40 Grad im Schatten und Duschungel-Surround beim Einschlafen
Geschrieben am 26.09.2010 um 11:55
Hallo Ihr Lieben,
hier nun unser letzter Blog aus dem schoenen Peru ...
Wie schon geschrieben, haben wir die letzten Tage unserer Reise im Regenwald am Rio Tambopata verbracht. Mit dem Flugzeug ging es zunaechst von Cusco nach Puerto Maldonado. Am Flughafenausgang erwartete uns Aldo - unser Guide fuer die 4 Tage - und ausserdem Temperaturen von 35-40 Grad bei 100% Luftfeuchtigkeit .
Nachdem wir unser Gepaeck in der Niederlassung der ***** in Puerto Maldonado abgegeben hatten, ging es zunaechst mit einem kleinen Bus zum "Hafen" und weiter mit einem Boot (eine Art Riesenkanu) zu unserer Logde. Unterwegs sind wir mit lokalen Speisen verwoehnt worden - Bananenchips, Paranuesse und ein Reisgericht verpackt in einem riesigen Bananenblatt. Nach 45 min Bootsfahrt und 15 min Fussmarsch durch den Regenwald hatten wir dann unser Ziel erreicht - die Posada Amazonas *****. Diese ***** wurde 1998 als ein Gemeinschaftsprojekt mit den Ese'Eja - einer lokalen Indianer-Kommune - gegruendet. Sie verfolgt das Ziel, moeglichst oekologisch sinnvollen Tourismus zu betreiben und den Regenwald zu erhalten.
Unser Zimmer hatte nur 3 Waende und war an einer Seite (zum Regenwald hin) komplett offen, so dass wir beim Einschlafen und Aufwachen (geschuetzt mit einem Mosiktonetz) den Geraeuschen des Regenwaldes lauschen konnten. Strom gibt es nur 2 mal am Tag fuer jeweils 3 Stunden, so dass die ***** abends mit Kerzen und Petroleumlampen eleuchtet wurde - sehr romantisch .
In den folgenden 3 Tagen haben wir veschiedene Ausfluege unternommen, bei den wir viel ueber den Regenwald erfahren haben und auch einige Tiere beobachten konnten - Riesenfischotter, Aras, Papageien, Froesche und 2 grosse Taranteln (wir haben Beweisfotos ). Am besten hat uns das Piranha-Fischen gefallen - Daniel hat hier ein echtes Talent entwickelt: 3 Piranhas und eine Sardine (keine Angst, wir haben die armen Tierchen leben lassen und wieder in Wasser geworfen). Sehr interessant war auch ein Besuch bei einem Schamanen, der uns seinen "Kraeutergarten" zeigte, die Wirkung verschiedener Pflanzen erklaerte und uns zum Abschluss ein paar "Kostproben" seiner Medizin gab (eine Art Kraeuterlikoer mit Redbull-Effekt und Potenzsteigerung ).
Nun sitzen wir wieder am Flughafen in Lima und warten auf unseren Flug nach Hause ... Genau hier begann unsere Reise vor drei Wochen, die leider viel zu schnell vorbei waren. Wir haben aber sehr, sehr viel gesehen und erlebt in diesen drei Wochen und eine unvergessliche Zeit hier verbracht. Peru ist wirklich ein sehr schoenes und auch sehr abwechslungsreiches Land mit ganz freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Ein paar Erlebnisse haben wir auf gefuehlt 1000 Fotos festgehalten, mit denen wir euch dann zu Hause quaelen werden .
Liebe Gruesse, Daniel + Antje
Eine Fahrt mit dem Collectivo und Streik in Cusco
Geschrieben am 23.09.2010 um 02:28
Hallo Ihr Lieben,
nun naht langsam das Ende unserer schoenen Reise   ... Morgen brechen wir zur letzten Etappe auf - dem Dschungel um Puerto Maldonado.
Von Ollantaytambo aus (die letzte "Blog"-Station) sind wir vorgestern gegen Mittag nach Urumbamba aufgebrochen. Hier wollten wir vor unserer Rueckreise nach Cusco noch einen Tag verbringen. Die Fahrt nach Urumbamba war fuer uns sehr aufregend - wir sind das 1. Mal mit einem Collectivo - das guenstigste Fortbewegungsmittel hier - gefahren. Das sind kleine Busse, die dann losfahren, wenn der Fahrer genug Fahrgaeste zusammengerufen hat. Man glaubt nicht, wieviele Leute in so einen kleinen Bus passen koennen . Anschnallen war auf jeden Fall nicht noetig (und auch nicht moeglich). Daniel musste waehrend der Fahrt als Bett herhalten - ein kleines Maedchen ihm gegenueber hatte es sich mit dem Kopf auf seinen Beinen gemuetlich gemacht und ist ganz fest eingeschlafen .
