schmal, dafür umso tiefer gebaut wurden. Tiefer heisst hier allerdings bis zu 100m. Und das in Reihenhäusern. Ergo - die Häuser haben hier und da einen Innenhof, aber die wenigsten Zimmer haben ein Fenster. Bei der Hitze hier halb so wild.

Ohne viele Umschweife haben wir uns aufgemacht in die Stadt – nach 15 Minuten Fussmarsch zur Bank (wir hatten keine Ringit!) waren wir allerdings durch Hitze und Verkehr (keine Gehwege!) ausreichend demoralisiert und triefend nass. Sightseeing kam uns zunächst vor wie eine Tortur. die Moral wurde dann durch Cappuccino und Corona wieder hergestellt und ein Alternativplan umgesetzt: Sightseeing in der Trikscha. Die Tour war richtig Klasse, die gelbe Trikscha war mit allerlei buntem Nippes versehen, wie jede Trikscha ein ganz eigenes ethnisches Stück Gebrauchskunst. Wir hatten hin und wieder ein schlechtes Gewissen, denn unser Chauffeur wog ungefähr halb so viel wie jeder von uns beiden, das Fahrrad hatte keinen Gang und er hat dann doch bei kleineren Steigungen etwas schlapp gemacht.


Pluspunkte hatte er aber gesammelt, weil er ständig darauf hinwies, dass Guido wie der Filmstar aussieht, dessen Namen ihm aber gerade nicht einfiel. "Der Governor....." Guido blieb bescheiden und gab zu, dass er nicht Arnold Schwarzenegger ist.

Nach insgesamt 90 Minuten Stadtrundfahrt kamen wir wieder am Ausgangspunkt der Tour an und da es zum Abendessen noch etwas zu früh war, gingen wir noch zum Ausruhen kurz zurück zum Hotel. Auf dem Weg wurden wir freundlich darauf hingewiesen, dass heute abend echt was los wär in Chinatown und wir uns das nicht entgehen lassen sollten. Kurz vorm Hotel zwang der Durst uns in eine kleine chinesische Kneipe und während wir unser Bier tranken, fragte uns ein chinesisches Paar vom Nachbartisch, ob sie sich mit uns fotografieren dürften. Grosszügig gestatteten wir es und Guido überlegte schon ob er mit seinem richtigen Name eventuelle Autogrammwünsche erfüllen sollte oder ob er lieber so etwas wie „George Cruise" schreiben sollte um die Fans nicht zu enttäuschen. Seine Überlegungen wurden dann vom freundlichen Wirt unterbrochen, der uns darauf hinwies, dass heute abend in Chinatown schwer was los ist und eine tolle Prozession so gegen 8 Uhr direkt an seinem Laden vorbei ziehen würde. Gewitzt wie wir nun mal sind, wählten wir kurz entschlossen dieses Etablissement für unser Abendessen aus und waren dann auch um 19:30 Uhr die ersten Gäste, setzten uns direkt auf die besten Plätze auf der Veranda und trotzten geduldig dem dichten Autoverkehr, der uns mit Abgasen einnebelte. Wir wussten ja: Gegen 8 kommt die Prozession, dann ist Schluss mit Motorenlärm und Abgasen und wir haben perfekte Plätze mit unverstellbarem Blick. Wir hatten ein leckeres Abendessen - trotz unvermindertem Strassenverkehr. So gegen 9 war es dem Wirt dann auch sichtlich unangenehm, er wusste auch nicht was los war und empfahl uns, den Nachtmarkt in Chinatown zu besuchen. Da wär auch richtig was los.

Gesagt, getan und der Mann hatte recht: es war jede Menge los, die Strassen waren voll mit Menschen, die anderen Menschen Nippes verkaufen wollten. Wir lernten, dass Konfektionsgrössen in Malaysia mit unseren nicht vergleichbar sind. Nicht mal „L" ist „L" und wenn man von einer Verkäuferin hören muss, dass sie T-Shirts leider nur in "M" und "L" führt und leider nichts für uns im Angebot hätte, dann stellt das den Erfolg der letzten Diät schon ein wenig in Frage.....