Zufaellig haben wir auf dem Busbahnhof in Urumbamba die beiden Hollaender von unserem Inka Trail wieder getroffen. Von ihnen erfuhren wir, dass die nachsten beiden Tage (gestern und heute) das Transportsystem rund um Cusco streiken wird und wir dann nicht mehr wie geplant nach Cusco zurueck kommen wuerden. Wir hatten bei unseren Reisevorbereitungen gelesen, dass es in Peru immer mal zu spontanen Streikaktionen kommen kann und dann wirklich nichts mehr geht. Also sind wir direkt mit den Hollaendern per Taxi nach Cusco weitergefahren und konnten so nur eine halbe Stunde in Urumbamba verweilen (und nur den Busbahnhof kennenlernen).
Die letzten beiden Tage haben wir dann hier in Cusco mit Sightsseing, Shopping und Kaffeetrinken verbracht. Hier haben wir auch die Ursache fuer den Streik erfahren - in Arequipa (hier waren wir vor 2 Wochen) soll ein neuer Staudamm gebaut werden und in Cusco befuerchtet man, dass die ohnehin schon sehr knappen Wasservorraete dann noch weiter zurueckgehen. Das ist vorallem fuer die vielen Menschen ein Probem, die hier in der Gegend von der Landwirtschaft leben. In den letzten Tagen gab es im Stadtzentrum deswegen auch sehr viele Demonstrationen - allesamt aber ganz friedlich.
Das ist nun unser letzter Blog aus der "Zivilisation" - im Dschungel wird es kein Internet geben. Vielleicht koennen wir uns danach vom Flughafen aus noch einmal melden und euch berichten, was wir alles erlebt haben!
Liebe Gruesse in die Heimat, Daniel und Antje
Auf den Spuren der Inkas und der 1. Vino Tinto Caliente
Geschrieben am 20.09.2010 um 02:28
Hallo ihr Lieben,
unser heutiger Reisebericht kommt aus Ollantaytambo im Sacred Valley.
Unseren freien Tag in Cusco haben wir mit einem Ausflug zu den Inka Ruinen Tambomachay, Puka Pukara, Qenqo und Saqsayhuaman verbracht. Diese liegen unweit von Cusco. Wir haben uns von einem Taxi nach Tambomachay fahren lassen und sind dann nach Cusco zurueck gewandert. Naja, fast zumindest - zwischen Puka Pukara und Qenqo haben wir uns nochmal ein Taxi gegoennt . Vorallem in Saqsayhuaman gibt es noch sehr viel zu sehen. Beeindruckend sind vorallem die Mauern aus riesigen Steinbloecken, die passgenau aufeinander zugeschnitten sind und nicht mal von Moertel zusammengehalten werden muessen. Wie die Inkas damals diese riesigen Steine bearbeitet und vorallem befoerdert haben (es gab noch kein Rad und keinen Flaschenzug), ist nicht genau bekannt. Auch in Cusco selbst sind noch eine Menge dieser Mauern erhalten. Diese wurden von den Spaniern nach der Besetzung im 16 Jh. als Grundmauern fuer ihre Kolonialhaeuser verwendet. Bemerkenswert ist, dass die meisten dieser von den Spaniern erbauten Haeuser die vielen Erdbeben nicht ueberstanden haben, die Inkamauern aber schon - die Inkas wussten also bereits, wie man Erdbeben-sicher baut... Abends gabs dann in einem gemuetlichen kleinen Restaurant den ersten Gluehwein (Vino Tinto Caliente) in der kommenden Wintersaison .
Unser freier Tag ins Cusco war auf jeden Fall eine super Einstimmung auf den 2 taegigen Inka-Trail zum Machu Picchu - unser persoenliches Highlight dieser Reise. Am Samstagmorgen ging es dann - wie immer sehr zeitig (6.30Uhr) - los. Der eigentliche Inka-Trail startet bei Kilometer 82 und dauert 4 Tage. Dabei muss man zum Teil Hoehen von ueber 4000 m passieren und es wird im Zelt uebernachtet. Wir haben allerdings die "Weichei"-Variante gewaehlt , bei der man erst bei Kilometer 104 startet und noch am selben Tag Machu Picchu erreicht. Per Zug sollten wir zunaechst ab Cusco aus zu Kilometer 104 fahren. Aus irgendwelchen Gruenden, die uns niemand erklaeren konnte, faehrt der Zug z.Z. aber erst ab Ollantaytambo, so dass alle Touristen (sehr viele, da Machu Picchu nur mit dem Zug zu erreichen ist (oder eben zu Fuss)) zunaechst in Busse verfrachtet wurden und wir so den Anfangsteil der Zugfahrt - der laut Reisefuerher sehr spektakulaer sein soll - verpasst haben. Schade . Ab Ollantaytambo ging es dann aber doch noch mit dem Zug zu Kilometer 104. Die Fahrt war sehr schoen - durch die Tiefen des Sacred Valleys entlang des Rio Urubamba. Der Zug hatte sogar Fenster im Dach und so konnten wir das Bergpanorama um uns herum richtig geniessen. Bei Kilometer 104 hat der Zug dann extra fuer uns (und noch 2 Hollaender, die zusammen mit uns auf den Trail gehen sollten) angehalten. Dort wartete Bruno auf uns - unser Guide fuer die 2 Tage (man darf den Inka-Trail nur mit Guide laufen). Dann ging es auch schon los - unsere 6 stuendige Wanderung ueber unzaehlige Stufen (zunaechst nur bergauf!), durch atembeaubende Landschaft, durch den Bergurwald mit vielen Orchideen und vorbei an Inka-Runinen. Gegen 17.00 Uhr hatten wir dann einen Stempel vom Camino de Inca in unserem Reisepass und konnten vom Intipunku (Sonnentor) aus unser erstes Foto von der Stadt am Fusse des Machu Picchu schiessen. Um diese Zeit haben die letzten Touristen die Anlage bereits verlassen so dass man Machu Picchu fast "fuer sich alleine" hat. Die Lage umgeben von riesigen Berggipfeln veleiht der alten Inkastadt eine ganz besondere Atmosphaere, die man nicht beschreiben kann. Danach mussten wir uns beeilen, um den letzten Bus nach Aguas Calientes - unser Uebernachtungsort - zu bekommen. Gestern Morgen ging es dann wieder recht zeitig mit dem Bus nach Machu Picchu - vor um 9 sind hier noch nicht ganz soviele Touristen unterwegs. Hier haben wir unseren 2. Stempel in den Reisepass bekommen . Bruno fuehrte uns 2 Stunden durch die Anlage und erzaehlte uns viele interessante Dinge ueber die Inka-Kultur und die Geheimnisse um Machu Picchu.
Nachmittags ging es dann fuer uns schon wieder weiter - zurueck mit dem Zug nach Ollantaytambo. Dieses romantische Doerfchen geht auch auf die Inkazeit zurueck und bei einem Bummel durch die engen Gassen kann man noch viele alte Inkahaeusen bewunden. Ollantaytambo ist auch der aelteste staendig bewohnte Ort in ganz Suedamerika! Hier erholen wir uns jetzt noch ein wenig in unserem huebschen Hotel (mit dem besten Kaffee, den wir bisher in ganz Peru bekommen haben; dass ist allerdings auch nicht sooo schwer - oftmals gibt es nur Instant-Kaffee) von der anstrengenden Wanderung .
Seid alle lieb gegruesst, Daniel + Antje
Die Schilfinseln der Uros und die strickenden Maenner von Taquile
Geschrieben am 17.09.2010 um 12:42
Hallo Ihr Lieben,
am gestrigen Tag stand ein Bootsausflug auf dem Titicacasee auf unserem Programm.
Wieder wurden wir sehr zeitig (6.45 Uhr) in unserem Hotel abgeholt und zum Hafen von Puno gebracht. Dort ging es dann mit dem Boot zunaechst zu den Inseln der Uros Indianer.
Die Uros galten als das wildeste Volk im Inkareich und konnten von den Inkas nie unterworfen werden, da sie sich bei Auseinandersetzungen immer auf ihre Schilfinseln im Titicacasee zurueckgezogen haben. Waehrend im 19. Jahrhundert noch ca. 4000 Familien auf den Inseln lebten, gibt es heute keine reinrassigen Uros mehr. Auch wohnen die Uros-Nachfahren meist nicht mehr auf den Inseln sondern auf dem Festland.