Am Ende des Marktes stand eine grosse Bühne auf der jugendliche Nachwuchssänger mit Inbrunst Schlager ins Mikrofon brüllten während drei Juroren sich eifrig Notizen machten. Samstagabendunterhaltung wie zu Hause eben. Kurz bevor wir das Hotel erreichten, sahen wir Lichter auf uns zukommen. Die Prozession kam doch noch. Es wurde Wesak gefeiert, wobei es um Geburt, Erleuchtung und irdisches Ende von Buddha geht. Sehr aufwändig und feierlich und trotzdem fröhlich und gut gelaunt ging ein schier endloser Zug an uns vorbei. Wie zu Karneval gab es Süssigkeiten und ab und zu auch Wasser spritzende Priester. Lustig war, dass die vielen Lichter der Motivwagen nicht mit Batterien versorgt wurden sondern mit Generatoren auf Rädern. So gab es dann trotz Prozession immer noch Abgase und Motorenlärm.

Samstag, der 9.5. In unserem fensterlosen Zimmer wurde wir wenigstens nicht durch den Sonnenaufgang geweckt sondern konnten ein wenig länger schlafen als üblich. Der Bus nach Kuala Lumpur sollte erst um 12 Uhr fahren und so hatten wir uns vorgenommen, nach dem Frühstück ein kleines chinesisches Museum in der Nähe des Hotels zu besichtigen. Leider war es geschlossen – klar, war ja Wesak Day. So machten wir noch eine kleine Runde durch Chinatown und bestaunten einen buddhistischen Tempel, in dem so viele Räucherstäbchen brannten, dass einem der Rauch fast in den Augen brannte.

Pünktlich um 11 holte uns dann ein Taxi ab und lieferte uns am Busbahnhof ab. Der Bus nach Kuala Lumpur stand schon auf der angegebenen Plattform und kurz vor halb 12 begann das "Boarding". Kurz vor der Abfahrt wurden wir dann wieder rausgebeten, da es sich um den 11:30 Uhr Bus handelte und wir Tickets für den 12 Uhr Bus hatten. Wäre zwar noch Platz gewesen aber Ordnung muss sein und da könnte ja jeder kommen….

Singapur, 4.-7.05, 2009

Geschrieben am 10.05.2009 um 06:29

Montag morgen machten wir uns kurz nach 7 auf den Weg zum Bahnhof, setzten uns in einen durchreservierten ICE (Unsere Reservierungen haben wir nur noch über den Bahncomfort Service bekommen) und waren etwa 2 Stunden später am Frankfurter Flughafen. Problemlos bei Air Malaysia eingecheckt (der Flieger war nur halb voll) und pünktlich in die Luft gegangen. Es gab dann recht schnell was zu essen. Für die, die noch nach MESZ lebten war es das Mittagessen, für mich bereits das Abendessen. Anschliessend machten wir uns über die umfangreiche Auswahl an Filmen und Fernsehserien im Bordprogramm her. Highlights waren „Gran Torino" und „Der Vorleser". Gut unterhalten verging der Flug wie im Fluge und früh morgens landeten wir in Kuala Lumpur. Ohne grossen Aufenthalt ging es dann gleich weiter nach Singapur und bereits gegen 10:30 Uhr bezogen wir unser Zimmer im Hotel Albert Court. Ganz ordentliches Hotel, sehr freundliches Personal und ein wirklich gutes Frühstücksbuffet. Da wir beide den Flug über nicht geschlafen hatten und inzwischen recht müde waren, beschlossen wir, ein potentielles Jet Lag dadurch im Keim zu ersticken, dass wir einfach bis abends durchmachen und dann am nächsten Morgen wach werden und schon im Südostasien Tag-/Nachtrhythmus aufwachen. Gesagt, getan als erstes liessen wir uns mit einem Taxi zur Orchard Road bringen um da ein Ticket für die grossartige Duck Tour zu kaufen. Weil es günstige Paketpreise gab, kauften wir gleich Tickets für den „Singapore Flyer" mit. Die Duck Tour ist eine Stadtrundfahrt, die zu Lande und auf dem Wasser stattfindet und mit einem alten Amphibienfahrzeug durchgeführt wird, so dass man nicht umsteigen muss. Hat Spass gemacht, man hat schöne Blicke vom Wasser auf die Stadt gehabt, nur der recht laute Motor der "Duck" hatte auf uns eine etwas einschläfernde Wirkung.