Die Inseln liegen im Schilfguertel unweit von Puno entfernt und bestehen wirklich komplett aus Schilf (inklusive der kleinen Haeuser und Boote). Beim Drueberlaufen sinkt man immer leicht ein und das ganze fuehlt sich ein wenig wie ein grosses Wasserbett an (zumindest stellen wir uns das so vor ). Es gibt 45 dieser Inseln und sie muessen staendig erneuert werden, weil sie sonst einfach wegfaulen. Auf einer Insel gibt es sogar eine Schule. Uns wurde von den "Einheimischen" erklaert und vorgefuehrt, wie die Inseln und Boote gebaut werden, welche Werkzeuge man dazu verwendet und wie die Uros frueher so lebten. Nach einer kurzen Besichtigung eines der Haeuschen wurden dann die Verkaufsstaende ausgepackt und man konnte eine Fahrt mit einem Schilfboot machen (natuerlich fuer extra Geld ). Alles also sehr touristisch, vorallem wenn man weiss, dass die "Einheimischen" sich nach der Vorfuehrung wieder in ihre normalen Klamotten werfen und nach Hause fahren. Aber wenn man das Ganze als eine Art "Heimatmuseum" betrachtet, ist es sehr interessant. Und die Schilfinseln sind wirklich einmalig und wunderschoen!!! Ausserdem ist der Tourismus die einzige Einnahmequelle der meisten dieser Leute und so ist es auch wieder okay, wenn man 3 Euro fuer eine Schilfbootsfahrt "spendet".
Nach den Uros-Inseln ging es in einer 2,5 stuendigen Bootsfahrt weiter zur Insel Taquile, die ca. 35 km von Punos entfernt liegt. Hier leben ca. 1600 Aymara, Nachfahren der Pakara. Zunaechst mussten wir noch 200 Hoehenmeter bis zum Dorfplatz ueberwinden (klingt nicht viel, fuehlt sich bei 3800m aber anders an ). Von dort oben hatte man einen fantastischen Ausblick ( bis nach Bolivien). Hier haben wir auch die strickenden Maenner gesehen, fuer welche die Insel unter anderem bekannt ist. Nach dem Mittagessen erklaerte uns unser Guide, was es mit den Maennern auf sich hat. Alle Maenner tragen hier Zipfelmuetzen. Die Farbe und die Art und Weise des Tragens lassen erkennen, ob ein Mann verheiratet ist, eine Freundin hat, auf der Suche nach einer Frau ist oder schlichtweg kein Interesse hat (aehnliche Regeln gelten fuer Frauen). Will ein Mann heiraten, muss er zunaechst eine Muetze stricken, welche der zukuenftige Schwiegerpapa begutachtet. Ist dieser mit der Arbeit nicht zufrieden, wird nix aus der Hochzeit. Der Mann muss eine neue Muetze stricken und sein Glueck erneut versuchen. Harte Sitten, da die Muetzen echte Handarbeit sind und es ca 3 Monate dauert eine solche anzufertigen.
Heut gigs schon wieder weiter nach Cusco, der ehemaligen Inkahauptstadt. Die Fahrt hierher zeigte uns wieder eine andere Seite von Peru. Bei einem kurzen Stadtbummel heut Nachmittag haben wir dann einen ersten Eindruck gewonnen und sind begeistert. Mehr dazu im naechsten Blog.
Bis zum naechsten mal Antje + Daniel
P.S.: An Mama. Hoffe Oma hat sich gefreut? Ist auf jeden Fall in Ordnung. Tagsueber istr es hier angenehm warm, da es keine Wolken gibt. Sobald die Sonne aber untergeht, wird es sehr kalt.
Kondore, Lamas, Alpakas, Vicuñas, chronische Schnappatmung und immer die selben Leute
Geschrieben am 15.09.2010 um 04:08
Hallo Ihr Lieben,
unser Start in den Colca Canyon begann sehr frueh am Tage. Gegen 07:00 Uhr wurden wir von unserem Guide am Hotel abgeholt. Unsere Reisegruppe fuer diese 2 Tage bestand aus 1 Russin, 4 Australiern, 2 Polen, 2 Hollaendern und 4 Peruanos (welche eigentlich aus Arequipa stammen, aber vor vielen Jahren nach Lima gezogen sind). In einer 5 stuendigen Fahrt ging es vorbei an Chachani, Misti und Pichu Pichu (den 3 "Hausvulkanen" Arequipas) nach Chivay, einem kleinen Ort, welcher am Eingang des Canyons liegt. Unsere Fahrt fuehrte uns vorbei an Vicuña-, Lama- und Alpakaherden (das sind 3 von 4 in den Anden vorkommenden Kamelarten; letztere beiden sind domestiziert, waehrend Vicuñas wild lebend sind; Vicuñas haben auch einen Platz in der Nationalflagge Perus und werden die Models der Anden genannt). Die Landschaft ist sehr atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes - vor allem auf 4910m (dem hoechsten Punkt auf dieser Route) wird jeder Schritt zum Kraftakt, und wir haben uns den ganzen Trip nicht wirklich von unserer Schnappatmung erholt. Nach einer unruhigen Nacht ( zuviel Coca in allen Varianten und eine Hochzeit im Dorf, welche bis in die fruehen Morgenstunden andauerte) in einer supergemuetlichen ***** ( wir haben sogar Waermeflaschen bekommen), gings gegen 06:00 in den eigentlichen Colca Canyon zum Cruz del Condor. An diesem Aussichtspunkt, kann man mit etwas Glueck diese riesigen Voegel (3m Spannweite) sehr nah beobachten. Wir hatten Glueck - teilweise sind die Kondore ganz dicht ueber unsere Koepfe hinweggeflogen. Auch der Canyon selbst war sehr beeindruckend, er ist sogar noch tiefer als der Grand Canyon.
Gestern hatten wir noch einen sehr schoenen Tag in Arequipa. Nachdem wir endlich unsere Postkarten in einer richtigen Post losgeworden sind, haben wir an einer 4 stuendigen Stadtrundfahrt teilgenommen. Der Flyer sah zwar sehr nach Kaffeefahrt aus, entpuppte sich aber zu einer interessanten Entdeckungstour durch die Randgebiete Arequipas, abseits der touristischen Pfade.
Arequipa hat uns wirklich sehr gut gefallen. Heute morgen hiess es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Mit dem Bus ging es in ca. 5 Stunden weiter nach Puno an den Titicacasee, dem hoehsten beschiffbaren See der Welt. Die Stadt liegt auf einer Hoehe von 3800 m, aber inzwischen haben wir uns ganz gut an die Hoehe gewoehnt. Ein Stadtbummel heute Nachmittag fuehrte uns auch zum Ufer des Sees, wo wir einen ersten Eindruck von dessen Groesse gewinnen konnten. Nach einer Inca Cola haben wir uns dann eine Fahrt mit einer Fahrrad-Rikscha zurueck ins Stadtzentrum gegoennt. Sehr lustig. Allerdings haben wir die Fahrt aus Mitleid mit dem Fahrer vorzeitig abgebrochen - bei Daniels 90 kg und bergauf war der Mann doch auch etwas ausser Atem gekommen 
Da die meisten Touristen die gleichen Ziele in Peru ansteuern und somit eine recht aehnliche Route haben, treffen wir auch immer wieder auf "alte" Bekannte. So haben wir heute sowohl die Australier als auch die Hollaender von unserem Colca Canyon Trip wiedergetroffen. Die meisten Reisenden planen wie wir am Ende auch noch einen mehrtaegigen Ausflug in das Regenwaldgebiet am Rio Madre de Dios. So werden wir uns dort alle wiedersehen.
Auch Morgen geht es bei uns wieder sehr zeitig los zu einem Ausflug auf die schwimmenden Schilfinseln der Uros. Waehrend bei euch also bald die Wecker zum Aufstehen klingeln, gehen wir jetzt ins Bett . Bis bald, Daniel + Antje
P.S.: Habt Dank fuer Euren vielen Kommentare - wir freuen uns immer ueber einen Gruss aus der Heimat und wissen so auch, dass wir uns nicht umsonst die Finger blutig tippen 
Pinguine, Seeloewen und die trockenste Wueste der Welt
Geschrieben am 9.09.2010 um 05:12
Wie versprochen hier unser superschoener Tag auf der Paracas Halbinsel.