Wir gönnten uns im Anschluss an die Tour dann noch einen starken Kaffee und machten uns auf den Weg zum Singapore Flyer, dem grössten „Observation-Wheel" der Welt. Gross ist es schon und die Kabinen waren es auch. Da passen ganze Fussballmanschaften samt Zuschauern rein. Wir hatten Glück und bekamen zu zweit eine eigene Kabine. Aus Angst vor der Schweinegrippe trugen alle Mitarbeiter des Riesenrades einen Mundschutz, es gab automatische Temperaturscanner und jede Kabine wurde nach jeder Fahrt frisch desinfiziert.

Elisabeth hat wohl etwas allergisch auf das Desinfektionsmittel reagiert und fühlte sich während der Fahrt (besonders im oberen Streckenabschnitt) nicht ganz wohl.

Wir bestaunten noch ein paar der Shops, die es in der Flyer-Anlage gab, so z.B. ein „Fish-Spa", bei dem man seine Waden in ein grosses Becken mit unzähligen Doktorfischen steckt und sich durch die gefrässigen kleinen Biester die toten Hautschuppen abfressen lassen kann. Was passiert, wenn keine toten Hautschuppen mehr da sind, habe ich mir auf dem Weg zurück zum Hotel ausgemalt verzichte allerdings darauf, das hier nochmal detailliert darzustellen.

Das Abendessen nahmen wir in einer dem Hotel benachbarten Ansammlung von Imbissen ein, wo so ziemlich alle Varianten der asiatischen Küche zur Auswahl standen. Ich habe mich für Fish & Chips entschieden.

Mittwoch stand dann ganz im Zeichen der Orchard Road. Gekauft wurde wenig aber dafür stundenlang in den riesigen Filialen von Border Books und der japanischen Buchhandlungskette Kinokunya rumgestöbert. Die Auswahl an Comics bei den Japanern (Comics, nicht Mangas!!) war unglaublich.

Abends dann Essen am Boat Quay. Sehr lecker, sehr schöne Atmosphäre.

Den Donnerstag begannen wir mit einem Kinobesuch am Vormittag (!!). Wir sahen den neuen Startrek Film am Premierentag und waren ziemlich begeistert. Kleine Einschränkung: Wir hätten eine warme Jacke mit ins Kino nehmen sollen, die Klimaanlage lief derart auf Hochtouren, dass wir beide während des Films aufs Klo gehen mussten um uns aufzuwärmen.

Den Nachmittag verbrachten wir im Museum für asiatische Kulturen und fürs Abendessen hatten wir diesmal ein indisch-nepalesisches Restaurant ausgewählt. Anschliessend ging es zur Night-Safari in einem an den Zoo von Singapur angrenzenden Areal. Löwen, Tiger, Elefanten aber am intensivsten sind mir die Begegnungen mit den wirklich grossen Fledermäusen in Erinnerung geblieben.


 

Danach haben wir dann noch die Faszination eiskalten Tiger Beers als Schlummertrunk erfahren – die wir seither abends nicht mehr missen möchten. Das Bier nimmt man hier gerne auch in grösseren Mengen aus kondenswassertriefenden Karaffen.

 


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