Am Mittwoch sind wir sehr zeitig aufgestanden (zu zeitig, dank der Fehlinformation an der Rezeption) und mit dem Bus nach Paracas aufgebrochen, um die Islas Ballestas zu besichtigen. Ein einzigartiges Naturerlebnis. Man faehrt mit einem kleinen Boot ca 45min raus aufs offene Meer, bis man von Weitem die Moewen kreischen hoert (und sie auch riecht ). Auf unserer Fahrt haben wir riesige Moewenkolonien gesehen, Pinguine, Kormorane, Seesterne, Pelikane und faule Seeloewen. Und wir haben natuerlich viele Bilder gemacht (zu viele ). Um die Tiere in ihrem natuerlichen Lebensraum nicht zu stoeren, darf man die Inseln nicht betreten und sie nur vom Boot aus beobachten. Auf der Fahrt zu den Inseln kommt man auch an einer Geoglyphe (el Candelabro) vorbei. Das ist eine in den Fels gescharrte, riesengrosse Bodenzeichnungen. Solche Geoglyphen sind hier in der Gegend sehr haeufig anzutreffen, ihre Entstehung und Bedeutung ist bis heute unklar. Nach der 2 stuendien Bootstour haben wir spontan noch an einer Tour durch den Paracasnationalpark - welcher einen Teil des Wuestenstreifens vor der Kueste Perus umfasst - teilgenommen. Unser Guide Luis ueberzeugte uns mit der Aussage: "Wir werden "nichts" sehen, und wann hat man schon mal Gelegenheit Geld auszugeben, um nichts zu sehen . Er meinte damit, dass es in der Wueste kein Leben gibt. Nicht das kleinste Haelmchen oder ein noch so kleines Insekt,was dort ueberleben koennte. Wir erfuhren, dass dieser Wuestenstreifen eigentlich mit zur Atacamawueste gehoert - die trockenste Wueste der Welt. Wir haben Flamingos (welche an der Kueste leben, nicht in der Wueste) gesehen, sind ueber Salzstrassen gefahren und haben unglaublich schoene Eindruecke von der Wuestenlandschaft bekommen. Die Schoenheit der Wueste ist nur annaehernd auf unseren vielen Bildern zu erahnen... seufz.
Am Donnerstag haben wir dann einen kurzen Ausflug nach Ica gemacht. Wir wollten eigentlich Postkarten los werden, wofuer man Briefmarken braucht, welche es in Peru nur in Postaemtern gibt. Also fragten wir uns munter auf spanisch durch den Ort (verstanden haben wir nur die Richtungen, die uns gezeigt wurden). Was wir dann fanden war eher ein Paketservice. Die Dame musste erstmal telefonieren um uns anschliessend mitzuteilen, dass unsere 7 Karten 80 Dollar !! kosten sollten (nein wir haben uns nicht verhoert, nach mehrmaliger Nachfrage hat sie es uns aufgemalt ). Wir haben dankend abgelehnt. In Ica selbst gibt es nicht viel zu sehen. So haben wir den Rest des Tages in unserer Oase verbracht. Nach einem Sonnenbad am Pool unseres huebschen Hotels gings am Nachmittag noch dem Buggy in die angrenzende Duenenlandschaft. Mit knapp 120kmh und gut angeschnallt sind wir die Duenen hoch und runter geduest. War fast wie Achterbahn fahren. Ab und zu hat der Fahrer angehalten und wir konnten uns im Sandboarding ausprobieren (Antje auf dem Bauch, ich im Stehen). Der kroenende Abschluss war der Sonnenuntergang in den Duenen... romantisch .
Abends ging es mit dem Nachtbus in 12h nach Arequipa. Die Fahrt war ruhig und wir konnten widererwartend sehr gut schlafen. Arequipa befindet sich auf 2300m, und wir haben den Tag genutzt, um uns an die doch spuerbare Hoehe zu gewoehnen (irgendwie kommen wir schneller aus der Puste). Nach einem von Antje gefuehreten Stadtrundgang, haben wir das direkt vor unserem Hostal liegende Kloster Santa Cathalina besucht. Dieses wurde 1579 erbaut, nachdem der Platz in den 3 bereits existierenden Kloestern nicht mehr ausreichte. Erst seit 1970 ist das Kloster der Oeffentlichkeit zugaenglich, es wohnen aber immer noch Nonnen dort. Das Kloster ist wie eine kleine Stadt in der Stadt, mit eigenen Strassen und kleine Haeusern die den Nonnen als Unterkuenfte dienten. Wir haben viel ueber die Lebensweise der Nonnen erfahren.
Morgen brechen wir zu einer 2 Tagestour in den Colca Canyon auf. Danach melden wir uns wieder mit sicherlich vielen neuen Eindruecken.
PS: Liebe Ellis (Antjes+Daniels), eure e-mails sind alle angekommen - haben uns doll gefreut. Dicker Kuss.
Cuy, Pisco Sour, Cocatee und Karate Kid
Geschrieben am 9.09.2010 um 01:58
Es hat geklappt! An unserem letzten Abend (Montag) in Lima hat das erste Meerschwein den Weg in Daniels Bauch gefunden . Genau genommen waren es nur 2 Chicharrones de Cuy - 2 Meerschweinchenschenkel. Es hat sehr gut geschmeckt, (wie vom Reisefuehrer versprochen) ein bisschen wie Huehnchen. Nur die Haut ist schlappriger und darunter befindet sich mehr Fett. Wird sicher nicht das letzte Meerschwein fuer Daniel gewesen sein, soviel ist sicher Da mich (Antje) das zu sehr an mein geliebtes Haustier Purzel (schon lange tot) erinnert, habe ich auf den Genuss von Cuy verzichtet und stattdessen lieber Pisco Sour ausprobiert - sowas wie ein Nationalgetraenk hier. Es ist eine Art Cocktail, der aus Traubenschnaps (Pisco), Limettensaft, Fluessigzucker, Eischnee und einer Prise Zimt zusammengeruehrt wird - sehr lecker! (@ Stefanie+Ken: Ihr solltet das vielleicht in eure Cocktailkarte aufnehmen . Man braucht dazu allerdings echten peruanischen Pisco - laut der Einheimischen tut es der chilenische Pisco naemlich nicht.)
Am naechsten Morgen (Dienstag) beim Fruehstueck haben wir dann auch zum ersten Mal Cocatee ausprobiert. Der Tee soll gegen die Hoehenkrankheit und gegen Magen-Darm Probleme helfen, Hunger und Muedigkeit unterdruecken und regenieriernd/leistubgssteigernd wirken. Er hat in Peru eine sehr lange Tradition und ist auch heute noch in jedem Haushalt zu finden. In der Kolonialzeit wurde der Tee von den Spaniern auch benutzt, um die versklavten Indianer in den Silberminen noch mehr ausbeuten zu koennen. Der Tee selbst hat keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen und wird erst nach der Weiterverarbeitung mit Chemikalien zu Kokain. Der Anbau von Coca ist in Peru legal. Unser Reisefuehrer sagt: 2002 wurden 52500 t Cocablaetter geerntet. Dies entspricht einer potentiellen Menge von 160 t reinem Kokain. 90 % der Ernte gehen direkt in die illegale Weiterverarbeitung (vorwiegend in Kolumbien).
Nachmittags ging es dann mit dem Bus nach Ica, einer Stadt ca. 300 km suedlich von Lima. Busfahren (zumindest mit den grossen Busunternehmen) ist hier fast ein wenig wie Fliegen. Man muss sein Gepaeck vorher aufgeben, Uebergepaeck bezahlen und beim Einsteigen durch eine Sicherheitskontrolle. Im Bus bekommt man ein Kissen, eine Decke, etwas zu Essen und zu Trinken (Coca Cola oder Inca Kola - eine neongelbe,. sehr suesse Limo) und es laufen Filme (bei uns Karate Kid). Per GPS werden die Busse von einer Zentrale aus auf Einhaltung der Geschwindigkeit und ungeplante Stops ueberwacht. Trotzdem kostet eine Fahrt von 300 km nur 55 Sol (ca. 12 Euro) - ist fuer unsere Verhaeltnisse also sehr guenstig. Unsere Reise ging entlang der Kueste durch den zum Teil bis zu 150 km breiten Wuestenstreifen. Die Fahrt aus Lima raus war sehr beeindruckend. Man hat ein anderes Peru, das wahrscheinlich "echte" Peru gesehen. Die Menschen hier leben in sehr einfachen Verhaeltnissen. Haeuser sehen teilweise wie Ruinen aus, daneben werden schon wieder Neue gebaut aber nie fertiggestellt und werden so zur neuen Ruine. Es gibt viel Staub, Dreck und Muell. Trotzdem ist alles irgendwie sehr farbenfroh. Die die gar nichts haben , wohnen in Wellblechhuetten oder Zelten. Aber eines haben alle gemeinsam, sie sind alle sehr stolz auf ihr Land - selbst an der schiefesten Wellblechhuette weht die Nationalflagge (rojo-blanco-rojo). Etwas traurig war es fuer uns schon in einem Royal Class Buss sein Essen serviert zu bekommen, waehrend man durch arme Viertel aus Wellblechhuetten faehrt.
Abends nach ca 5h Fahrt sind wir in Ica angekommen. Hier sind wir in einem huebschen kleinen Hotel in der Oase Huacachina untergebracht. Diese ist von teilweise bis zu 200m hohen Sandduenen umgeben, auf denen man Sandsurfing und Buggytouren machen kann. Die braun-gruene Lagune in der Mitte der Oase wird von einem unterirdischen Fluss mit Wasser versorgt.
Gestern (Mittwoch) hatten wir einen superschoenen Tag im Naturschutzgebiet Paracas. Mehr dazu im naechsten Blog.
Gruesse von uns und allen anderen 10Mio aus Lima
Geschrieben am 6.09.2010 um 11:35
Nach einer 20ig stuendigen Reise sind wir gut in Lima angekommen. Den vom Reisefuerher angekuendigten Kulturschock auf der Fahrt vom aeropuerto zum hostal haben wir ganz gut ueberstanden . Unser Hostal lieg im Stadtteil Miraflores, welcher das inoffizielle kommerzielle Zentrum der Stadt ist. Im Vergleich zu anderen Stadtteilen ist es hier relativ sauber und sicher. Es gibt viele Laeden, Bars, und niedliche kleine Restaurantes, in welch einem wir gestern waren. Leider gab es kein Meerschweinchen .
Heute Morgen sind wir von einem Fahrer abgeholt worden, welcher uns in knapp 2 horas die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten Limas Altstadt zeigte und uns auch eine ganze Menge erklaert hat...leider nur auf Spanisch. Daniel nutzte die Gelegenheit und brachte erfolgreich ein paar Saetze aus dem Spanischunterricht, die noch haengen geblieben waren, an den Mann (Gibt es viel Luftverschmutzung in Lima? Wieviele Einwohner hat Lima? Welche Farbe haben offizielle Taxis?) Leider konnten wir nur 2 mal 5min aussteigen um Fotos zu machen. Trotzdem haben wir einen ersten Eindruck von der Stadt erhalten. Riesig, laut, stickig, mucho traffico, viele, viele Menschen auf den Strassen, fast genauso viele Polizisten. Nicht schoen, aber beeindruckend und interessant. Es gibt ein starkes Gefaelle zwischen Arm und Reich. Neben den pueblos jovenes ohne Strom und Wasser gibt es auch sehr gepflegte Teile mit schoenen Villen und Parkanlagen.
Heut Nachmittag haben wir Miraflores noch etwas unsicher gemacht. Auf Empfehlung des Taxifahrers haben wir ein paar Indiana Maerkte in der Stadt besucht und uns mit Alpacamuetze und neuen Topflappen ( ja, klingt seltsam aber sie sind sehr huebsch, handmade und Daniel hat unsere Alten verstuemmelt) ausgestattet.
Soo, jetzt werden wir unsere ca 0,8qm Internetzelle, die wir fuer nur 1 Sol pro hora (ca 22ct) gemietet haben, verlassen und ein nettes Restaurant suchen. Vielleicht klappt es ja heut mit dem Cuy (Meerschwein).
Morgen Fahren wir nach Ica, dem naechsten Ziel unserer Rundreise.
Machts gut, bis demnaechst, Antje und Daniel
die Spannung steigt
Geschrieben am 4.09.2010 um 02:00
...nachdem wir nun gestern die halbe Nacht unsere riesengroßen Rucksäcke mit 25 Socken, 25 Unterhosen, 21 T-shirts, 5 Hosen, 3 Fleecejacken, Regenjacke, 3 Paar Schuhe, Hausapotheke, Taschenlampe.... (ich hoffe wir haben an alles gedacht) gefüllt haben, gehts nun heut abend nach Berlin, um morgen früh in unser Abenteuer zu starten. Ein wenig aufgeregt sind wir beide schon, was uns erwartet. Auf den Spuren der Incas.
ps: ich (Daniel) werde ein Meerschweinchen essen:)
melden uns wieder, sobald wir ein Internetcafe gefunden haben.
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